28.09.2018, 11:17 Uhr

Anerkennung für „selbstlosen Einsatz“ Pflegemedaille für Irmengard Straubinger

Johanna Leipold (v. li.), Stefan Weindl, Irmengard Straubinger, Michael Fahmüller und Reserl Sem. (Foto: Landratsamt Rottal-Inn)Johanna Leipold (v. li.), Stefan Weindl, Irmengard Straubinger, Michael Fahmüller und Reserl Sem. (Foto: Landratsamt Rottal-Inn)

Dass Schicksalsschläge einen nicht unterkriegen müssen und man sogar in Situationen, in denen man selbst hilflos ist, Hilfe geben kann, hat Irmengard Straubinger bewiesen. Dafür wurde sie jetzt mit der Pflegemedaille ausgezeichnet.

POSTMÜNSTER Vor 34 Jahren hat Irmengard in den Postmünsterer Hof ihres Mannes, dessen Schwester von Geburt an schwer körperlich behindert ist und 100 Prozent Pflege benötigt, eingeheiratet. Nachdem ihre Schwiegermutter im Jahr 2006 nach einer schweren Darmoperation selbst zum Pflegefall wurde, verstand sie es als selbstverständliche Aufgabe, die beiden zu betreuen und ihnen somit ein Leben zuhause zu ermöglichen. Ihr großer Vorteil sei es gewesen, so Irmengard Straubinger, dass sie hineinwachsen konnte. Bis zum Ableben der Schwiegermutter im Jahr 2016 war Irmengard Straubinger nicht „nur“ für zwei Pflegefälle zuständig, sondern musste sich, insbesondere nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 2005, auch um ihre drei Söhne und den Erhalt des Hofes kümmern.

Als wäre dies nicht genug gewesen, kam mit dem Verlust eines Sohnes infolge eines tragischen Unfalls im Jahr 2015 ein weiterer Schicksalsschlag auf Irmengard Straubinger zu.

Doch ihr ging es, verglichen mit anderen, immer noch gut, so die bemerkenswerte Frau, die sich besonders über die Besuche ihrer anderen Schwägerin Marille sehr freut, denn „von ursprünglich acht Personen seien ja nur noch zwei im Hause.“

In Würdigung und Anerkennung für diesen selbstlosen Einsatz überreichte ihr nun Landrat Michael Fahmüller die Pflegemedaille für besondere Verdienste um pflegebedürftige Menschen. Ebenfalls anwesend waren bei der Verleihung im Landratsamt Rottal-Inn MdL Reserl Sem, Postmünsters Bürgermeister Stefan Weindl und Eggenfeldens 3. Bürgermeisterin Johanna Leipold, die allesamt von Irmengard Straubinger, welche in Begleitung von Marille kam, beeindruckt waren.

Reserl Sem bezeichnete die Ausgezeichnete als „Mutmacher, sich nicht hängen zu lassen“ und meinte, „wenn es einen selbst trifft, sieht es oft anders aus.“ Von einer „einzigarten Persönlichkeit“ sprach auch Bürgermeister Stefan Weindl, der zudem der Nachbar von Irmengard ist und anbot: „Wenn’s brennt, kommst.“ Genau dieser menschliche Austausch sei das Allerwichtigste, so Landrat Fahmüller. Nur dank Irmengard Straubinger sei für die Schwägerin ein „Daheimbleiben“ möglich und genau das ist „eine unbezahlbare Leistung, die sich jeder wünscht.“


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