02.07.2018, 09:33 Uhr

Eindrucksvolle Naturbilder Ausstellung „Tatort Garten – Ödnis oder Oase“ ist eröffnet


Unter Beteiligung vieler Ehrengäste ist nun im Simbacher Heimatmuseum die Foto-Ausstellung „Tatort Garten – Ödnis oder Oase“ eröffnet worden.

SIMBACH Die Ausstellung zeigt viele Bilder, die Negativbeispiele mit tristem Kies, leblosen Vorplätzen, Betonwänden und blütenlosem Einheitsgrün darstellen. Sie zeigt aber auch hoffnungsvolle Bilder, auf denen zu sehen ist, wie die Natur sich im kleinsten Winkel entfaltet, wenn man sie nur lässt.

Zahlreiche interessante Exponate des Bienenzuchtvereins Simbach erläutern dazu den unschätzbaren Wert der Bienen. Und eine liebevoll vom Obst- und Gartenbauverein gestaltete, kleine Wildblumen-Fläche mit Erläuterungen ergänzt den optischen Eindruck der Ausstellung auf hervorragende Weise.

Neben dem Bund Naturschutz (BN) sind Mitveranstalter der Simbacher Obst- und Gartenbauverein, der Bienenzuchtverein Simbach und die Stadt Simbach. Ihnen allen und ihren Mitarbeitern dankte bei der Eröffnungs-Veranstaltung im bis auf den allerletzten Platz gefüllten Heimatmuseum in seinen einleitenden Worten der BN-Kreisvorsitzende Matthias Schmöller, der als Ehrengäste die Museumsleiterin Franziska Rettenbacher, Prälat Alois Messerer, den Fördervereins-Vorsitzenden Richard Findl, Christa Kick als Dritte Bürgermeisterin, Brigitte Schwarzbauer von der Stadtverwaltung, die Mit-Veranstalter sowie zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens, von Schulen und aus der Politik begrüßte. Schmöller: „Mit einem Garten, in dem vielfältiges Grün vorherrscht, kann man viel für die so wichtigen Insekten, aber auch für den Menschen tun. Dafür gibt die Ausstellung viele Anregungen.“

Dritte Bürgermeisterin Christa Kick erwähnte in ihrem Grußwort, was passiert, wenn es kein Obst oder Gemüse mehr gäbe – in einer Welt ohne Insekten. „In Deutschland ist die Bestäubungsleistung von Insekten pro Jahr 2 - 4 Milliarden Euro wert“, so Christa Kick, und weiter: „Monokulturen, Neonicotinoide und der hohe Versiegelungs-Flächenfraß durch den Menschen sind große Gefahren für den Naturhaushalt. Und jeder von uns sollte, wenn auch nur in seinem Garten, etwas dafür tun, dass es den Kleinlebewesen und den Insekten wieder besser geht. Es liegt an uns, die Anregungen, die in der Ausstellung gegeben werden, auch in die Tat umzusetzen.“

Ausführlich erläuterte dann Heini Inkoferer, der Mitgestalter und Fotograf der Ausstellung, der beim Bund Naturschutz in Landshut aktiv ist, was es mit den Exponaten auf sich hat: „Die Bilder zeigen deutlich, dass Natur- und Umweltschutz in unserer Heimat, und auch in den Gärten, passieren muss. Eigentlich ist unsere Umwelt eine Mitwelt, denn wir sind mittendrin, und wir müssen diese Welt so gestalten, dass sie uns gut tut.“ Er kritisierte trostlose Betonplatten, Zier-Kies aus China und hässliche Gabionen-Wände, die übrigens eindrucksvoll als große Bildwand gleich beim Eingang der Ausstellung den Besucher stutzig werden lassen. „Was gibt es Schöneres als das Summen der Bienen oder das Licht der Glühwürmchen“, so Inkoferer, „holen Sie so etwas doch einmal aus einem Granitstein heraus“ brachte er die Grundidee der Ausstellung auf den Punkt. „Ich weiß nicht, warum die Menschen das auch mit sich selbst geschehen lassen“, schloss Heini Inkoferer sein Grußwort, verbunden mit dem Wunsch um einen großen Besucher-Zuspruch. Er erläuterte noch, dass diese Ausstellung als Wanderausstellung konzipiert sei, dass sie auch bis ins Jahr 2019 schon in vielen Landkreisen ausgebucht wäre und dass allein in Landshut in kurzer Zeit rund 2.000 Besucher die Bilder gesehen hätten.

Für die Ortsgruppe des BN freute sich Vorsitzende Marianne Watzenberger, dass man nun bereits zum vierten Mal im Heimatmuseum zu Gast sein dürfe und dass man bei Franziska Rettenbacher und Richard Findl Unterstützung bekomme. Sie dankte allen Beteiligten, besonders dem Obst- und Gartenbauverein, dem Bienenzuchtverein und der Stadt Simbach für die wertvolle Mithilfe. Sie wies noch auf das umfangreiche Begleitprogramm hin, darunter am 3. Juli um 14.30 Uhr die Senioren-Führung, am 11. Juli um 19:30 Uhr der Vortrag „Mein Garten, ein Bienenparadies“, am 7. und 21. Juli die Besichtigung der Staudengärtnerei Klose-Dichtl und auf das Sommerprogramm der Stadt mit einer Führung durch die Ausstellung und einer Gartenbesichtigung am Samstag, 28. Juli. Mit den Worten „Ein Garten ist Entspannung, Glück und Zufriedenheit“ schloss Marianne Watzenberger ihren Gruß.

Franziska Rettenbacher freute sich abschließend mit eindrucksvollen Worten: „Bei dieser Ausstellung geht mir das Herz auf – unsere Zeit hat diese Ausstellung nötig. Und ich bin froh, dass wir immer wieder Macher finden, die eine interessante Ausstellung einrichten. Ich danke allen Beteiligten und habe die Bitte: Machen Sie viele Menschen auf unsere Ausstellung aufmerksam.“

Einen ganz besonderen Akzent hatte die Ausstellungs-Eröffnung übrigens durch den Künstler und das Museums-Fördervereins-Mitglied Ewald Orsan erhalten, der zwischen den einzelnen Grußworten mehrere humorvolle, aber auch nachdenklich machende Gedichte und das Thema aufgreifende Lyrik-Stellen zitierte, darunter Wilhelm Busch, Robert Erbertseder oder Heinz Ehrhardt. Begeisterter Beifall dankte dem Rezitator für diese Auflockerung zwischen den Reden.

Zum Abschluss gab es noch kleine Imbisshäppchen und Getränke, sodass die Besucher in angenehmer Atmosphäre die Ausstellung betrachten und manchen Diskussionsstoff austauschen konnten.


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