22.12.2017, 13:22 Uhr

Museumsvielfalt Kunst, Kultur und Geschichte für zwischen den Jahren

(Foto: Karl Schleinkofer)(Foto: Karl Schleinkofer)

Zwischen den Weihnachtsfeiern und dem neuen Jahr bieten die Museen der Stadt Cham ein interessantes und vielfältiges Programm an.

CHAM Das Museum „SPUR“ Cham ist im ehemaligen „Armenhaus“ der Stadt Cham, einem spätgotischen Gebäude, eingerichtet. Das südwestlich vor dem Biertor gelegene Haus zählt zu den ältesten noch erhaltenen Profanbauten der Stadt. Das Museum zeigt Malerei, Plastik und Arbeiten auf Papier der Gruppe „SPUR“, einer Künstlergruppe, die in den 1950er Jahren in München zusammenfand. Mit den vier Mitgliedern Heimrad Prem, Helmut Sturm, Lothar Fischer und HP Zimmer bestand die Gruppe „SPUR“ bis 1965. Das Museum „SPUR“ Cham zeigt derzeit bis einschließlich Sonntag, 7. Januar 2018, die Ausstellungen „Die Gruppe ‚SPUR‘ – Werke aus den Sammlungen des Kunstvereins Museum ‚SPUR‘ e.V., der Stadt Cham und des Landkreises Cham“ und die heimatgeschichtliche Ausstellung des Stadtarchivs Cham „Trenck in Cham – 275 Jahre“. Diese beschäftigt sich mit dem Freiherrn von der Trenck und seinen Panduren, die vor 275 Jahren die Bewohner Bayerns in Angst und Schrecken versetzten. Im Erdgeschoss des Armenhauses erinnern historische Abbildungen und erläuternde Texte an diese dramatischen Tage im September 1742. Außerdem erfahren die Besucher auch etwas über die Vorgeschichte des Konflikts, der dafür verantwortlich war, dass Oberst Trenck mit seinen Soldaten vor den Mauern der Stadt aufmarschierte. Das Museum „SPUR“ ist zum Jahreswechsel geöffnet am 26. und 27. Dezember und am 1., 3., 6. und 7. Januar jeweils von 14 bis 17 Uhr. Geschlossen ist am Heiligabend, Ersten Weihnachtstag und Silvester. Ab Dienstag, 8. Januar, ist dann Winterpause im Museum „SPUR“ bis Ostern. Der Eintritt im Museum ist frei.

Die Städtische Galerie Cordonhaus Cham präsentiert bis 21. Januar 2018 eine umfangreiche Auswahl an Zeichnungen von Hans Baschang und Karl Schleinkofer. 25 großformatige Kohlezeichnungen von Hans Baschang entstanden vorwiegend in den vergangenen zwei Jahren und stehen im Dialog mit 40 aktuellen Ölkreide- und Bleistiftzeichnungen von Karl Schleinkofer. Hans Baschang (*1937 in Karlsruhe – Juni 2017, München) war von 1995 - 2002 Professor an der Akademie der Bildenden Künste in München und seit 1997 Mitglied der Akademie der Schönen Künste in München.

Karl Schleinkofer (*1951 in Passau) studierte 1972 - 78 an der Akademie der Bildenden Künste München bei Prof. Hermann Kaspar und Prof. Hans Baschang. Seit 1998 hat er einen Lehrauftrag für zeichnerisches Gestalten und Malerei (seit 2006) an der Universität Passau inne. Er lebt und arbeitet in Passau. Er beherrscht die virtuose Setzung von Linien, die mit erkennbaren Anklängen zu Gegenständlichem, scheinbar selbstverständlich Materie und Raum durchdringen. Behutsam setzt Schleinkofer ein Geflecht aus Linien in rhythmischen Bewegungen übereinander und erarbeitet locker oder dicht gesetzte Strukturen, die der natürlichen Bewegung der Hand folgen. Seine Abstraktionen führen nicht ins Gegenstandslose, sondern schaffen einen tiefgründigen Kosmos poetischer Bildräume von äußerst empfindsamer Ausstrahlung.

Im zweiten Obergeschoss des Cordonhauses ist überdies die prähistorische Ausstellung „Aus grauer Vorzeit“ zur Vor- und Frühgeschichte von Cham und Umgebung zu sehen. Anhand von Verbreitungskarten, Fundkarten, Bodenfunden (Originale und Nachbildungen) und Erläuterungstexten zu den einzelnen Kulturstufen werden die Spuren erster menschlicher Begehung und Besiedlung der Cham-Further Senke aufgezeigt. Außerdem vermittelt die Ausstellung einen Einblick in die lokale Forschungsgeschichte. Das Cordonhaus hat von Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen von 14 bis 17 Uhr, donnerstags von 14 bis 19 Uhr geöffnet. Geschlossen hat es am Heiligabend, am Ersten Weihnachtstag und an Silvester. Der Eintritt ist kostenfrei.

Im ehemaligen Fernmeldeamt in der Sudetenstraße 2a zeigt das Rundfunk-Museum Cham die Entwicklungsgeschichte der Rundfunk- und Fernsehtechnik, der Ton- und Bildaufzeichnung und der Elektroakustik. Über 2.000 meist funktionstüchtige Exponate spannen einen zeitgeschichtlichen Bogen von den 1920er-Jahren bis zur Gegenwart. Tondokumente und Vorführungen der Geräte dürfen bei diesem Thema natürlich nicht fehlen. Das Rundfunkmuseum besteht aus mehreren thematischen Abteilungen: die 1920er-Jahre – Beginn des Rundfunks; die 1930er-Jahre – Blütezeit des Rundfunks; Volksempfänger; die Nachkriegsjahre mit Notempfängern, Selbstbaugeräten, Elpha- und Eskafon Geräten; die 1950er – 1960er-Jahre mit Musiktruhen, Radios, Plattenspielern, Kofferradios, und Cassettengeräten; eine Abteilung mit Mikrofonen und Elektroakustik; Tonband- und Hifi-Geräte; ein Fernsehraum mit Studio-Kameratechnik, Studio-Bildaufzeichnung, Blue Screen-Anlage sowie einem Projektions-TV der 1950er Jahre; ein Labor mit Messgeräten aus der Zeit ab 1895. Auch Geräte aus dem Bereich Amateurfunk sind zu sehen, der Physikraum mit Demonstrationen, Vorführungen, Experimenten und Lehrmitteln kann besucht werden. Der Mittelwellensender Nautel 801 kHz, der letzte Mittelwellensender des Bayerischen Rundfunks ist in Betrieb. Schließlich lädt das Café Nostalgie, ein Jugendstil-Café mit Einrichtung aus der Zeit um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert zu einem Aufenthalt ein. Auf Wandtafeln wie „Das große Abenteuer Rundfunk“ werden den Besuchern Informationen und Emotionen rund um den Rundfunk nahegebracht. Am Dreikönigstag, Samstag, 6. Januar 2018, gibt es ab 14 Uhr eine Führung durch das gesamte Haus, zu der man sich unter der Telefonnummer 09971 / 3107015 anmelden kann.

Das Museum der Büchsenmacherfamilie Kuchenreuter in Cham zeigt Feuerwaffen für Jagd und Sport, die seit 1640 in Handarbeit produziert werden. Das Museum ist für Gruppen ab 10 Personen nach Vereinbarung unter der Telefonnummer 09971/ 1506.


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