07.07.2018, 21:02 Uhr

Für sein europäisches Engagement Verein „Gemeinsam leben & lernen in Europa“ erhält Bürgerpreis des Bayerischen Landtags

Der Verein „Gemeinsam leben & lernen in Europa“ hat den Bürgerpreis des Bayerischen Landtags für sein europäisches Engagement erhalten. (Foto: Archiv Bayerischer Landtag)Der Verein „Gemeinsam leben & lernen in Europa“ hat den Bürgerpreis des Bayerischen Landtags für sein europäisches Engagement erhalten. (Foto: Archiv Bayerischer Landtag)

„Das Trauerspiel der Nationalmannschaft hat gezeigt, was passiert, wenn ein Team nicht zusammen und aufeinander abgestimmt spielt – es verliert trotz aller großartigen Talente und Fähigkeiten jedes Einzelnen,“ erklärte Perdita Wingerter, Gründerin und Geschäftsführerin des Vereins „Gemeinsam leben & lernen in Europa“ bei der Preisverleihung im Bayerischen Landtag.

PASSAU „Und genau so steht es im Moment um Europa. Wir als Verein zeigen im Kleinen wie es funktionieren kann: Bei uns engagieren sich Menschen unterschiedlicher Herkunft, Altersgruppen und Hintergründe, damit das Miteinander in unserer Gesellschaft, aber auch in Europa besser funktioniert. Und was wir können, könnten die Verantwortlichen in ganz Europa sicher auch!“

Der gemeinnützige Verein war am 28. Juni für sein europäisches Engagement vom Bayerischen Landtag mit dem 3. Platz des diesjährigen Bürgerpreises ausgezeichnet worden. Der Landtagsabgeordnete Bernhard Roos und der Regierungspräsident von Niederbayern, Rainer Haselbeck, hatten den Verein für den Preis vorgeschlagen und waren auch bei der Verleihung anwesend. Eine Jury unter Vorsitz der Landtagspräsidentin Barbara Stamm hatte aus mehr als 100 Bewerbern zum Leitthema „Bayern leben Europa“ fünf ausgewählt und zudem eine weitere Bewerbung besonders gewürdigt. „Die zahlreichen Bewerbungen sind ein Beleg dafür, dass sich viele Menschen in Bayern dafür einsetzen, auf die enormen Vorzüge und herausragenden Errungenschaften unseres geeinten Kontinents aufmerksam zu machen. Europa ist ein großartiges Werk des Friedens, der gemeinsamen Werte und der wirtschaftlichen Stabilität, das es zu erhalten und zu stärken gilt.“

Der Landtag stellte dem Verein einen Bus zur Verfügung, damit so viele Ehrenamtliche wie möglich bei der Preisverleihung dabei sein konnten. Die 20 Teilnehmer spiegelten die Vielfalt des Vereins wieder: Ehrenamtliche im Alter von 18 bis 72 Jahren, mit Menschen aus Niederbayern, ganz Deutschland, den Niederlanden, der Türkei, Finnland, Zypern, Österreich, Rumänien und Syrien. Sie alle engagieren sich als ehrenamtliche Sprachpaten, Organisatoren von interkulturellen Veranstaltungen, Workshops oder dem internationalen Frauentreff, in der Geschäftsstelle oder im Vorstand.

Nach einer informativen Führung durch den Bayerischen Landtag und einer Sitzprobe im Plenarsaal gab es ein leckeres Brunch-Buffet für alle Preisträger. Bei der anschließenden Preisverleihung im Senatssaal war die Atmosphäre energiegeladen: Positive, pro-europäische Stimmung erfüllte den Saal. Der Landtag hatte Ehrenamtliche verschiedenster Altersgruppen zusammengebracht, die alle eins gemeinsam haben: Begeisterung, Wertschätzung und Kampfgeist für die wertvolle Einheit der Europäischen Union. Allen Beteiligten war klar: Der europäische Dialog ist wichtiger denn je. Heute, in Anbetracht der aktuellen Herausforderungen, sind nationale Alleingänge keine Option. Die Vergabe des Bürgerpreises motiviert und unterstützt die Einwohner Bayerns, auch in Zukunft für Europa aufzustehen.

Bei der Verleihung selbst wurden kurze Filme über die Preisträger gezeigt, die einen schönen Überblick über die Aktivitäten und das ehrenamtliche Engagement in Bayern boten. Ulrich Wickert moderierte die Verleihung und führte die Gäste und Abgeordneten aller Fraktionen unterhaltsam durch den Nachmittag.

Toni Fischer, der Vorsitzende von „Gemeinsam leben & lernen in Europa“, nahm die Urkunde für den Verein entgegen. „Es ist eine große Auszeichnung und Anerkennung für unsere Arbeit. Wir können wirklich stolz auf uns sein.“

Im Anschluss an die Veranstaltung, die mit Musik und gutem Essen endete, organisierte der Verein noch eine Fotoaktion: Menschen sollten für Europa lächeln. 27 Besucher, darunter auch Barbara Stamm, ließen sich fotografieren. Diese Ausstellung „Europa lächelt“ wird bald im Gemeinschaftsraum des Vereins (Ort 9 in Passau) zu sehen sein – vielleicht sogar schon bei der Kunstnacht am 20. Juli.

Zusatzinformationen über die Preisträger

Der erste Preis geht an die Initiative Pulse of Europe Bayern – Zeichen setzen für die Zukunft Europas. Pulse of Europe (engl. für „Europas Puls“) ist eine überparteiliche und unabhängige Bürgerinitiative, die 2016 in Frankfurt gegründet und in vielen bayerischen Städten wie München, Erlangen, Augsburg, Nürnberg, Aschaffenburg, Bayreuth, Regensburg, Rosenheim oder Würzburg aktiv ist. Ziel ist es, den europäischen Gedanken wieder sichtbar und hörbar zu machen und dabei Zeichen zu setzen für die Zukunft Europas.

Folgende zwei Bewerber erhalten je einen zweiten Preis: Die Junge Aktion der Ackermann-Gemeinde – Europäische Begegnungen. Die Junge Aktion ist ein katholischer Jugendverband im BDKJ, der mit tschechischen und slowakischen Partnerverbänden Projekte und Begegnungen anbietet. Und die Europa-Union Augsburg stellvertretend für die bayerischen Europa-Unionen.

Der Kreisverband Augsburg der Europa-Union ist ein überparteilicher Verein mit knapp 100 Mitgliedern und organisiert vielfältige Veranstaltungen zum Thema Europa. Ziel ist ein Engagement für ein friedliches Europa und Völkerverständigung sowie die Sensibilisierung der Menschen für europäische Grundwerte.

Zwei dritte Preise gehen an:

Gemeinsam leben & lernen in Europa, Passau

„Im EHRENAMT gemeinsam mehr erreichen“ ist das Motto des Vereins Gemeinsam leben & lernen in Europa. Er motiviert und unterstützt Menschen, sich ehrenamtlich für unsere Gesellschaft zu engagieren. Ziel ist es, durch Integration und Inklusion jedem Menschen die Möglichkeit zu geben, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Es werden Projekte entwickelt und umgesetzt, mit denen Toleranz, Vielfalt und Chancengleichheit gefördert werden sollen. Der Verein arbeitet regional im ostbayerischen Raum und tauscht sich mit Partnern in ganz Deutschland und Europa aus, um von- und miteinander zu lernen. In gemeinsamen Projekten und durch Freiwilligenaustausch soll das Ehrenamt in ganz Europa gestärkt werden. Junge Freiwillige des Vereins sind „Youth embassadors“ bei Volonteurope. Des Weiteren bietet der Verein Austauschprojekte mit Studierenden aus und nach Tschechien, an.

Typische Aktionen des Vereins sind lokale Projekte wie „Kinder – Erleben – Kulturen“, ein internationaler Frauentreff, Ehrenamtsschulungen, Filmreihen und Ausstellungen wie „Europa lächelt“. Um die Ausstellung zu erweitern, wurden am Tag der Preisverleihung neue Fotos gemacht. 27 Menschen, unter anderem die Landtagspräsidentin Barbara Stamm, haben an diesem Tag für Europa gelächelt. Das Preisgeld beträgt 7.500 Euro.

Das Europäische Netz in Sinzing – Wir brauchen Europa – Europa braucht uns

Ziele des Vereins sind die Förderung von interkulturellem Lernen, Schaffung von Geschichtsbewusstsein, Sensibilisierung für den europäischen Gedanken, Erzeugung von Solidarität, Euroskeptizismus verstehen und Diskutieren lernen, Abbau von Vorurteilen.

Mit einer besonderen, nicht dotierten Würdigung ehrte die Jury den 98-jährigen Initiator der Städtepartnerschaft Grafing b. München / St. Marcellin (Frankreich), Dr. Adalbert Mischlewski, der sich seit Jahrzehnten für die deutsch-französische Aussöhnung und Begegnung einsetzt und u.a. Initiator der Städtepartnerschaft zwischen Grafing bei München und St. Marcellin/Frankreich ist, die seit 1993 besteht. Dr. Mischlewski war während des Zweiten Weltkriegs in Frankreich im Flugmeldedienst eingesetzt.


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