13.05.2018, 11:30 Uhr

Kunstausstellung Kunst nach wahren Begebenheiten


„Based on True Events“ nennt der Slowakische Konzeptkünstler Roman Ondak seine Ausstellung, die am Freitag, 18. Mai, um 19 Uhr im Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg eröffnet.

REGENSBURG Ondak setzt sich hier mit den aktuellen gesellschaftlichen und politischen Unwägbarkeiten auseinander. „Nach wahren Begebenheiten“, verheißt der Titel der Schau, doch in unserer Welt der Fake News, alternativen und Post-Fakten ist dieses Versprechen verstörend geworden. Was ist denn wahr und wer bestimmt, was Wahrheit ist? Und welchen Abstand zur Realität umschreibt das Wort „nach“? Roman Ondaks Konzeptkunst stellte schon immer solch unbequeme Fragen, nun ist sie aktueller denn je.

In den Mittelpunkt der Präsentation in Regensburg stellt Ondak zwei bedeutende Werke der letzten Jahre. Mit „New Observations“ (1995/2018), die er erstmals zeigt, knüpft er an seinen documenta-Beitrag „Observations“ (1995/2011) an. Beides sind Serien von Fotografien, die er einem sechzig Jahre alten Lehrbuch menschlicher Kommunikation entnommen hat. Ihrem ursprünglichen Kontext entzogen entpuppen sich die Fotos und Bildunterschriften als pseudowissenschaftlich und ungewollt komisch. Die Rauminstallation „Signature“ (2014) zeigt die geschätzte Schreibmaschine aus Ondaks Kindertagen – zerlegt in fünfzig Einzeltteile. Der Künstler seziert seine Vergangenheit und fügt sie in neuer Form zusammen. Neben bekannten Arbeiten wie dem Film „Lucky Day“ (2006) zeigt die Ausstellung auch neue Meisterwerke wie „Perfect Society“ (2018) und „Planets I–X“ (2016–18).

Ausgehend von sehr persönlichen Eindrücken – Objekten wie Erlebnissen – erschafft Roman Ondak Arbeiten, die klug und zugleich universell verständlich und zugänglich sind. Für seine humanistischen Idealen verpflichtete, global gültige Kunst erhält er den Lovis-Corinth-Preis 2018. Die Ausstellung ist bis zum 9. September geöffnet.


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