28.01.2018, 12:53 Uhr

Weiterer Einblick in die Geschichte Die Drexler-Chronik von Aidenbach wurde veröffentlicht

Nikolaus Arndt blättert mit Bürgermeister Karl Obermeier und Raimund Schrnagl in der sog. „Schilterl-Chronik“ Pamlers bis zu den fast vergessenen „Drexler-Chronik“-Einträgen. (Foto: Verwaltungsgemeinschaft Aidenbach )Nikolaus Arndt blättert mit Bürgermeister Karl Obermeier und Raimund Schrnagl in der sog. „Schilterl-Chronik“ Pamlers bis zu den fast vergessenen „Drexler-Chronik“-Einträgen. (Foto: Verwaltungsgemeinschaft Aidenbach )

Die Drexler-Chronik von Aidenbach wurde veröffentlicht.

AIDENBACH Nikolaus Arndt, gebürtiger Aidenbacher und Heimatforscher, kam kürzlich mit umfangreichem Geschichtsmaterial ins Rathaus. Er informierte damit den Bürgermeister, dass Raimund Scharnagl, Hauptschullehrer a.D. aus Aidenbach, weitere Transkripte zur Marktgeschichte mit viel zeitlichem Aufwand und hohem Können abgeschlossen hat. Insbesondere ist es ihm gelungen, die sogenannte „Drexler-Chronik“ zu transkribieren.

Ernst Drexler lebte Mitte des 20. Jahrhunderts in Aidenbach. Erste handschriftliche Einträge von ihm ab 1861 finden sich in einem eigenen Abschnitt auf freien Seiten in der gebundenen „Schilterl-Chronik“ von Joseph Pamler. Dieses wertvolle Buch ist im Eigentum des Marktes Aidenbach. Durch die eher zufällige Auffindung verschiedener Originale von Ernst Drexler wurde dieser bisher unbeachtete Anhang der Pamler-Chronik ins Licht der Aufmerksamkeit gerückt. Weil Drexler die freien Seiten in der „Schilterl-Chronik“ ausgegangen sind, hat er in einem separaten Gebinde weiter bis in das Kriegsjahr 1942 geschrieben. Dann hört die Chronik auf. Vermutlich durch den traumatisierenden Tod zweier Söhne Drexlers als junge Soldaten im II. Weltkrieg.

Die Weiterführung der äußerst aufschlussreichen Chronik des Marktes Aidenbach in einem separaten Geheft wurde erst vor wenigen Jahren durch einen Sohn des in Aidenbach 1955 verstorbenen Ernst Drexler dem Markt überlassen. Die Heimatforscher Scharnagl und Arndt ließen sich diese Chance nicht entgehen, transkribierten und überarbeiteten die wertvolle Grundlage Drexlers. Die Chronik von Oberlehrer a.D. Ernst Drexler über den Zeitraum 1861 bis 1942 ist als lebhaftes und aufschlussreiches Werk für die Darstellung der Marktgeschichte von Aidenbach von enormer Bedeutung.

Raimund Scharnagl hat mit dem Transkript der „Drexler-Chronik“, die in sauberstem Sütterlin handschriftlich verfasst ist, einen weiteren wertvollen Beitrag zur Heimatforschung geliefert. Die Texte wurden nun auf der Website zum Pamler-Geschichtsprojekt hochgeladen, die über www.aidenbach.de erreichbar ist. Passagen zum Verlauf des 2. Weltkriegs, weil nicht zum Marktgeschehen gehörig, wurden nicht veröffentlicht.

Die „Drexler-Chronik“ enthält viele interessante Einträge aus dem damaligen Leben, z. B. im „Statuten-Buch“, „Visitations-Protokoll“ und „Beschluß-Buch“. Ein amüsanter Auszug aus dem von Drexler niedergeschriebenen „Visitations-Protokolls“ ist beispielsweise folgender: „Anlaß zu einer Beanstandung war nirgends gegeben mit Ausnahme bei dem Gastwirt Peter Sigl, wo der Bierpreis nicht angeschrieben und beim Eintritte in das Vorhaus ein so einem den Atem verhaltender Gestank verbreitet war, der davon herrührt, weil der Kuh- und Pferdestall sich im Vorhause befinden, welcher auch beauftragt wurde, diesen Mißstand möglichst zu beseitigen, was zugesichert wurde.“

Auf den historischen Seiten ist deutlich der neue Abschnitt zu erkennen, der von Ernst Drexler ab dem Jahr 1861 geschrieben wurde. (Foto: Verwaltungsgemeinschaft Aidenbach)


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