30.10.2017, 20:04 Uhr

Prominent besetzt Festspiele Europäische Wochen zählen auf ihr neues Kuratorium

(Foto:Pysall)(Foto:Pysall)

Im Rahmen des Wilhelm Kempff Klavierfestivals haben die Festspiele Europäische Wochen Passau am vergangenen Wochenende ein prominent besetztes, 15-köpfiges Kuratorium installiert.

PASSAU Sie haben sich in besonderer Weise um die Festspiele verdient gemacht, sind bereit, die Veranstaltungsreihe auch künftig nach ihren Möglichkeiten zu unterstützen und wirken mit Anregungen und Vorschlägen in den Festspielverein hinein: die 15 Mitglieder des neuen Kuratoriums der Europäischen Wochen Passau. Im Rahmen des Wilhelm Kempff Klavierfestivals am vergangenen Wochenende haben EW-Vereinsvorstand und -Geschäftsführung das Gremium für die kommenden fünf Jahre installiert und Prof. Dr. Heinrich Oberreuter zu dessen Präsidenten bestimmt.

Das Kuratorium um den Passauer Politikwissenschaftler ist so illuster wie prominent besetzt:

Mit Abt Marianus Bieber von der Benediktinerabtei Niederaltaich, dem chinesischen Komponisten, Dirigenten und Oscar-Preisträger Tan Dun, Schauspielerin Cornelia Froboess, Ex-Staatsminister Dr. Thomas Goppel, Dirigent Enoch zu Guttenberg, Hans Georg Härter, Aufsichtsratsvorsitzender der Knorr Bremse AG, dem niederbayerischen Regierungspräsidenten Rainer Haselbeck, Kabarettist Wolfgang Krebs, dem Pianisten Gerhard Oppitz, dem Komponisten, Dirigenten und Intendanten der Salzburger Osterfestspiele, Peter Ruzicka, Fotografin Maria Christina Prinzessin von Sachsen, Landtagspräsidentin Barbara Stamm, MdL Dr. Gerhard Waschler und MdEP Manfred Weber stehen renommierte Persönlichkeiten aus Politik und Kirche, Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst für Intention und Auftrag der Festspiele Europäische Wochen Passau ein.

„Dabei wird das Kuratorium keineswegs nur passiv wirken“, betont EW-Intendant Thomas E. Bauer. Ganz im Gegenteil: „Die Mitglieder des Gremiums werden in besonderer Weise für die Festspiele werben, unsere Interessen multiplizieren und uns mithilfe ihres jeweiligen Netzwerks Türen öffnen.“

Bauer liegt damit ganz auf Linie mit dem 1991 verstorbenen Jahrhundertpianisten Wilhelm Kempff, dessen zu Jahresanfang neugegründete Akademie mit Sitz im süditalienischen Positano der 47-Jährige gemeinsam mit Thomas Ebermann, Vorstand der Wilhelm Kempff Kulturstiftung, leitet.

„Wilhelm Kempff war ein Visionär, folgte stets seiner Intuition und damit jener inneren Logik, die aus einer intensiven Auseinandersetzung mit schöpferischen Themen entsteht“, sagt Thomas Bauer. Nur wer zwischen den Zeilen zu lesen vermag und auch mal den Sprung ins kalte Wasser wagt, könne Neues entdecken und die Welt wieder ein Stück weit voranbringen.

Das ist auch Aufgabe der Wilhelm Kempff Akademie, die mit einem Tag der offenen Tür kürzlich Vertreter und Förderer der Festspiele Europäische Wochen Passau in die „Casa Orfeo“ einlud. Seit 1957 werden in dem von Wilhelm Kempff nach eigenen Plänen entworfenen Anwesen am malerischen Südhang Positanos Meisterkurse für junge Pianisten veranstaltet – bis 1982 von Kempff selbst und ab 1992 von seinen namhaftesten Schülern, darunter EW-Kuratoriumsmitglied Gerhard Oppitz.

In enger Zusammenarbeit mit der Wilhelm Kempff Stiftung werden sich die Europäischen Wochen für die Förderung der legendären Beethoven-Kurse einsetzen, vor allem bei der Ausrichtung des fortan jährlich geplanten Kempff Klavierfestivals.

Dessen Premiere ging mit Konzerten der fünf Nachwuchsstars Herbert Schuch, Amadeus Wiesensee, Ingmar Lazar, Kit Armstrong und Anna Gourari vergangenes Wochenende in Passau über die Bühne. „Wilhelm Kempff war in den 1970er Jahren zu Gast bei den Europäischen Wochen“, erzählt EW-Vorstandsvorsitzende Rosemarie Weber: „Er war ein großer Europäer und wir sehen die Bewahrung und Weitergabe seines ideologischen Erbes als unsere Pflicht.“

Unter der Regie von Annette von Bodecker, engste Vertraute Kempffs und Vorsitzende des Wilhelm Kempff Stiftungsrats, wird aktuell Kempffs Gebäudeensemble in Positano renoviert – eine aufwändige Maßnahme, die das Auswärtige Amt der Bundesregierung großzügig unterstützt und bei der sich Thomas E. Bauer als Geschäftsführer der Kempff Akademie mit strukturellen Ideen einbringt.

Denn: „Wilhelm Kempff hat den Menschen eine so wundervolle Musik geschenkt. Die Akademie, aber auch die Europäischen Wochen werden ihm ein Denkmal setzen und seine Ideen auch bei den kommenden Pianistengenerationen propagieren.“


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