09.06.2018, 07:15 Uhr

Bald Einblicke Die Spannung auf das neue Museum der Bayerischen Geschichte steigt!


Das neue Museum der Bayerischen Geschichte – bis zur Eröffnung im Mai 2019 vergeht noch knapp ein Jahr. Doch einen Blick auf das neue Museum kann man bereits am Festwochenende am Samstag und Sonntag, 9. und 10. Juni, in Regensburg erhaschen. Das Gebäude ist fast fertig, die Spannung steigt – auch darauf, was das neue Museum zu bieten haben wird.

REGENSBURG Und da haben sich die Verantwortlichen des Hauses der Bayerischen Geschichte wirklich was getraut. Denn wer verstaubte Urkunden und Schwerter erwartet, der verkennt das Konzept total. Der Schwerpunkt der Darstellung ist die Geschichte der letzten 200 Jahre – die Zeit davor, zwischen 100 nach Christus, als die Römer im heutigen Bayern bis zur Donau lebten, und 1800, als das „Heilige Römische Reich Deutscher Nation“ vor dem Ende stand, wird lediglich in einem beeindruckenden 3D-Panorama dargestellt. Der von vielen Landesausstellungen bereits erprobte berühmte „quer“-Moderator Christoph Süß wird quasi im Sauseschritt durch 1.700 Jahre Geschichte auf bayerischem Boden führen.

Das Konzept für das Museum sieht vielmehr vor, Gegenstände aus ganz Bayern darzustellen, die gelebte Geschichte und lebendige Geschichten erzählen. Wie sonst wäre es möglich, dass man beispielsweise auch dem FC Bayern München als den bayerischen Verein schlechthin besondere Aufmerksamkeit schenkt?

Es sind dann auch oftmals die Gegenstände des Alltags, die bayerische Geschichte im neuen Museum dokumentieren sollen. Da kommt der Spickzettel des Roider Jackl auf seiner Gitarre ebenso zur Geltung, mit dem er die Politiker derbleckte, wie die Uniform des Traunsteiners Peter Schleicher, der die Napoleonischen Kriege überlebte. Die erste Pizzeria im Bayerischen Wald, die von einem gewissen Herrn Guarino gegründet wurde, wird mit einem Bild seines Eiswagens dokumentiert. Ein selbst gebasteltes Paddelboot namens „Silberblitz“, das aus einem Flugzeugtank gebaut wurde, belegt, wie erfinderisch die Not nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs machte.

Es sind also spannende Geschichten, die erzählt werden im neuen Museum der Bayerischen Geschichte. Es ist die Geschichte eines Volkes, das sich oftmals als recht widerständig herausstellte, aber dessen Toleranz und Weltoffenheit hinter einer manchmal grantelnden Fassade sprichwörtlich wurde: Die „libertas bavariae“, die man durchaus auch mit „Leben und leben lassen“ übersetzen könnte, wird in diesem Museum spürbar sein.

Modernste Darstellungsformen etwa im 3D-Panorama an einem Ort wie Regensburg: Man darf gespannt sein!

Nur ein Jahr ist der Erste Weltkrieg alt, als sich am 1. August 1915 die Regensburger Stadtoberen und Bürgerschaft auf dem Rathausplatz zu einem besonderen Ereignis versammeln: Der feierlichen Aufstellung der Eisernen Ratisbona. Auf dem Rathausplatz ursprünglich in einem tempelartigen Rundbau untergebracht, ist die Eiserne Ratisbona eine über zweieinhalb Meter große Holzfigur, die die Stadt Regensburg personifiziert. In die Figur durfte jeder Bürger gegen eine Spende von 50 Pfennig oder eine Mark einen Nagel einschlagen. Spenden galt dabei als patriotische Pflicht, sollte das auf diese Weise gesammelte Geld doch den Kriegsverwundeten und –hinterbliebenen zugutekommen. Bald schon war Ratisbona über und über mit Nägeln übersät.

Nagelfiguren wie die Eiserne Ratisbona fanden im deutschsprachigen Raum während des Ersten Weltkriegs eine große Verbreitung. Mit ihnen sollte die „Heimatfront“ für den Krieg mobilisiert werden. In diesem Zusammenhang wird die Eiserne Ratisbona auch im Museum der Bayerischen Geschichte gezeigt.


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