11.07.2018, 10:00 Uhr

Öffentlich zugänglich Boris-Jelzin-Bibliothek eröffnet digitalen Lesesaal in Regensburg – Zugriff auf über 600.000 Dokumente

IOS-Direktor Ulf Brunnbauer (links) und Maksim Tschernow, Leiter der Abteilung für internationale Beziehungen der Präsidentenbibliothek Boris Jelzin. (Foto: IOS Regensburg)IOS-Direktor Ulf Brunnbauer (links) und Maksim Tschernow, Leiter der Abteilung für internationale Beziehungen der Präsidentenbibliothek Boris Jelzin. (Foto: IOS Regensburg)

Als vierter Standort in Deutschland hat Regensburg einen Fernzugang zur Präsidentenbibliothek Boris Jelzin erhalten. Vom Lesesaal des Leibniz-Instituts für Ost- und Südosteuropaforschung (IOS) aus gibt es unbeschränkten Zugriff auf die mehr als 600 000 Dokumente der digitalen Nationalbibliothek Russlands. Den zugrunde liegenden Kooperationsvertrag unterzeichneten am Dienstag in St. Petersburg Vertreter des IOS und der Präsidentenbibliothek.

REGENSBURG Eine russische Delegation hatte den Zugang in Regensburg im Juni eingerichtet. Offiziell freigeschaltet wurde er nun in der Feierstunde zur Unterzeichnung am Sitz der Nationalbibliothek in St. Petersburg. Dabei betonte IOS-Direktor Ulf Brunnbauer: „Unser Institut hat schon immer eng mit Einrichtungen in Russland kooperiert. Mit der neuen Partnerschaft erschließt sich uns ein wunderbarer Schatz kultureller Überlieferung.“

Die 2009 eröffnete Präsidentenbibliothek Boris Jelzin verfügt zwar nur über einen rein virtuellen Bestand, der ist dafür aber umso umfangreicher. 53 Prozent der Dokumente sind Archivmaterialien, darunter beispielsweise ein Brief Zar Alexanders I. an Napoleon. 45 Prozent sind digitalisierte Printmedien und 2 Prozent multimediale Materialien. Nur gut ein Drittel des Gesamtbestandes ist frei über das Internet einsehbar. Zugang zu allen Dokumenten gab es in Deutschland bislang bloß in Berlin, München und Dresden – und nun eben auch in Regensburg. Der Zugriff hier ist über einen Arbeitsplatz in der Bibliothek des IOS möglich, der jedem Besucher offensteht.

Die Vereinbarung soll zudem Grundlage für weitere gemeinsame Projekte des IOS und der Bibliothek sein und die Osteuropaforschung in Regensburg allgemein weiter stärken, die auch von der Universität schwerpunktmäßig verfolgt wird. Das IOS erforscht Geschichte und Gesellschaft des östlichen Europa. Außerdem beherbergt es eine international führende Spezialbibliothek zur Region. Entsprechend fiel auch das Antrittsgeschenk in St. Petersburg aus. Tillmann Tegeler, Leiter der IOS-Bibliothek, überreichte seinen russischen Kollegen eine Festplatte mit Scans von historischen Büchern und Karten zu Osteuropa, von denen es weltweit außer in Regensburg nur noch wenige Exemplare gibt.


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