24.10.2019, 11:17 Uhr

Landshuterin plant Horror-Kurzfilm „Das gruseligste Monster ist das in uns selbst“


Die Landshuter Regie-Studentin Pia Haltenberger sucht Unterstützer für einen Horror-Psycho-Kurzfilm, den sie zusammen mit weiteren Filmkollegen realisieren möchte.

LANDSHUT/TALLINN Mara ist eine junge, rational denkende Psychologie-Studentin, der eigentlich so schnell nichts wirklich Angst einjagen kann. Solange zumindest, bis sie eines Tages entdeckt, dass ihr eigenes Spiegelbild zum Leben erwacht ist. Und das Furchteinflößende: Es möchte nicht länger nur Maras Spiegelbild sein ...

Was klingt wie der Auftakt zu einem echten Horrorfilm, ist es auch. Zumindest wenn es nach Pia Haltenberger und ihren Mitstreitern geht. Die 20-jährige Landshuterin, die an der Münchner Hochschule Macromedia Film und Fernsehen mit dem Schwerpunkt Regie studiert, befindet sich derzeit mit weiteren Mitstudenten aus Deutschland für ein Auslandssemester an der Baltic Film and Media School im estländischen Tallinn und hat dort die Chance, zusammen mit ihrem Team einen eigenen, rund sieben Minuten langen Kurzfilm auf die Beine zu stellen.

Drehbuchautorin, die sich selbst beim Teaser gruselt

Das Drehbuch steht, ebenso wie der Titel des vielschichtigen Psycho-Grusel-Movies: „Shift“. Das Casting für die Hauptdarstellerin läuft, Genehmigungen für Drehorte werden gerade eingeholt. Die Crew, die von Make-up über Kamera bis hin zu Special Effects jede Menge Spezialisten in den eigenen Reihen hat, ist ebenso bereit. Alles, was jetzt nur noch fehlt, ist die Finanzierung. Denn das junge Team benötigt 1.500 Euro für seinen Kurzfilm. „Über die Plattform kickstarter haben wir eine Kampagne gestartet, bei der wir bisher schon über die 750 Euro sammeln konnten. Jetzt hoffen wir auf weitere Unterstützer – und ich ganz besonders natürlich auf Filmfans aus meiner Heimatstadt, die uns bei der Verwirklichung helfen wollen“, erzählt Pia Haltenberger.

Sie ist nicht nur der „Kopf“ des Filmprojekts, sondern hatte auch die Idee zu dem Drehbuch. „Ich habe einmal einen Artikel gelesen, in dem es um den Moment der Selbstentfremdung ging. Dieser tritt ein, wenn man es schafft, länger als 20 Sekunden sein Spiegelbild anzuschauen und dabei seinen Verstand, sein Gehirn auszuschalten. Diese Erfahrung ist faszinierend.“

Das Drehbuch schrieb die 20-Jährige zusammen mit einem Kommilitonen – einem echten Horrorfan, der alle Mechanismen wie Geräusche, Lichteffekte und Co. beherrsche, wie Haltenberger nicht unerwähnt lassen möchte. Denn sie selbst sei, wenn es um Gruselfilme gehe, eher ein Angsthase. „Ich erschrecke mich ja schon, wenn wir uns den Teaser zum Kurzfilm anschauen“, schmunzelt die Landshuterin.

Zwar sei die oberste Intention der Filmemacher, dass sich die Zuschauer bei „Shift“ gruseln und erschrecken. „Allerdings ist es uns allen ebenso wichtig, dass wir nicht einfach einen platten Horrorfilm raushauen, sondern die Zuschauer dazu animieren, unter die Oberfläche zu schauen und in tiefere Ebenen des eigenen Ichs vorzudringen. Denn das gruseligste Monster ist das in uns selbst“, so die angehende Regisseurin, die sich vor allem auf die psychologischen Aspekte konzentriert habe. So sollen durch „Shift“ auch Motive wie Selbstentfremdung, Identität, Zerbrechlichkeit sowie Schwäche und Stärke aufgegriffen werden. „Themen, die jeden Menschen im Innersten berühren und zum Nachdenken bringen.“

Alles oder nichts: Finanzierung muss bis 3.11. stehen

Richtig berührt wäre Pia Haltenberger auch, wenn die Finanzierung stehen würde. Denn für sie und ihre Mitstreiter sei es eine echte Herzensangelegenheit. Noch hat das junge Filmteam zehn Tage Zeit, genügend finanzielle Unterstützer zu finden. Denn bei kickstarter gilt: Alles oder nichts. Umgesetzt wird das Filmprojekt nämlich nur, wenn es das festgelegte Finanzierungsziel bis 3. November 2019 erreicht hat. „Ab 1 Euro ist theoretisch jeder Betrag möglich. Von 5 bis 500 Euro gibt es für die Unterstützer sogenannte ,Belohnungssteps‘. Als Gegenleistung bekommen sie zum Beispiel ein signiertes Foto der Filmcrew, eine namentliche Erwähnung im Abspann oder einer Kopie des Films. Und das Beste: Das Konto wird erst belastet, wenn das Finanzierungsziel wirklich erreicht ist. Sonst gibt‘s keine Abbuchung.“

Läuft alles nach Plan und es finden sich genügend Filmfans, die das Projekt unterstützen, wird „Shift“ vom 9. bis 12. Dezember in Tallinn gedreht. Die Premiere soll am 21. Januar gefeiert werden. Zunächst zwar nur an Baltic Film and Media School in Estland, doch wenn es nach Pia Haltenberger geht, sollen ihn auch deutsche Fans von Horror-Psycho-Kurzfilmen zu Gesicht bekommen. „Natürlich möchten wir den Film dann auch gerne bei Festivals einreichen. Und wer weiß, vielleicht schafft es ,Shift‘ ja auch eines Tages zum Landshuter Kurzfilmfestival. Da würde für mich ein Traum wahr werden.“

Mehr Infos zum Projekt sowie zur Möglichkeit, den Film finanziell zu unterstützen, findet man unter www.kickstarter.com/projects/shiftthemovie/shift-2. Wer keine Kreditkarte besitzt, den Filmemachern aber dennoch helfen möchte, kann auch direkt mit Pia Haltenberger per E-Mail an pia.haltenberger@gmail.com in Kontakt treten.


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