09.04.2018, 13:35 Uhr

Psychokrimi im W1 Premiere von „Böse“ ein voller Erfolg

(Foto: Ovigo Theater)(Foto: Ovigo Theater)

Ein scheinbar alltägliches Büro. Drei Männer tippen und klicken auf ihren Rechnern und betreiben Smalltalk. Ihr Job scheint nicht besonders aufregend zu sein. Doch nach und nach wird klar: Die drei sind keine gelangweilten Informatiker, sondern kaltblütige Killer. Der Clou: Das Büro steht als Sinnbild für das Innenleben des Serienmörders Marco Friedrich. Der Zuschauer befindet sich im Kopf des Killers! Das ist die Ausgangslage für den Psychokrimi „Böse“, den das OVIGO Theater am vergangenen Wochenende auf die Bühne im W1 Regensburg gebracht hat.

REGENSBURG Das Innere des Mörders wird durch die Persönlichkeitsanteile A, B und C dargestellt. Während die Mordserie immer grausamer wird, stoßen A und B beim Ausführen der Aufträge/Morde ihres Chefs C an immer härtere Grenzen. Zeitgleich wird in einem Fernsehstudio über die Verbrechen berichtet. Als der völlig durchgedrehte Chef Marcos Jugendliebe ermorden möchte, rebelliert A und die scheinbaren Trennlinien zwischen Gut und Böse verwischen.

„Böse“ ist eine packende Mischung aus Drama, Krimi und Psychogramm, das Ovigos künstlerischer Leiter Florian Wein selbst geschrieben hat. Regie führt Theresa Weidhas. Das Ensemble besteht komplett aus Amateur-Schauspielern. Doch Weidhas schaffte es, beeindruckende darstellerische Leistungen herauszukitzeln. Schon bei der ausverkauften Premiere zeigten sich die Zuschauer begeistert und gaben langen Applaus. Es ist ein außergewöhnliches Stück, auf das man sich einlassen muss, damit es die gesamte Wirkung entfaltet. Doch auch nach dem Applaus werden Fragen bleiben. Über das Ende, über die Einordnung in „Gut“ und „Böse“ und über die Motive solcher Taten. Genau das, was das Ovigo Theater beabsichtigte. Das W1 Regensburg schenkte dem „Böse“-Team einen rundum gelungenen Start.


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