06.03.2018, 20:07 Uhr

Hohe Auszeichnung Verdienstmedaille für Feuerwehrkommandant Markus Pilger


Pilger erhielt für seine zwölfjährige Arbeit als Kommandant die Auszeichnung von Bürgermeister Klaus Schmid überreicht.

SIMBACH AM INN Bei der Dienst- und Jahreshauptversammlung der freiwilligen Feuerwehr Simbach im Lokschuppen standen Wahlen an. Im sechsjährigen Rhythmus werden die Kommandanten und die Vorstandschaft des Feuerwehrvereins gewählt.

Die Wahlen brachten folgendes Ergebnis: Neuer Simbacher Feuerwehrkommandant wurde Michael Jetzlsperger, zum Stellvertreter wurde Felix Menzinger und zum zweiten Stellvertreter Markus Hainthaler gewählt.

Der Simbacher Stadtrat hatte erst kürzlich in der Januar-Sitzung den Weg für einen weiteren Stellvertreter freigemacht, so konnte zum ersten Mal in der Simbacher Feuerwehrgeschichte ein zweiter Stellvertreter gewählt werden, was zugleich auch als Novum bei den Feuerwehren auf Landkreisebene galt.

Die rechtlichen Voraussetzungen hierzu sind im bayerischen Feuerwehrgesetz geregelt, das seit 1. Juli 2017 auch zwei Stellvertreter vorsieht. Die Dienstzeit des neuen Kommdanten und seines Stellvertreters beginnt am 1. Juli.

Änderungen gab es auch im Feuerwehrverein. Während Vorsitzender Martin Schwarz wieder gewählt wurde übernimmt Stefan Huber das Amt des Stellvertreters. Neuer Kasserwart wird Martin Frei und neuer Schriftführer Markus Hipf.

Als Vertrauensmann für die passiven Mitglieder wurde Siegfried Huber und für die aktiven Mitglieder Fabian Lehner gewählt. Wieder im Amt bestätigt wurden die beiden Kassenprüfer Klaus Schwarz und Josef Spielbauer. Neben den Wahlen standen auch noch Ehrungen und Beförderungen auf der Tagesordnung.

Über eine besondere Ehrungen konnten sich Joachim Kiehl und Christoph Lehner durch den Freistaat Bayern freuen. Beide wurden für 25-jährige aktive Dienstzeit durch stv. Landrat Kurt Vallée mit den silbernen Feuerwehrehrenzeichen ausgezeichnet. Martin Blöchl wurde für zehnjährige aktive Dienstzeit geehrt.

Ehrungen gab es auch für langjährige Mitgliedschaften im Feuerwehrverein. Hier wurden Josef Ehrenböck für 50 Jahre und Johann Mühlböck sen. für 60 Jahre Treue zum Verein geehrt. Zudem gab es auch Ernennungen und Beförderungen. Zum Feuerwehrmann wurden Mike Alid, Christian Perez und Markus Meier ernannt.

Tamara Huber, Sunrah Osterholzer, Micheal Spielbauer und Cornelia Meier konnten sich über eine Beförderung zum Oberfeuerwehrmann freuen. Fabian Lehner erhielt die Beförderung zum Löschmeister und Michael Jetzlsperger, Felix Menzinger und Markus Hainthaler wurden zu Hauptlöschmeistern befördert.

Über den Wechsel von der Kinderfeuerwehr in die Jugendfeuerwehr konnten sich Patrick Schwarz, Dominik Schachinger, Benjamin Gilg und Dominik Gilg freuen. Bei der Abnahme der Jugendflamme für die erste Stufe waren Patrick Schwarz, Dominik Schachinger, Benjamin Gilg und Dominik Gilg erfolgreich. Die zweite Stufe absolvierten Daniel Loher, Luca Hipf und Christoph Schwarz.

Bereits zuvor errinnerte Kommandant Markus Pilger in seinem Bericht an das abgelaufene Jahr. So gab es im vergangenen Jahr 196 Einsätze, was laut Pilger im Vergleich zu den Vorjahren erneut einen Anstieg bedeutete. Sieben Menschen wurden dabei aus lebensbedrohlichen Situationen gerettet.

Nicht unerwähnt blieb die Hochwasserkatastrophe aus dem Jahr 2016, die dem Kommandanten immer noch viel Arbeit abverlangte. So ging es für Pilger nicht nur um Fachtagungen und Arbeitsgruppen zum Thema Hochwasser, sondern auch um das neue Sirenenvorwarnsystem für die Stadt und um die Teilnahme am Conrad-Dietrich-Magirus-Award. Hier belegete die Simbacher Feuerwehr zusammen mit den Kollegen aus Bad Aibling den zweiten Platz.

Als besondere Herausforderung bezeichnete der Kommandant, dass man versuchen müsse auch in Zukunft eine solide Personaldecke zu gewährleisten. „Ernüchternd war in diesem Zusammenhang die Resonaz der Simbacher Industrie- und Gewerbebetriebe auf die Einladung einer Informationsveranstaltung“, bedauerte Pilger und ergänzt, „dadurch wird es schwierig eine schlagkräftige Feuerwehr rund um die Uhr vorzuhalten, wenn nicht die Bereitschaft besteht, seine Mitarbeiter im Bereich ‚Feuerwehr‘ zu unterstützen, da sich nur mit gemeinsamen Anstrengungen die ehrenamtliche Einsatzbereitschaft aufrechterhalten lässt.“

Sein Dank galt zum Schluss allen Verantwortlichen der Stadt, den Blaulichtorganisationen und Nachbarfeuerwehren für die gute Zusammenarbeit. Gedankt wurde auch den Aktiven mit ihren Familien.

Im Bericht des Jugendwarts ging Fabian Lehner auf die vielen Aktivitäten bei der Jugendfeuerwehr ein. Neben der Christbaumaktion und einem Besuch bei der integrierten Leitstelle (ILS) in Passau standen auch zahlreiche Leistungsbewerbe und Tests aus dem Programm.

Vier Mitglieder konnten aus der Kinderfeuerwehr in die Jugendfeuerwehr übernommen werden, was den Jugendwart besonders freute. Bereits zuvor trug Atemschutzleiter Michael Jetzlsperger seinen Bericht vor.

Vorsitzender Martin Schwarz ließ die Begebenheiten beim Feuerwehrverein Revue passieren. „Nach den extremen Ereignissen aus dem Jahr 2016 war das vergangene Jahr wieder ganz anders geprägt, allerdings keineswegs langweilig“, betonte der Vorsitzende. So durfte eine 25-köpfige Gruppe aus Simbach mit Einsatzkräften der Feuerwehr, des THWs und des BRKs ein unbeschwertes Wochenende in Wall am Tegernsee verbringen. Geldspenden von Bürgern des Ortes und regionaler Firmen hatten den Besuch finanziert.

Laut Schwarz war ein weiteres Highlight der Besuch des Feuerwehrfestes der Braunauer Partnerstadt Lavarone, die ihr 70-jähriges Bestehen feiern konnten. Nicht unerwähnt blieb das Helferfest anlässlich des 150-jährigen Grundungsfestes der beiden Feuerwehren aus Simbach und Braunau, das aufgrund der Flutkatastrophe erst im vergangenen August stattfinden konnte.

Freuen konnte sich die Simbacher Feuerwehr auch über den Aenus-Preis, der in Schärding auf Initiative der Werbeagentur INNBLICK verliehen wurde. Hierbei ging es um grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Organisationen während der Hochwasserkatastrophe.

Laut Schwarz gibt es nun auch wieder eine eigene Homepage der Feuerwehr, die nun neu aufgebaut und auf den neuesten Stand gebracht wurde. Nach mehreren Hackerangriffen stand sie nicht mehr zur Verfügung. Unter www.feuerwehr-simbach.de gibt es nun Aktuelles rund um die Feuerwehr.

Über die derzeitige Finanzlage bei der Feuerwehr informierte Kassier Michael Jetzlspeger, der alle Einnahmen und Ausgaben des Feuerwehrvereins detailliert auflistete. Geprüft wurde die Kasse von Klaus Schwarz und Michael Spielbauer, die Jetzlsperger eine einwandfreie Kassenbuchführung bescheinigten.

Bereits zuvor ging Kinderfeuerwehrleiterin Sunrah Osterholzer auf die vielen Unternehmungen der Kinder ein. Insgesamt fanden 37 Gruppenstunden für die neun bis zwölfjährigen Teilnehmer statt.

Viele Zahlen lieferte Schriftführerin Tamara Huber. So gibt es im Augenblick 164 Mitglieder bei der Simbacher Feuerwehr. In dieser Zahl sind 64 aktive, 49 passive und 36 fördernde Mitglieder enthalten. Zudem gibt es fünf Ehrenmitglieder in der Wehr.

Beeindruckend sind auch die geleisteten Stunden. Laut Huber wurden bei 196 Einsätzen 1.518 Stunden geleistet. Rechnet man alle geleisteten Stunden wie Übungen, Wartung und Pflege sowie Lehrgänge und Seminare zusammen, kommt man auf stolze 10.460 Gesamtstunden. Der arbeitsintensivste Monat auf die Einsätz bezogen war der August.

Bürgermeister und Dienstherr Klaus Schmid lobte in seinem Grußwort das tatkräftige Engagement der Feuerwehrkameraden, wenn es darum ging in Not geratene Menschen zu retten. Persönliche Worte richtete er am Ende der Dienstversammlung an den scheidenden Kommandanten Markus Pilger: „Für die sicher nicht immer einfachen zwölf Jahre, die du als Kommandant hinter dich gebracht hast, gebührt dir Dank und eine große Ehre.

Es freut mich daher sehr, wenn ich dir nun die Verdienstmedaille der Stadt Simbach überreichen darf.“ Einstimmig hatte sich kürzlich der Stadtrat für die Verleihung ausgesprochen, die nun von Bürgermeister Klaus Schmid vollzogen wurde.

Sichtlich gerührt von der Ehrung zeigte sich Pilger bescheiden und unterstrich die Leistung seiner Kameraden: „Die außerordentlichen Verdienste kann man nur mit einer Mannschaften erreichen, die hinter einem steht. Denn eigentlich müsste nicht ich die Medaille bekommen, sondern die Führungkräfte und die gesamte Mannschaft. Wenn ich diese Auszeichung trage, dann tue ich es für euch und nicht nur für mich, denn alles ging nur gemeinsam.“

Stellvertretender Landrat Kurz Vallée gratulierte den drei neu gewählten Kommandanten und der neuen Vorstandschaft. Er dankte den Mitgliedern im Namen des Landkreis für das Opfer, das sie an Freizeit und ehrenamtlicher Tätigkeit erbringen. Nicht unerwähnt ließ er die Familien der aktiven Feuerwehrler, da sie oft bei ihren Einsätzen Ehefrauen und Partnerinnen im Ungewissen zurücklassen.

„Es ist nicht nur die nervliche Anstrengung, man weiß ja nicht genau, wann und wie man nach den nicht immer einfachen Einsätzen zurückkommt“, so Vallée.

Kreisbrandrat René Lippeck bezeichnete die Wahl eines dritten Kommandanten als Premiere bei den Feuerwehren im Landkreis Rottal-Inn.

„Ich wünsche den heute Gewählten in den neuen Aufgaben eine erfolgreiches Handeln, eine gute Zusammenarbeit mit der Kreisbrandinspektion und dem Feuerwehrverband sowie den Feuerwehren von drent und herent.“  

Informationen gab es von seiner Seite über den Unwettersturm am 18. August vergangenen Jahres im Landkreis. Laut Lippeck mussten 400 Feuerwehreinsätz abgearbeitet werden. Demnach gingen bei der integrierten Leitstelle (ILS) 64 Notrufe gleichzeitig in einer Leitung ein und 1 700 Notruf in den ersten Stunden.

Nach seinen Ausführungen hatte er aber noch eine Überraschung parat, die erneut Markus Pilger betraf. Im Namen des Bezirksfeuerwehrverbandes Niederbayern erhielt Pilger in Würdigung seiner herausragenden Verdienste um das Feuerwehrwesen das niederbayerische Feuerwehrehrenkreuz in Silber verliehen.

Lippeck erinnerte an zahlreiche Neuanschaffungen von Gerätschaften und an den Neubau der Feuerwehrgerätehauses, die in die zwölfjährige Amtszeit von Pilger fielen. Zudem erinnert er an die Hochwasserkatastrophe 2016, als Pilger als Feuerwehreinsatzleiter die Rettungsmaßnahmen mitorganistierte. Er bezeichnete Pilger als verbindlich in der Sache, sehr gewissenhaft und immer korrekt.

Pfarrer Dr. Franz Haringer dankte in seinem Grußwort auch im Namen seines evangelischen Kollegen Pfarrer Viktor Meißner den Feuermitgliedern für ihren Einsatz: „Es ist schön zu sehen, dass sich so viele einsetzen für den Zusammenhalt, für die Sicherheit und für die Gesellschaft in unserer Stadt.“

Lob gab es auch für die Jugendarbeit und den Zusammenhalt der Generationen bei der Feuerwehr, die schon auf eine lange Tätigkeit zurückblicken können, ergänzte Haringer. Als Highlight und vorweihnachtliche Einstimmung bezeichnete Haringer die Friedenslichtübergabe in der voll besetzten Kirche mit jungen Leuten.

Erster Polizeihauptkommissar Stephan Goblirsch ging in seinen Grußworten auf die zunehmende Gewalt gegen Einsatzkräfte ein, der man entschieden entgegentreten muss. Nach seinen Worten müsse auch die Politik von rechtlicher Seite her die Sache auf solide Beine stellen, damit der Gewalt bereits auf unterster Schwelle entgegengetreten wird.

Leider zieht sich die Gewalt bei Einsatzkräften schon seit vielen Jahren durch die Reihen der Polizei, allerdings kann man Gewalt gegen Feuerwehr- und BRK-Helfer nicht einfach so stehen lassen, mahnte Goblirsch. Rückblickend bescheinigte Goblirsch Pilger ein hohes Maß an fachlicher und sozialer Kompetenz, die mit einer intensiveren Vernetzung zwischen Polizei und Feuerwehr einherging.

Knackig und kurz brachte es Braunaus Feuerwehrkommandant Klaus Litzlbauer als letzter Grußwortredner auf den Punkt. „Ihr nehmt immer mehr Sachen von uns an, das freut mich“, schmuzelte Litzlbauer, der dabei auf den zweiten Stellverteter anspielte, den es auch bei der Braunauer Wehr gibt.

Auch er hatte eine Überraschung im Gepäck. Für die zahlreichen grenzüberschreitenden Einsätze überreichte Litzlbauer im Namen des Feuerwehrbezirkskommandos Braunau Pilger die Feuerwehrverdienstmedaille in Bronze.


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