16.02.2018, 13:51 Uhr

Fastenzeit! Passauer Promis verraten, auf was sie verzichten


So, die narrische Zeit ist vorbei. Schluss mit lustig – jetzt wird gefastet und Verzicht geübt.

PASSAU Für alle, denen der biblische Hintergrund nicht ganz geläufig ist: Sie bezieht sich auf das 40-tägige Fasten Jesu in der Wüste. Die Zahl 40 erinnert aber auch an die 40 Tage der Sintflut, an die 40 Jahre, die das Volk Israel durch die Wüste zog an die 40 Tage, die Moses auf dem Berg Sinai in der Gegenwart Gottes verbrachte und an die Frist von 40 Tagen, die der Prophet Jona der Stadt Ninive verkündete, die durch ein Fasten und Büßen Gott bewegte, den Untergang von ihr abzuwenden.

Heute hat Fasten viele Facetten. Die einen fasten für die Figur, die anderen rein für die Gesundheit. So soll (Heil)Fasten den Cholesterinspiegel senken und sogar Krebs vorbeugen bzw. bekämpfen. Andere wieder üben vor allem Verzicht oder setzen auf Reduktion, etwa Verzicht aufs Auto, Verzicht auf das Mobiltelefon, die Spielkonsole…

Die Fastenzeit gibt aber auch den Startschuss für Bayerns „fünfte Jahreszeit“ – die Starkbierzeit. Das Starkbier geht übrigens auf Mönche zurück, die es als „Fastengetränk“ nach Rom transportierten. Natürlich verdarb es auf der Reise und der Papst erlaubte das „abscheuliche“ Getränk während der Fastenzeit. Ähnlich trug es sich mit Schokolade zu. Als Getränk war sie laut Papst Pius V. erlaubt: Ebenso versteckten die Menschen Fleisch in Teig (Maultauschen) und überlisteten so das Fastengebot. Die PaWo wollte von bekannten Passauern wissen, wie sie die Fastenzeit begehen, und, auf was sie 40 Tage lang verzichten, oder es zumindest versuchen. Sie sind dabei in guter Gesellschaft: Immerhin übt jeder zehnte Deutsche in dieser Zeit Verzicht.

Landrat Franz Meyer: Leider wird Fasten ja fast nur noch weltlich gesehen, quasi als Diät auf Zeit. Natürlich gehört der bewusste Verzicht auf üppiges Essen dazu. Ich versuche dabei, meine Vorliebe für Süßes etwas zu bändigen. Aber die Fastenzeit ist wirklich viel mehr. Darum versuche ich auch, in dieser Zeit öfter mal innezuhalten und diese Zeit bewusst zu nutzen, um über Gott und die Welt nachzudenken.

Florian Gams (Bürgermeister von Vilshofen): Ehrlich gesagt verzichte ich auf nichts. Aber wir Stadtratsmitglieder und die Mitglieder vom Behördenstammtisch haben eine Aktion laufen für die wir alle zusammen von Aschermittwoch bis Gründonnerstag fasten. Zusammen sind wir etwa 20 Leute und wenn wir zusammen, sagen wir mal 50 Kilo verlieren, wird 20 mal 50 gerechnet. Zusammen mit etwaigen Spenden wird das Geld dann gespendet. Übrigens: Handyfasten wär für mich das Schwierigste, das geht schon rein beruflich nicht.

Karl Haberzettl (Bund Naturschutz): Mit der Fastenzeit hab ich‘s eigentlich nicht so. Ich verhalte mich eher das ganze Jahr so. Zum Beispiel fahre ich das ganze Jahr über viel mit dem Zug und Fahrrad – Klimafasten nennt man das. Und ich kaufe das ganze Jahr über Lebensmittel aus der Region. Und meinen Käse mache ich mir selbst – 25 Käselaibe á 150 Gramm in vier Stunden. Mein Leitspruch ist „Aus der Region für die Region“ – irgendwelche Vorsätze, die man sich punktuell vornimmt, die bricht man letztlich eigentlich meistens.

„Saudiandl“ Barbara Dorsch: Auf Alkohol und Nikotin verzichte ich quasi schon seit 28 Jahren. Aber auf Maoam und Deftiges zu verzichten, fällt mir echt schwer und genau deshalb werde ich das auch einzuschränken versuchen.

Franz Krah (Bürgermeister von Pocking): Ich faste quasi seit zirka 25 Jahren. In der Fastenzeit gibt es für mich keinen Kaffee und keinen Alkohol – allerdings mit beruflichen Ausnahmen, wie etwa Starkbierfesten. Allerdings nicht öfter als drei Mal. Ich merke deutlich, dass mir das richtig gut tut. Vielleicht ist das auch der Grund, dass ich keinerlei Probleme mit der Zeitumstellung habe. Außerdem kaufe ich in der Fastenzeit kein Fleisch; wir verzehren da nur irgendwelche eingefrorenen Reste aus der Gefriertruhe.

Oliver Forster (Konzertveranstalter): An mir geht die Fastenzeit eigentlich so ziemlich vorüber. Eher faste ich immer mal wieder unterm Jahr. Vor allem, wenn ich vor lauter Arbeit und Terminen keine Zeit zum Essen habe.

Michael Ruppert (Koch, „Rupperts Bonvivant“, Gaißhofen): Ich verzichte aufs Rauchen. Das ist echt nicht so einfach, weil ich täglich durchschnittlich 15 Zigaretten rauche. Aber wenn ich es schaffe, dann höre ich vielleicht sogar ganz auf mit dem Rauchen.

Pfarrer Markus Krell: Ich schränke mich einfach ein in der Fastenzeit. Der Theologe Ulrich Lüke hat die Fastenzeit einmal als „Trainingslager der Menschlichkeit“ bezeichnet. Für mich bedeutet das, dass ich mich in der Fastenzeit frei mache von allem Materiellen – danach lebe ich. Ich persönlich spare unter anderem Zeit und Energie. Man muss auch in dieser Zeit nicht auf alles verzichten, aber man sollte vielleicht achtsamer leben.

Erika Träger (3. Bürgermeisterin von Passau): Ich bin eine richtige Fleisch- und Wurstkatze und da versuche ich den Konsum in der Fastenzeit zu reduzieren. Außerdem fahre ich beruflich viel Auto und versuche deshalb auch vermehrt zu Fuß zu gehen.

Heidi Barnerssoi alias Vivian Lindt: Ich versuche auf Süßes zu verzichten – vor allem auf Schokolade. Das ist echt nicht einfach! Außerdem möchte ich mir ganz bewusst mehr Zeit für die Familie und für Freunde nehmen, davon hat jeder was. Und noch etwas: Konsum-Fasten. Das mache ich aber eigentlich immer und das geht so: Wenn ich etwas haben möchte, lasse ich erst einmal fünf Tage vergehen. Meistens habe ich bis dahin nämlich gemerkt, dass ich das Ding gar nicht brauche.


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