11.06.2018, 10:09 Uhr

Lesung Dreißig Jahre des Grauens

Der Prager Fenstersturz am 23. Mai 1618 gilt als der Auslöser des Dreißigjährigen Krieges. (Foto: Staatliche Bibliothek Regensburg)Der Prager Fenstersturz am 23. Mai 1618 gilt als der Auslöser des Dreißigjährigen Krieges. (Foto: Staatliche Bibliothek Regensburg)

Mit einer Lesung des Romans „Der Abentheuerliche Simplcissimus Teutsch“ am Freitag, 15. Juni, beginnt eine Veranstaltungsreihe zum Gedenken an den Dreißigjährigen Krieg.

REGENSBURG Der Dreißigjährige Krieg verwüstete weite Teile Mitteleuropas und brannte sich so als Katastrophe biblischen Ausmaßes in das kollektive Gedächtnis ein. Im Jahr 2018 sind es 400 Jahre seit dem Ausbruch des Krieges, der auch Regensburg, die Oberpfalz und ganz Bayern entscheidend verändert hat. Denn Regensburg blieb in diesem langen Krieg nicht verschont. 1633 belagerten die Schweden die Stadt und eroberten sie schließlich. Ein Jahr später wurde Regensburg von kaiserlichen Truppen zunächst wochenlang beschossen und schließlich zurückerobert. Zu allem Unglück wütete 1634 auch noch die Pest in der Donaustadt. Regensburg wurde somit – wie weite Teile des Reiches – in diesem Krieg schwer geprüft.

Eine Einführung in das Thema, verbunden mit einer Lesung aus dem „Simplicissimus“ von Grimmelshausen setzt einen ersten Auftakt zum Gedenken an diesen Krieg. Im September 2018 startet eine öffentliche Vortragsreihe, die durchgehend mit herausragenden, international anerkannten Experten besetzt ist. Flankiert wird die Vortragsreihe durch eine Anzahl von Ausstellungen, die unter Federführung der Staatlichen Bibliothek Regensburg gemeinsam mit zahlreichen Partnern die Geschichte des Dreißigjährigen Krieges in Regensburg umfassend beleuchten möchte. Die Reihe wird unterstützt durch das Kulturamt der Stadt Regensburg im Rahmen des Jahresthemas 2018 „Stadt, Land, Fluss“.

Der berühmte Schelmenroman von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen, der „Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch“, erschien 1668. Er gilt als der erste Abenteuerroman und als das wichtigste Prosawerk des Barocks in deutscher Sprache. Das Werk beschreibt den Lebensweg von Melchior Sternfels von Fuchshaim, der im Dreißigjährigen Krieg als Kind von Soldaten verschleppt wird, es zum Offizier schafft, mehrfach die Seiten wechselt und schließlich der Welt entsagt und Einsiedler wird. Beginn ist um 18.30 Uhr in der Dreieinigkeitskirche, Karten gibt es an der Abendkasse.


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