09.04.2019, 15:12 Uhr

Ausstellung Schüler lüften Geheimnis der „Briefmarken-Sprache“

Eine Schülerin erläutert Bezirkstagspräsident Franz Löffler (rechts) das Projekt. (Foto: Hirmer/Bezirk Oberpfalz)Eine Schülerin erläutert Bezirkstagspräsident Franz Löffler (rechts) das Projekt. (Foto: Hirmer/Bezirk Oberpfalz)

Vielen ist die „Briefmarken-Sprache“ heute unbekannt. Auch Bezirkstagspräsi-dent Franz Löffler gab zu, von dieser noch nicht gehört zu haben. Diese Unwissenheit beseitigt eine Ausstellung im Lichthof der Bezirksverwaltung in Regensburg, in der man diese Geheimsprache kennenlernen kann: Schülerinnen und Schüler der fünften Jahrgangsstufe des Gymnasiums Lappersdorf interpretierten die Aussagen mithilfe von Comiczeichnungen und „übersetzten“ die Botschaften in moderne WhatsApp-Nachrichten.

LAPPERSDORF Bis in die 1960er Jahre war es üblich, geheime Botschaften durch die Anordnung der Briefmarke auf einem Kuvert zu übermitteln. So bedeutete eine auf dem Kopf stehende Marke, die am oberen linken Kuverteck in leichter Drehung aufgeklebt war „Bleib mir treu!“. Die Schüler malten zu den jeweiligen Aussagen passende Bilder und überlegten sich gleichzeitig, mit welchen Worten sie heute diese Botschaften übermitteln würden. Einfach war das Unterfangen zumindest zu Beginn nicht: „Zum Teil konnten wir mit den Sprüchen nichts anfangen“, gaben sie unumwunden zu. Trotz anfänglicher Skepsis entstanden die unterschiedlichsten künstlerischen Arbeiten, die die Aussagen verdeutli-chen.

Bezirkstagspräsident Löffler zeigte sich bei der Ausstellungseröffnung überzeugt, dass „wir die Kunst heute unterbewerten“. Kunst sei neben der Wissensvermittlung außerordentlich wichtig für die Entwicklung der Kinder. Umso mehr freue er sich, dass das Gymnasium Lappersdorf die Kunst und die Kreativität der Schüler früh fördere und nicht aus den Augen verliere.

Die Ausstellung ist im Rahmen des Projekts „Schule trifft Museum – Exponat anders“ entstanden. Kinder gehen hierbei anders mit historischen Ausstellungsstücken um: Sie betrachten sie nicht nur im Museum, sondern beschäftigten sich intensiv mit ihnen. Initiator war der Regensburger Kreisheimatpfleger Hermann Binninger, der zusammen mit Kunsterzieherin Katharina Kuhn-Warreyn den Schülern die „Briefmarken-Sprache“ vermittelte. Binninger entwarf sogar extra eine eigene Briefmarke für die Schule, um die „Sprache“ darzustellen.

Die Ausstellung ist bis zum 17. Mai im Lichthof der Bezirksverwaltung, Ludwig-Thoma-Straße 14 in Regensburg (Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr, Freitag von 8 bis 12 Uhr) zu sehen. Der Eintritt ist frei.


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