21.09.2018, 09:10 Uhr

Kultur „Chöre erleben eine Renaissance“


Die Chorphilharmonie hat sich Bruckners Messe in f-Moll vorgenommen. Chorleiter Horst Frohn erzählt im Wochenblatt, warum Chöre eine Renaissance erleben - auch bei uns vor Ort.

REGENSBURG/LAABER Es ist ein fulminantes Werk, das am 20. Oktober in Kelheim sowie am 21. Oktober in der Pfarrkirche Herz Jesu aufgeführt wird: Mit Anton Bruckners großer Messe in f-Moll erfüllt sich Chorleiter Horst Frohn einen Traum. „Es gibt wieder eine Faszination für das hohe Niveau der Chormusik“, sagt Frohn stolz. Der Musiklehrer hatte einst selbst Gesang studiert, war Mitglied beim WDR-Rundfunkchor in Köln. Nach Stationen an mehreren Opernhäusern kam Frohn schließlich nach Regensburg an die Städtischen Bühnen, entschied sich aber schließlich doch für das Lehramt. Doch die Leidenschaft für die Chormusik ist bis zum heutigen Tag geblieben – wohl auch deshalb gründete er 1991 das Vokalensemble Laaber. „Aus dem Chor ist längst eine Familie geworden“, sagt auch Ursula Schmid, die Mitglied ist in der Chorphilharmonie.

Intensive Arbeit in Chorwochenenden und in den Proben haben aus der Chorphilharmonie ein Ensemble gemacht, das regelmäßig das Publikum mit großen Stücken begeistert. Bekannte Solisten sind es dann auch, die den Chor bei der Aufführung von Bruckners Messe unterstützen. Als Solisten singen Anna Pisareva, Sopran und Vera Semieniuk, Mezzosopran vom Stadtheater Regensburg sowie Juan Carlos Falcon, Tenor und Holger Ohlmann, Bass, beide Mitglieder des Ensembles des Theaters am Gärtnerplatz in München. Hochkaräter also.

Frohn identifiziert auch eine Art von Renaissance für die Chormusik, die eigentlich Laien dazu bringt, hoch professionell auf einer Bühne zu stehen. „Ich glaube, der klassische Männersingkreis hat ein Nachwuchsproblem. Doch bei den Chören ist der Zulauf im Moment wieder stark, es gibt ein Bedürfnis nach professioneller Arbeit“, sagt Frohn im Gespräch.

Mehr noch: Auch die Solisten, die ja hauptberuflich als Sänger und Musiker arbeiten, genießen laut Frohn die Zusammenarbeit mit den Chormitgliedern sehr. „Ich habe oft erlebt, dass die Solisten aus der Routine ihrer täglichen Arbeit heraus geradezu begeistert sind, mit welchem Engagement die Chormitglieder bei der Sache sind“, so Frohn. Das bestätigt auch Ursula Schmid, die vor allem auch davon begeistert ist, dass Disziplin und Professionalität durch die Zusammenarbeit mit den Solisten, aber auch durch Frohns Engagement im Chor gewährleistet sind.

Wer mit Horst Frohn spricht, spürt die Begeisterung für die Chormusik. Selbst erleben kann man das am 20. und 21. Oktober. Karten gibt es unter Chorphilharmonie. de oder im Alten Rathaus.