22.06.2018, 14:17 Uhr

Buchvorstellung 1.000 Jahre Jüdisches Leben in Regensburg

(Foto: Staab Architekten)(Foto: Staab Architekten)

Im Bonhoeffersaal des Evangelischen Bildunsgwerks findet am Dienstag, 26. Juni, um 19 Uhr die Vorstellung des Buches „Jüdische Lebenswelten in Regensburg – Eine gebrochene Geschichte“ statt.

REGENSBURG Die jüdische Gemeinde in Regensburg ist die älteste und bedeutendste in Bayern. Juden kamen vermutlich schon mit den Römern, verwurzelten sich und blieben. Die Abdrücke jüdischen Lebens finden sich in allen Epochen der Stadtgeschichte. Die frühmittelalterliche Talmudschule setzte den europäischen Maßstab für Gelehrsamkeit; jüdische Handelshäuser brachten Reichtum und frische Ideen in die Freie Reichsstadt. In der kollektiven Erinnerung blieben jedoch nicht die Jahrhunderte des Miteinanders, sondern die verheerenden Gewaltexzesse: Die Vertreibung von 1519, die Pogromnacht im November 1938, der Raubzug an jüdischem Eigentum und die Ermordung der Juden in den Gaskammern der Mordstätten in Ostpolen.

In dem jetzt erschienenen Buch „Jüdisches Leben in Regensburg – Eine gebrochene Geschichte“ wird in 22 Beiträgen von 19 Autorinnen und Autoren anschaulich beschrieben, wie sich in Regensburg jüdisches Leben vom Mittelalter bis zur Gegenwart darstellt. Zugleich soll vor der Eröffnung des neuen Gemeindezentrums mit Synagoge im Frühjahr 2019 bewusst werden: Jüdisches Leben in Deutschland war und ist bedroht und bedarf angesichts eines aggressiver werdenden Antisemitismus besonderer Aufmerksamkeit der Stadtgesellschaft. Die Buchvorstellung ist eine Gemeinschaftsveranstaltung von Evangelischem Bildungswerk Regensburg, Staatlicher Bibliothek Regensburg und dem Verlag Friedrich Pustet. Der Eintritt ist frei.


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