28.11.2018, 11:42 Uhr

Junger Bub auf großer Bühne Der Medicus als Musical - Jonas (12) spielte eine der Hauptrollen


„Der Medicus“ ist ein Weltbesteller. In der gefeierten Muscial-Adaption des Romans stand Jonas (12) aus Neumarkt-St. Veit im Deutschen Theater im Rampenlicht.

NEUMARKT-ST. VEIT/MÜNCHEN. „Dies ist die Geschichte von Rob Cole, der im zehnten Jahrhundert in London aufwächst und eine seltsame Gabe in sich trägt. Er kann in den Händen anderer Menschen deren Tod spüren. Bereits im Alter von neun Jahren hat er seine beiden Eltern an eine tödliche Krankheit verloren. Allein und schutzlos muss er sich nun durch London schlagen.“

So beginnt die gefeierte Musical-Adaption des Weltbestsellers „Der Medicus“ von Noah Gordon. Von 8. bis 25. November war das Stück insgesamt 22 Mal im Deutschen Theater in München zu sehen. Mit dabei war der zwölfjährige Gymnasiast Jonas Nestler aus Neumarkt-St. Veit.

Jonas hat das geschafft, wovon die meisten nur träumen. Er war Teil des Ensembles und spielte die Rolle des jungen Rob Cole. Der 12-Jährige stand im Rampenlicht. Er wurde bejubelt und durfte im Applaus baden. Gänsehaut pur.

„Der erste Applaus war wirklich überwältigend. Ein Hammergefühl“, sagt Jonas, der sich seine Rolle mit zwei anderen jungen Schauspielern geteilt hat. Sieben mal stand Jonas auf der Bühne.

Seine Eltern waren jedes Mal mit dabei. Und natürlich waren sie stolz auf ihren Sohn. Auch wenn es laut Jonas‘ Mutter Andrea Nestler „anstrengende Wochen mit zeitaufwendigen Probetagen und Vorstellungen waren“. Die Schule musste nämlich parallel wie gewohnt weiter laufen.

Stolz war auch Jonas‘ Oma, die Neumarkt-St. Veiter Stadträtin Irmi Eigl. „Es war schon etwas Besonderes, Jonas dort oben zwischen den ganzen Profischauspielern sehen zu dürfen“, sagt die langjährige Leiterin der Stadtbücherei Neumarkt-St. Veit.

Doch wie kam es eigentlich dazu, dass Jonas im Deutschen Theater auftreten durfte? Durch Zufall hat seine Mutter einen Hinweis auf das Kinder-Casting für „Der Medicus“ gelesen. Jonas, der in der Grundschule bereits vier Jahre in einer Theatergruppe aktiv war, hatte Lust, daran teilzunehmen. Man hat sich beworben, Jonas wurde eingeladen und bekam schließlich die Rolle.

„An dem Casting haben bestimmt 30 Kinder teilgenommen“, erzählt Jonas. „Ich hätte nie gedacht, dass ich die Rolle bekomme.“ Beim Casting galt es, eine besonders emotionale Szene kurz nach dem Tod von Robs Mutter zu spielen. Eine Passage, die unter die Haut geht und in der auch Tränen fließen.

Doch das Theaterspielen scheint eines von Jonas großen Talenten zu sein. „Es macht mir einfach Spaß, Rollen zu spielen und in die Haut anderer Personen zu schlüpfen“, erzählt Jonas. Seine Darbietung hat Regisseur Christoph Jilo so beeindruckt, dass der Junge eine Rolle in der Produktion der Spotlight Musicals GmbH bekommen hat, die übrigens vom Fachmagazin „Muscials“ als „eine der besten aktuellen Produktionen des Landes“ bezeichnet wird.

Rückblickend sagt Jonas, dass es für ihn besonders interessant war, einmal Teil einer so großen Inszenierung sein zu dürfen. Im Deutschen Theater im Rampenlicht zu stehen, ist halt etwas ganz Außergewöhnliches.

Um was es in „Der Medicus“ geht, hat Jonas nicht gewusst. Erst, als er die Rolle bekommen hatte, sah er sich zusammen mit seiner Mutter den starbesetzten Film „Der Medicus“ an. Momentan ist Jonas dabei, den rund 800 Seiten starken Historienroman von Noah Gordon zu lesen.

Laut Jonas ist es den Machern des Erfolgs-Muscials recht gut gelungen, der umfangreichen Handlung des Romans in ihrer zweieinhalbstündigen Produktion gerecht zu werden.


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