07.03.2018, 16:18 Uhr

Promi-Gäste bei Premiere „Es kommt, wie‘s kommt“ – bei Martin Frank absolut vergnüglich!


Der Hutthurmer Kabarettist begeistert mit neuem Solo

PASSAU Man kann sich vorstellen, dass es durchaus Druck für einen 25 Jahre jungen Bühnenkünstler bedeutet, wenn sein erst zweites Solo-Programm schon fast drei Monate vor der offiziellen Premiere in Passau ausverkauft ist.

Aber Martin Frank, mit vielen Preisen ausgezeichneter Nachwuchskabarettist aus Hutthurm, hat sich diese Vorschusslorbeeren redlich erarbeitet. Mit irrwitzig vielen Auftritten mit seinem ersten Solo „Alles ein bisschen anders …“, quer durch die Republik, dazu regelmäßige Gast-Auftritte bei Lisa Fitz, Monika Gruber und im TV (u.a. Schleich-Fernsehen).

So wundert es nicht, dass noch vor der Premiere auch die Anschlusstermine in Deggendorf, Haarbach und Hauzenberg (5. Mai!) und Massing (19. Mai!!) bereits ausverkauft sind.

Martin drückte in der Redoute am Samstag vor rund 300 Gästen von Anfang an aufs Tempo, lieferte fast in Monika-Gruber-Geschwindigkeit Pointe um Pointe. Und das Publikum ging sofort hervorragend mit! Dabei erhöhte, wie Martin auf der Bühne zugab, ein kurzfristig eingetroffener Gast noch die Nervosität: Otti Fischer. Bei der Erwähnung des „Bullen von Tölz“ applaudierte das Publikum lautstark für den nach Passau heimgekehrten Schauspieler und Kabarettisten!

Wie schon im ersten Solo verarbeitet Martin Frank auch in „Es kommt, wie‘s kommt“ viel Autobiografisches: Die Absage vom Salzburger Mozarteum, wo er sich als Gesangsschüler beworben hatte; Erfahrungen als Schauspielschüler und Single sowie als Gemeindeangestellter im Standesamt. Auch Vater und Oma kommen wieder oft vor, in Szenen, die die Großstadt-Land-Kulturkluft vergnüglich überspitzen. Und diesmal wird auch die Mama erwähnt, bei der sich Sohn Martin für ihr Kommen mit einem Blumenstrauß bedankte. Einen solchen bekam auch die bei Eggenfelden lebende Kult-Kabarettistin und Frank-Mentorin Lisa Fitz, die wie Otti Fischer später noch bei der Premierenfeier im Zi‘ Teresa dabei war.

„So wie bei der Premiere erleben sie dieses Programm nie wieder“, orakelte Martin Frank von der Bühne. Aus Erfahrung, der eigenen wie anderer Kabarettisten. Programme wandeln sich von Auftritt zu Auftritt. Deshalb auch der Satz zum PaWo-Kritiker: „Der zweite Teil ist noch ein bisserl müd, des woas i scho, des brauchst ned schreib‘n!“

Tatsächlich kommt Martin Frank nach der Pause ruhiger daher. Kein Wunder, im ersten Teil hat er mächtig aufs Gas gedrückt, den eigentlich 50-minütigen Teil in 42 Minuten gespielt!

Martin Frank war mit „Alles ein bisschen anders …“ schon auf einem guten Weg. Mit „Es kommt, wie‘s kommt“ beschreitet er diesen konsequent und sehr gekonnt weiter.

Neben selbstironischen, auf die Spitze getrieben, realsatirischen Begebenheiten baut er nun mehr (gesellschafts-) politische Seitenhiebe ein.

Er beruft sich dabei (wie viele Journalisten und Politiker) auf Umfragen und Statistiken, spinnt etwa aus der demografischen Entwicklung die herrlich absurde Vorstellung von der persönlich zugeteilten Rentnerin, die dann bei ihm daheim Ü70-Partys feiert – und vor Wochen die Pille abgesetzt hat. Oder behauptet, mit 2,90 Euro, die in München eine Leberkässemmel koste, könne man im Bayerischen Wald ein Darlehen abzahlen.

Sehr gut kam auch Martin Franks Schilderung von seinem ersten Job als Schauspieler beim niederbayerischen Publikum in der Redoute an: Er sei der einzige nüchtern auftretende Nikolaus in Hutthurm gewesen. Nach den gemachten Erfahrungen mit Kindern und Eltern verstehe er aber jetzt, dass man das eigentlich nur alkoholisiert durchstehe. Und: „Wussten Sie, dass der Heilige Nikolaus Türke war? – Ausländer dürfen bei uns nicht ins Land, aber wenn sie Geschenke mitbringen, sogar ins Wohnzimmer!“

Kein moralischer Zeigefinger, aber den Finger doch in gesellschaftliche Wunden gelegt, das kam beim Passauer Premieren-Publikum wirklich hervorragend an!

Ebenso, wie Frank bekannte Opern-Arien frech und witzig neu betextet. Er hat diese Besonderheit – Kabarettist mit ausgebildeter Opernsingstimme – im neuen Programm noch ausgebaut, ein Genuss fürs Publikum!

„Es kommt, wie‘s kommt!“ – Martin Frank empfiehlt diese Devise seinem Publikum, um den diversen Medien-Hypes und Hysterien zu trotzen. Auf ihn selbst bezogen kann man feststellen: Von Martin Frank wird noch einiges kommen, das es lohnt, sich anzusehen!


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