19.07.2018, 12:57 Uhr

Kunstforum Ostdeutsche Galerie Druckfrisch – der neue Katalog stellt die Kunstwerke vor

(Foto: Ostdeutsche Galerie / Kašková)(Foto: Ostdeutsche Galerie / Kašková)

„Kunst aus dem östlichen Europa vor 1945 und danach“ lautet der Titel des neuen Katalogs, der die über 100 Werke aus der im letzten Herbst eröffneten Schausammlung im Kunstforum Ostdeutsche Galerie vorstellt. Die Publikation folgt dem Konzept der Dauerausstellung. Sie begleitet den Besucher auf einer kunst- und kulturgeschichtlichen Zeitreise zwischen Breslau, Danzig, Königsberg und Prag mit einem Abstecher an die Ostseeküste sowie ans Mittelmeer.

REGENSBURG Anlässlich der Veröffentlichung des Katalogs lädt das KOG zu einem Rundgang mit Direktorin Dr. Agnes Tieze ein, die die Schausammlung konzipiert und den Katalog verfasst hat. Die Kurzführung findet im Rahmen der Reihe „Mittagspause im Museum“ am Mittwoch, 25. Juli, um 13 Uhr statt. Der neue Katalog enthält neben einem Vorwort von Monika Grütters, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die die Neukonzeption und begleitende Publikation finanziell unterstützt hat, Texte von Agnes Tieze. Eine Einführung erläutert die Geschichte des Kunstforums Ostdeutsche Galerie und gibt einen ersten Überblick zu den Beständen. Anhand von neun Kapiteln werden die

ausgestellten Kunstwerke vorgestellt. Exponate namhafter Künstlerinnen und Künstler wie Lovis Corinth, Käthe Kollwitz, Oskar Kokoschka, Oskar Moll, Otto Dix, Markus Lüpertz oder Katharina Sieverding führen dabei die Kunst und somit auch die Geschichte der früher deutsch geprägten Gebiete im östlichen Europa vor Augen. Doch es geht nicht nur um die rückblickende Perspektive.

Der Bogen spannt sich vom 19. Jahrhundert, über die entscheidende Zäsur des Zweiten Weltkriegs mit Flucht und Vertreibung bis zu zeitgenössischen Positionen unter anderem aus Tschechien, Polen oder Rumänien. Wie die Präsentation ist auch der Katalog als eine Kunst-Reise durch Raum und Zeit angelegt und spürt nach, inwiefern Kunst an geografische und politische Grenzen gebunden ist oder sich das Verständnis von Kunstwerken durch das Wissen um Herkunft, Bezüge und Kontexte verändert. Unter dem Titel „Woher kommen wir, wohin gehen wir?“, der zugleich das Motto der Schausammlung bildet, geht der erste Text auf die spezifische historisch-geografische Ausrichtung der Sammlung ein.

Weitere Kapitel widmen sich den Kunstzentren Danzig und Königsberg, der Prager Kunstszene in der Wirkungszeit der sogenannten „Prager Secession“ zwischen 1928

bis 1937, der Breslauer Akademie für Kunst und Kunstgewerbe sowie dem Kunstgeschehen im Osten der Weimarer Republik. Von der Ostsee bis zum Mittelmeer finden sich ferner jene Orte, die für viele Künstler inspirierend waren. Ein Pendant zu den äußeren Natureindrücken und den historischen Orten bilden die inneren Traumlandschaften und die traumatischen Landschaften, die vielfach als Abbilder der persönlichen Geschichte und der historischen Geschehnisse zu sehen sind. Eingegangen wird auch auf den Dialog zwischen dem Osten und dem Westen, den künstlerischen Austausch, der trotz der Trennung Europas nach dem Zweiten

Weltkrieg ununterbrochen blieb. Abschließend werden die Trägerinnen und Träger des Lovis-Corinth-Preises vorgestellt, der seit 1974 im zweijährigen Rhythmus an

herausragende Künstlerpersönlichkeiten mit biografischen oder thematischen Bezügen zum östlichen Europa verliehen wird. Neben den zusammenfassenden

Einführungen bieten kurze Katalogtexte kompakte Hintergrundinformationen zu den einzelnen Kunstwerken.


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