26.08.2020, 14:55 Uhr

Der Rosenfalter vom Isengau Kunst am Bau - Erharting hat eine neue Attraktion

„Der Rosenfalter vom Isengau“ - dieses Fassadengemälde sorgt in Erharting für Aufsehen. Fußgänger und Autofahrer bleiben davor stehen, studieren und fotografieren es. Foto: privat„Der Rosenfalter vom Isengau“ - dieses Fassadengemälde sorgt in Erharting für Aufsehen. Fußgänger und Autofahrer bleiben davor stehen, studieren und fotografieren es. Foto: privat

Edi Sommer hat sein erstes Gemälde an eine Fassade geschaffen

Erharting. Die 1.000 Seelen-Gemeinde Erharting ist um eine besonders farbenprächtige Attraktion reicher. An einer von der Durchfahrtsstraße gut einsehbaren Fassade prangt seit Neuestem „Der Rosenfalter vom Isengau“, das erste Fassadengemälde des Niederbergkirchner Künstlers Edi Sommer.

Er gehört dem Kunstverein Inn-Salzach an, der 1992 in Waldkraiburg gegründet wurde und mittlerweile ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens der ganzen Inn-Salzach Region geworden ist.

Beständiges Werk mit positiver Ausstrahlung

Der Auftrag, das Fassadengemälde für einen Neubau an der Hauptstraße in Erharting zu entwerfen, ereilte Edi Sommer überraschend. „Im ersten Moment freute ich mich sehr über diese Ehre“, erinnert er sich. „Aber dann wurde mir auch die große Verantwortung bewusst. So ein Werk sollte beständig sein und eine positive Ausstrahlung durch Form und Farbe erzeugen.“

Der Auftraggeber wünschte sich auch die Darstellung der Harmonie der Natur sowie Rosen und Tiere. Sommer: „Dieser Punkt hatte erste Priorität. Mir war aber auch wichtig, dass das Gemälde eine Geschichte erzählt, welche unter künstlerischen Aspekten einen Bezug zur Gegenwart enthält. Diesen großen Themenspagat galt es zusammenzufügen.“

Nach sechs Wochen intensiver Arbeit am Computer mit der speziellen „Digital Matte Painting“-Technik war der Gemäldeentwurf mit dem Titel „Der Rosenfalter vom Isengau“ fertig.

„Bilder, die das Interesse wecken, leben länger“

Ab da hieß es für Edi Sommer: „Wie kommt nun mein Bild an die Hauswand?“ Es gibt nicht viele, die diese sehr schwierige Aufgabe meistern können, betont er. Seine Bekanntschaft mit einem Fassadenkünstler war die Lösung. Und so wurde das Bild mit konzentrierter Handarbeit meisterhaft auf die Hauswand übertragen.

Kurz darauf erreichten Sommer bereits die ersten Reaktionen zu seinem Werk: „Über die habe ich mich sehr gefreut. Mir wurde erzählt, dass Autofahrer und Fußgänger stehenbleiben und das Gemälde fotografieren und intensiv studieren.“

„Ich habe es dem Betrachter nicht zu leicht gemacht, denn das Gesehene lässt sich nicht sofort einordnen“, gibt Sommer verschmitzt zu. „Er soll sich schon ein wenig damit auseinandersetzen. Das ist gewünscht, denn wie auch Dali und Saudek meinen: Bilder, die das Interesse wecken, leben länger.“

Surreal mit deutlichem Bezug zur Jetzt-Zeit

Das ist die surreale Geschichte hinter dem Bild „Der Rosenfalter vom Isengau“ aus der Sicht des Künstlers: „Man schreibt das Jahr 2020, als die schwarze Zeit begann. Sehr viel Leid überzog den Planeten Erde. Die Menschen mussten sich vor einem tödlichen Virus schützen.

Eine Rose, aus einem Stein entsprungen, brachte die Wende. Ein Schattenloser, in tiefer Meditation versunken, kniete lange Zeit vor der Rose. Da erkannte er die wundersamen Kräfte des heilenden Lichtes.

Er übergab die Rose dem Fluss Isen und es kletterte daraus ein farbenprächtiger Schmetterling, mit Rosenmuster auf den Flügeln. Der Rosenfalter erhob sich und bunte Wolken trugen ihn fort. Sein strahlendes Licht verdrängte fortan die Dunkelheit.“