20.05.2019, 14:17 Uhr

Straßenbahngefühle kommen auf IG Historische Straßenbahn Regensburg zu Besuch in Würzburg

(Foto: Robert Wittek-Brix)(Foto: Robert Wittek-Brix)

Auf Einladung der Interessengemeinschaft Würzburger Straßenbahn „iws“, reisten mehr als 20 Teilnehmer der „IG Historische Regensburger Straßenbahn“ in die Mainfrankenmetropole Würzburg. Roland Brodziak, 2. Vorsitzender der „iws“, empfing die Delegation aus Regensburg, zu der unter anderem Helmut Wilhelm vom Forum Regensburg; Frank Steinwede, Leiter der strategischen Stadtbahnplanung; als auch Robert Hossfeld, leidenschaftlicher Straßenbahn-Fan und Regensburger Linienbusfahrer gehörten.

REGENSBURG Der historische Rathgeber-Triebwagen holte eigens die Regensburger Straßenbahner am Hauptbahnhof ab und nun konnten ein paar Stunden Straßenbahngefühle live erlebt werden. Leicht schaukelnd wurde mit den Regensburger Gästen, das Würzburger Gleisnetz befahren. Eine Führung im Straßenbahndepot unter der fachkundigen Leitung des Betriebsleiter, Herrn Dipl. Ing. Richard Hofmann, folgte der vorangegangenen Rundfahrt. Herr Hofmann unterrichtete die Besucher über die Vorteile eines Straßenbahnbetriebs, über die geplanten Linienerweiterungen, sowie die Abläufe innerhalb des Depots nebst Werkstatt. Unter Aufsicht durften die mitgereisten Kinder Weichen stellen, während sich die Erwachsenen auf dem Fahrersitz eines Gelenkzuges fotografieren ließen.

Zum Hintergrund: Im Zeitraum 1903 bis 1964 fuhr auch in der Stadt Regensburg eine meterspurige Straßenbahn. Leider wurde deren Betrieb am 1. August 1964 trotz großer Proteste der Bevölkerung eingestellt. Was übrig blieb, ist ein nicht einsatzbereiter zweiachsiger Motorwagen und der dazugehörige Beiwagen des Herstellers Rathgeber aus den Jahren 1953 bis 1956. Eine gleiche Zuggarnitur ist auch in Würzburg beheimatet, der als Schoppenexpress/Partywagen unterm Jahr bzw. als Nikolausbahn im Dezember eingesetzt wird.

Jan Mascheck, erster Vorsitzender der Interessensgemeinschaft Regensburg: „Dieses Event war so perfekt vom Vorstand des „iws“ geplant, das hätte man nicht besser machen können, wir sind wirklich beeindruckt und dankbar für diesen tollen Tag“. Er führte fort: „Würzburg hat recht wenig Industrie und viele Studenten und dennoch, in dieser Stadt mit Weltkulturerbe wird in die Straßenbahn investiert und sie rechnet sich im Vergleich zu anderen Betriebszweigen. Regensburg befindet sich nun auch auf einem absolut richtigen Weg in ein neues Stadtbahnzeitalter, um seiner Verkehrsprobleme Herr zu werden.“

Auch der Heidelberger Verkehrsingenieur der Lte Heidelberg Herr Robert Wittek-Brix stieß, im Rahmen eines Treffens mit Vertretern der Steigerwaldbahn in Würzburg weilend, spontan zu dem Treffen dazu. Natürlich wurde in diesem Zusammenhang auch die sinnvolle Verknüpfung des Umlands im Rahmen von Erweiterungsplänen in Würzburg, wie auch in Regensburg erörtert.Die Zeit des Abschieds nahte und es entstand unter den Gästen der Wunsch, die Fahrt aus dem Depot zum Würzburger Hauptbahnhof mit einem „Duewag-Gelenkzug“, einer mehr als 50 Jahre alten Straßenbahn (Baujahr 1968) durchzuführen. Dergeschätzte Straßenbahnfahrer Herr Matthias Baumbach, reagierte sofort positiv auf dieses Anliegen und so fuhr die gesamte Gruppe mit dem Gtw-D8 246 in Richtung Bahnhof.

Im Rahmen der Verabschiedung luden die Regensburger Straßenbahnfreunde spontan den Würzburger Schwesterverein zu einem Gegenbesuch auf das Regensburger Bürgerfest im Juni ein. Dort wird auch der neu restaurierte Regensburger Beiwagen der „IG Historische Straßenbahn Regensburg“ zu besichtigen sein.


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