27.01.2019, 09:06 Uhr

Theater Ballettmeister Moris Abschied - mit einem Klassiker zum Adé

Gefährliche Liebschaften wird die letzte Produktion als Tanzchef für Yuki Mori sein. Foto: Stöss  (Foto: Bettina Stöss)Gefährliche Liebschaften wird die letzte Produktion als Tanzchef für Yuki Mori sein. Foto: Stöss (Foto: Bettina Stöss)

Mit einem Tanzabend nach dem Briefroman „Gefährliche Liebschaften“ von Choderlos de Laclos verabschiedet sich Yuki Mori als Tanzchef von seinem Regensburger Publikum.

REGENSBURG Es wird ein Abend, der nicht nur optisch, sondern auch musikalisch opulent mit Barock- und Filmmusik daherkommt. Mit ihren Affekten, Leidenschaften und Manipulationen sind die „Gefährlichen Liebschaften“ eine ideale Vorlage für den Tanz. Auch 237 Jahre nach der Entstehung dieses fein gesponnenen Briefromans stockt einem immer noch der Atem angesichts der manipulativen Erotik und der bodenlosen Intriganz der Hauptfiguren. Das Werk war ein Skandal und schon kurze Zeit nach Veröffentlichung vergriffen. Man las das Buch als Schlüsselroman: Elektrisiert, empört und heimlich verzückt studierte man den Roman und glaubte, sich selbst zu erkennen. Selbst die Königin verschaffte sich ein Exemplar und ließ es kostbar einbinden – aber ohne den verräterischen Titel.

Worum geht es? Marquise de Merteuil benutzt ihren ehemaligen Geliebten, den Vicomte de Valmont, um sich an einem anderen ehemaligen Geliebten zu rächen. Valmont, der für seine unzähligen Affären bekannt ist, soll die Zukünftige des Verflossenen, die reizende Cécile, verführen. Für die vollzogene Defloration verspricht Merteuil ihm eine Liebesnacht als Belohnung. Valmont erscheint dieser Auftrag zu leicht und so wirft er eine weitere Aufgabe in die Waagschale: Er will die für ihre Tugend und Treue bekannte Madame de Tourvel verführen. Erst dann habe er sich seine „Belohnung“ verdient.

Zu spät erkennt Valmont: Er ist nur eine Schachfigur

Doch Valmont unterschätzt seine scheinbare Verbündete Merteuil. Zu spät erkennt er, dass er nur eine Figur in ihrem Spiel war. Als am Ende die Machenschaften der Marquise öffentlich werden, gibt es in den erotischen Machtspielen nur Verlierer und den Tod.


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