11.03.2019, 11:36 Uhr

Tolles Projekt Upcycling ist voll im Trend – auch über Kulturgrenzen hinweg

Aus alten Fahnen und Stoffen wird im Projekt KulTür Neues erschaffen, das durchaus tragbar ist. (Foto: Vronie Scheitler)Aus alten Fahnen und Stoffen wird im Projekt KulTür Neues erschaffen, das durchaus tragbar ist. (Foto: Vronie Scheitler)

Seit November 2018 und noch bis Juni 2019 wird in Regensburg für den guten Zweck der kulturellen Teilhabe und Integration genäht. Aus alten, gespendeten Kulturfahnen, Bannern und Zubehör entstehen Upcycling-Taschen, Rucksäcke und (Turn-)Beutel. Gemeinsam entwerfen und nähen KulTür-Gäste, freiwillig Engagierte, junge Geflüchtete und Schüler für KulTür individuelle KulTür-Stücke.

REGENSBURG KulTür ist es wichtig Aufmerksamkeit auf den ungleichen Zugang zu Kultur zu lenken. Für einen Großteil der Gesellschaft ist ein Kinobesuch, ein Kunstkurs für den Sohn oder ein Fußballcamp für die Tochter ganz selbstverständlich, aber nicht alle können sich Kultur selbstverständlich leisten. Wer nicht das notwendig Geld hat, ist oft ausgeschlossen von gesellschaftlichen Erlebnissen und kultureller Bildung. KulTür verschafft da Abhilfe: Seit 4 Jahren wurden bereits 26.000 kostenfreie Eintritte zu Kulturveranstaltungen an Menschen mit wenig Geld – den KulTür-Gästen – vermittelt.

„Mit dem Näh-Projekt möchten wir unseren Gästen, über die Vermittlung von Veranstaltungen hinaus, aktiv zum Mitmachen und Mitgestalten anspornen“, so Britta Kutzner, Geschäftsfüherein von KulTür. „Ziel ist es durch die Nähaktion eine

„Mitmachkultur“ zu fördern, die trans- und interkulturelle Begegnungen von Menschen allen Alters, Herkunft und sozialen Milieus ermöglicht und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt“. Mitmachen und gestalten stärkt darüber hinaus das Sebstwertgefühl, eröffnet neue Perspektiven und Chancen. „Es wundert mich nicht, dass ein nähbegeisterter KulTür-Gast bereits ein kreatives Jobangebot durch das Projekt erhalten hat“, erzählt Britta Kutzner begeistert.

„Nein, wir sind kein Taschenladen“, informiert Dinah el Keilany, eine Kultür-Vermittlerin, immer wieder freundlich interessierte Besuchen, die angelockt von den vielen Taschen im Schaufenster der Obermünsterstraße 1, hereinkommen. Bereits 100 Taschen, alles einzigartige KulTür-Stücke“, sind in den letzten Wochen enstanden. Und es geht noch weiter: Immer mittwochs von 16:00 bis 18:00 Uhr findet im KulTür-Laden ein offenes Nähatelier statt. Hier können sich alle Nähbegeisterten treffen, mit Stoffen versorgen und im Austausch mit anderen eigene Ideen umzusetzen. In Zusammenarbeit mit dem W1 – Zentrum für junge Kultur und CampusAsylART findet ebenfalls ein offener Ateliertreff statt, bei dem Taschen für KulTür, u.a. auch von jungen Geflüchteten konzipiert und genäht werden. Im Pindl-Gymnasium nähen Schüler in ihrer Modewerkstatt unter der Leitung von Ingrid Westerboer KulTür-Turn-beutel.

Jeder ist eingeladen mitzumachen ob im KulTür-Laden oder zuhause! Das Material für die Taschen – Stoffe, Zubehör und verschiedene Schnittmodelle – wird von KulTür zur Verfügung gestellt und kann während der Laden-Öffnungszeiten ausgesucht und mitgenommen werden. Die entstandenen KulTür-Stücke werden auf dem Regensburger Bürgerfest auf einem Catwalk präsentiert! Erst nach dem Catwalk fällt der Startschuss für den Erwerb der Taschen. Die Einnahmen kommen weiteren KulTür-Projekten und der Kulturvermittlung an Menschen mit wenig Geld zugute.

Die Taschen lassen sich durchaus sehen. Foto: KulTür Regensburg (Foto: KulTür Regensburg)

Alle aktuellen Informationen zu diesem und weiteren Projekten finden Sie auf unserer Homepage www.kultuer-regensburg.de, unserem Facebook-Auftritt sowie vor Ort im KulTür-Laden: Obermünsterstraße 1, 93047 Regensburg, 0941 / 38201669 Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag, 9 bis 12 Uhr und Donnerstag zwischen 13 und 16 Uhr. Das Näh-Projekt wird im Rahmen des Jahresthemas 2019 „Kultur und Gesellschaft“ vom Kulturreferat der Stadt Regensburg unterstützt.