27.11.2017, 16:38 Uhr

Kultur Arbeitsgemeinschaft Historische Städte tagte in Regensburg – viele Herausforderungen

Neue Projekte und Planungen in einer lebendigen historischen Stadt. (Foto: Stadt Regensburg, Peter Ferstl)Neue Projekte und Planungen in einer lebendigen historischen Stadt. (Foto: Stadt Regensburg, Peter Ferstl)

Die Herausforderungen, die mit dem Planen und Bauen in einer historischen Stadt verbunden sind, standen im Mittelpunkt der Herbsttagung der Arbeitsgemeinschaft Historische Städte am 23. und 24. November in Regensburg.

REGENSBURG Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Planungs- und Baureferentin Christine Schimpfermann und die Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Joanna Glogau begrüßten dazu Bürgermeister, Baudezernenten und Planer aus Bamberg, Görlitz, Lübeck, Meißen und Stralsund im Neuen Rathaus. Um sich ein Bild von den planerischen Herausforderungen vor Ort machen und sich dazu beraten zu können, trifft sich die Arbeitsgemeinschaft wechselweise in allen Mitgliedsstädten. Die Arbeitssitzung in Regensburg war die dritte in diesem Jahr.

Mit dem Tagungsprogramm wurde ein weiter Bogen gespannt von der Römerzeit mit der Porta Praetoria, über das Archiv des St. Katharinenspitals, in dem seit dem 13. Jahrhundert Urkunden, Chroniken und Rechnungsbücher aufbewahrt werden, den Neubau der Synagoge bis hin zum kulturellen Großprojekt des Museums der Bayerischen Geschichte und den damit verbundenen Bauaufgaben rund um den Donaumarkt. Nach einführenden Vorträgen zum Donaumarkt, dem aktuellen Stand bei der Sanierung des Österreicher Stadels sowie zur Neuen Synagoge verschafften sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer während der Ortsbesichtigungen einen eigenen Eindruck. Der Rundgang am ersten Sitzungstag führte über den Donaumarkt und die Neue Synagoge weiter über die Baustelle der zentralen Fußgängerzone zur Porta Praetoria, einem Sanierungsobjekt in der Alten Manggasse und zum St. Katharinenspitalarchiv.

Beteiligungsprozess „Stadtraum gemeinsam gestalten“

Die Informationen zu den Ideenwerkstätten und dem aktuellen Beteiligungsprozess der Regensburgerinnen und Regensburger zum RKK, ZOB und zu einem höherwertigen System zum öffentlichen Personennahverkehr fanden besonders großes Interesse bei den Kolleginnen und Kollegen aus den Mitgliedsstädten. Die Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Bausenatorin Glogau bestätigte den Organisatoren der Tagung „ein gutes Händchen bei der Auswahl der besichtigten Projekte“. Bei herrlichem Wetter hat sich die Stadt Regensburg als sehr schöne Gastgeberin präsentiert.

Sie zeigte sich sehr beeindruckt von der Qualität und auch der sehr zügigen Durchführung des Verfahrens innerhalb eines knappen Jahres beim Planungs- und Beteiligungsprozess zum ZOB und RKK. Der Input zum Thema Bürgerbeteiligung und Lösungen für die Mobilität n den historischen Städten sei für alle Beteiligten wichtig, da diese Prozesse auch dort anstehen.

Bauherrenpreis 2018

Seit 1998 lobt die Arbeitsgemeinschaft Historische Städte alle vier Jahre einen Preis für Bauherren aus. Er soll im Bereich Sanierung oder Neubau die Möglichkeiten zur Weiterentwicklung und Belebung historischer Stadtkerne aufzeigen und gelungene Maßnahmen honorieren und öffentlich machen. Die Auslobung für den Bauherrenpreis 2018 wird im kommenden Frühjahr bekannt gemacht werden.

Bauhausjahr 2019

Anlässlich des Bauhausjahres 2019 bereitet die Arbeitsgemeinschaft die Herausgabe eines Kalenders vor, der Bauwerke im Bauhaus-Stil bzw. aus dieser Epoche in den Partnerstädten vorstellt. Einmal mehr wurde deutlich, was die langjährige Zusammenarbeit in dieser Konstellation mit sechs Städten zugrunde liegt: offene und durchaus auch fachlich kontroverse Diskussionen zu Themen, die alle Teilnehmer aus ihrer eigenen Praxis kennen und das Profitieren von den Erfahrungen der anderen.

Die nächste Arbeitssitzung der Arbeitsgemeinschaft Historische Städte findet im Frühjahr 2018 in Görlitz statt.

Arbeitsgemeinschaft Historische Städte

Seit 1991 besteht die „Arbeitsgemeinschaft Historische Städte“ in ihrer jetzigen Zusammensetzung mit den Städten Bamberg, Görlitz, Lübeck, Meißen, Regensburg und Stralsund.

Die 1973 gegründete „Arbeitsgemeinschaft Bamberg-Lübeck-Regensburg“ hatte sich nach der Wiedervereinigung entschlossen, drei Städte aus den neuen Bundesländern zur Mitarbeit einzuladen. Das über einen allgemeinen Erfahrungsaustausch hinausgehende gemeinsame Interesse und Engagement zur Erhaltung und Weiterentwicklung ihrer Altstädte verbindet alle sechs Städte.

Die Sanierung und Revitalisierung der historischen Städte mit der Entwicklung von Einzelhandels- und Zentrenkonzepten, das aktuelle und zukünftig notwendige Planungsinstrumentarium, die Finanzierung und die Umsetzung der Städtebauförderung sind nur ein kleiner Ausschnitt aus der breiten Themenpalette.

Bis Sommer 2019 liegt die Geschäftsführung der Arbeitsgemeinschaft bei der Hansestadt Lübeck, die sie im Juni 2017 von der Stadt Bamberg übernommen hat.


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