21.06.2018, 11:41 Uhr

Noch bis 1. Juli geöffnet Das Schulmuseum Fronau im Landkreis Cham wird restauriert

Schulmuseum Fronau. (Foto: LRA Cham)Schulmuseum Fronau. (Foto: LRA Cham)

Wer plant, das Schulmuseum Fronau zu besichtigen, hat dazu noch an den kommenden beiden Sonntagen Gelegenheit: Ab 2. Juli beginnt die denkmalgerechte Sanierung des über 260 Jahre alten Hauses. Landrat Franz Löffler betont die historische Bedeutung dieses Gebäudes, das für die Schulgeschichte der Oberpfalz einen Markstein darstellt und zeigt sich erfreut, dass gute Aussichten auf Unterstützung der Maßnahme durch verschiedene Fördergeber bestehen.

RODING-FRONAU/LANDKREIS CHAM Das Fronauer Schulhaus steht für den Haustyp des „Waldlerhauses“, der die Hauslandschaft des Bayerischen Waldes entscheidend prägte. Das Holzblockhaus befindet sich neben der Kirche zu Fronau, durch die Nähe zum Gotteshaus hat es eine herausragende Stellung im Ortsbild. 1756 war dieses Haus als Schulhaus für Fronau erbaut worden. Fast hundert Jahre lang, bis 1851, als ein neues Schulgebäude entstand, unterrichteten die Schulmeister die Schüler in diesem kleinen Haus. Heute ist das alte Schulhaus unter der Trägerschaft des Landkreises Cham ein Schulmuseum, in dem die Arbeits- und Lebensbedingungen von Lehrern und Schülern im 19. Jahrhundert zu erfahren sind. Heutige SchülerInnen lernen bei ihren Besuchen im Schulmuseum anschaulich die Bedingungen im Schulleben früherer Jahrhunderte kennen.

Im Fronauer Schulmuseum ist die Einheit von Schulzimmer und Lehrerwohnung unter einem Dach zu sehen: Neben dem Klasszimmer mit den alten Schulbänken, Lehrerkatheder, Schiefertafeln, Schulranzen und Tintenfässern aus der Zeit um 1900 befindet sich die Stube des Lehrers und eine Kammer, die dem Lehrer als Schlaf-, aber auch als Arbeitsraum diente.

Schule und Kirche gehörten in früheren Jahrhunderten eng zusammen: Die Schule unterstand der geistigen Aufsicht der Kirche, der Lehrer war in der Regel über den Schuldienst hinaus in der Kirche als Mesner und Organist tätig. Diese Nähe zur Kirche ist in Fronau auch räumlich erfahrbar: Das Schulhaus liegt innerhalb der alten Mauer, die einst Kirche, Schulhaus und Friedhof umgab. Zur Zeit der Erbauung des alten Schulhauses bestand noch keine staatliche Schulpflicht. Der Freiherr von Klingenberg, Herrschaft Regenpeilstein, hatte 1756 dem Lehrer Paulus Schmid ein Grundstück geschenkt, auf dem dieser das Holzblockhaus errichtete: um dort mit seiner Familie zu wohnen, aber auch, um Unterricht abzuhalten.

Die lange Geschichte und intensive Nutzung des Hauses hat ihre Spuren am Gebäude hinterlassen. Der Holzblockbau, heute im Besitz des Landkreises Cham, wird demnächst denkmalgerecht restauriert. In enger Abstimmung mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege wird eine Sanierung des historisch nachgewiesenen Legschindeldachs erfolgen. Auch im Inneren des Gebäudes erfolgen an den Balken des Holzblockbaus erhaltende und stabilisierende Maßnahmen.

Wegen der Restaurierung wird das Schulmuseum einige Monate geschlossen werden. So ist das Schulmuseum Fronau nur noch am Sonntag, 24. Juni, sowie am Sonntag, 1. Juli, bei freiem Eintritt zu besichtigen. Das Waldlerhaus ist an diesen Sonntagen von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Ab 2. Juli ist das Schulmuseum dann für die Dauer der Restaurierungsarbeiten geschlossen.


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