31.03.2018, 13:51 Uhr

Gastronomie Warum das Aus für das Museumscafé nach der Sanierung wohl gerechtfertigt ist


Das Café im Kreuzgang ist beliebter als die historische Schau – das ist aber nicht der Grund, warum die Verantwortlichen bei der Stadt wohl ein weiteres Mietverhältnis mit der Betreiberin nicht mehr anstreben.

REGENSBURG Wer am Samstag ins Historische Museum geht, der tut das selten, um Exponate aus der Römerzeit zu sehen. Auch Deutschlands älteste erhaltene Stadtgründungsurkunde, die das Castra Regina datiert, lassen viele Besucher links liegen. Vielmehr führt sie ihr Weg in das proppenvolle Museumscafé, in dem seit einigen Jahren eine gerade bei Hochzeitsgesellschaften sehr beliebte Gastronomie untergebracht ist. Und um die ist nun ein politischer Streit entbrannt. Denn eigentlich wollte die Stadt den Vertrag mit der Betreiberin nicht mehr verlängern. Das hat damit zu tun, dass das Historische Museum endlich umgebaut werden soll. Diese Entscheidung kommt ohnehin sehr spät: Denn die Sanierungsphase wird ausgerechnet in der Zeit stattfinden, in der das neue Museum der Bayerischen Geschichte, einen Steinwurf entfernt, bereits die Touristen anziehen wird. Eigentlich war man stets davon ausgegangen, dass das neue Bayern-Museum eine Art Museumsmeile etabliert, in der die Besucher einfach von Museum zu Museum wandern können. Das Regensburger Museum hat herausragende Exponate einer beeindruckenden Geschichte – allein: Das Haus darbt seit Jahren.

Nun lag die Vermutung nahe, dass die neue Leiterin des Museums, Dr. Doris Gerstl, schlicht mit der Betreiberin des Museumscafés nicht kann. Und die städtische Beamtin einen Schlussstrich zog und ihre unliebsame Untermieterin endlich entsorgen wollte. Klar, wenn man gerade an Wochenenden sieht, wie viele Besucher ins Café abbiegen, statt in die Ausstellung zu gehen, dann könnte man an eine gewisse Konkurrenzsituation denken.

Der Streit um das Café geht schon viel länger

Doch der Streit mit der Café-Betreiberin geht schon viel länger. Bei der geplanten Sanierung des Südostflügels im Museum wären erhebliche Teile des Cafés betroffen. Der Vertrag, das sagt ein hoher Rathaus-Beamter dieser Zeitung, sei ausgelaufen, eine Klausel besage, er verlängere sich automatisch um ein Jahr, wenn nichts Gegenteiliges vereinbart wäre. Daraus leitete die Betreiberin prompt einen unbefristeten Mietvertrag ab – das ist aber falsch, so die Stadt. Mehr noch: Offenbar gab es Gespräche mit hohen Rathaus-Beamten, um Brücken zu bauen. Die seien aber einseitig abgebrochen worden, schließlich habe die Betreiberin des Cafés schon damals mit rechtlichen Mitteln gedroht. Auch die Stummfilmwoche, die bislang in dem wunderschönen Kreuzgang des ehemaligen Minoritenklosters begangen wurde, sei heuer umgezogen, auch da habe die Chemie nicht mehr gestimmt, heißt es von der Stadt. Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer indes beteuert, es werde auch nach dem Umbau „wieder ein Museumscafé als Ort der Begegnung“ geben. Und um ehrlich zu sein. Die meisten Gäste kommen doch wegen des wunderbaren Kreuzgangs.