02.07.2018, 08:56 Uhr

Sehnsucht nach der weiten Welt Großes Fernweh – Regensburgerin findet in Thailand eine neue Heimat


„Man muss offen sein und auf Leute zugehen können. Auch, wenn das manchmal eine Überwindung ist“, verrät Julia Scheuerer aus Regensburg. Die 26-Jährige hat der Domstadt – zumindest für den Moment – den Rücken gekehrt und lebt derzeit in Thailand. Die Idee, Deutschland zu verlassen, wuchs Ende 2016 in der gelernten Bankkauffrau. „Ich wollte unbedingt reisen, doch das klappte damals nicht“, erzählt Julia heute. Doch weil sie das Fernweh nicht losließ, entschied sie sich dazu, im Ausland zu arbeiten.

REGENSBURG/CHIANG MAI Sie suchte im Internet nach geeigneten Stellen und schrieb fleißig Bewerbungen. Schon nach kurzer Zeit hatte die 26-Jährige drei Zusagen – und damit die Qual der Wahl zwischen einem Leben in Malta, auf Mauritius oder in Thailand. „Malta war mir dann doch zu europäisch und auf Mauritius war ich schon. Deshalb habe ich mich damals für Thailand entschieden. Asien fand ich schon immer sehr interessant“, erinnert sich Julia zurück. Schon im Februar 2017 wurde es für die 26-Jährige ernst. Sie flog nach Thailand und fing in der Großstadt Chiang Mai im Norden Thailands ein vollkommen neues Leben an. Seitdem arbeitet Julia in einem thailändischen Unternehmen im Qualitätsmanagement. Nur vier Tage nach ihrer Ankunft unterzeichnete sie den Mietvertrag für ihre Wohnung. Knapp eineinhalb Jahre ist das alles nun her. Und seitdem hat Julia viel erlebt. Sie schrieb sich an der Universität in Chiang Mai ein, um Thai zu lernen. „Wir haben dort nicht nur die Sprache gelernt, sondern auch eine Einweisung in die Thai-Kultur, und Thailands Gebräuche und Sitten bekommen. Das war quasi ein Kurs für Ausländer“, lacht Julia.

Bloß nicht in Fettnäpfchen treten!

Tatsächlich gibt es in der thailändischen Kultur viele Fettnäpfchen, in die man treten kann. „Man darf sich zum Beispiel auf keinen Fall neben einen Mönch setzen, wenn man jemanden begrüßt, gibt man demjenigen nicht die Hand, sondern beugt den Kopf und führt die Hände vor dem Gesicht zusammen. Jemanden am Kopf oder an den Schultern zu berühren, geht in Thailand gar nicht“, erzählt sie. Natürlich will Julia in Thailand nicht nur arbeiten und lernen, sondern auch umherreisen. An jedem Wochenende stehen für die 26-Jährige Ausflüge auf dem Programm. Dann schwingt sie sich am liebsten auf ihren Roller und erkundet die Natur rund um Chiang Mai. Um mobil zu sein, hat Julia extra den thailändischen Führerschein gemacht. Wenn sie mal ein bisschen länger Zeit hat als nur ein Wochenende, zieht es Julia zum Beispiel auch nach Bangkok oder auf die Inseln im Süden Thailands wie Koh Tao, Koh Phi Phi oder Koh Lanta. Aber auch nach Indonesien, Indien und Myanmar hat die 26-Jährige schon einen Abstecher gemacht.

Thailands Natur hat Julia verzaubert

„Ich liebe die Natur hier in Thailand. Vor allem die Elefanten und die Reisfelder haben es mir angetan“, schwärmt Julia von ihrer neuen Heimat. Doch nicht nur die Natur, auch die Freundlichkeit der Menschen haben sie verzaubert. „Chiang Mai ist eine richtig geile Stadt“, platzt es aus Julia heraus – und man kann ihr die Euphorie regelrecht anhören. Trotzdem gibt es einiges, was Julia an ihrer alten Heimat Regensburg vermisst. „Ich vermisse Regensburgs italienischen Flair und natürlich die bayerische Gemütlichkeit. Am meisten vermisse ich es allerdings, die kühle Luft. Hier geht nichts ohne Klimaanlage“, schmunzelt Julia.

(Foto: privat)

Irgendwann will Julia aber wieder nach Regensburg zurückkehren. Wann das genau sein wird, weiß die 26-Jährige aber noch nicht. Im Herbst ist ihre Zeit in Thailand aber vermutlich erst einmal vorbei. Wohin es sie zieht, weiß Julia aber noch nicht – vielleicht Indonesien, vielleicht aber auch Südamerika. „Während meiner Zeit in Thailand habe ich eines gelernt: Wenn man etwas will, dann schafft man das auch“, sagt Julia – und klingt dabei zurecht ein kleines Bisschen stolz. Wer wissen möchte, was Julia auf ihren Reisen so alles erlebt, kann über ihren Instagram Account „julez-santana“ auf dem Laufenden bleiben.


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