12.03.2019, 10:32 Uhr

Programm der Internationalen Wochen gegen Rassismus Einhundert Prozent Menschenwürde

Der Bundestagsabgeordnete Dr. Karamba Diaby erzählt seinen Weg vom Senegal in den Deutschen Bundestag und spricht mit dem Publikum am 25. März in der Rochuskapelle ab 19.30 Uhr. (Foto: Ute Langkafel)Der Bundestagsabgeordnete Dr. Karamba Diaby erzählt seinen Weg vom Senegal in den Deutschen Bundestag und spricht mit dem Publikum am 25. März in der Rochuskapelle ab 19.30 Uhr. (Foto: Ute Langkafel)

Vom 17. bis 30. März finden in und um Landshut zum bereits 13. Mal die „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ statt. Das Programm dazu stellten jetzt die 23 Mitveranstalter vor.

LANDSHUT Der 21. März ist der „Internationale Tag für die Beseitigung rassistischer Diskriminierung“ der Vereinten Nationen und mahnt an das „Massaker von Sharpeville“, bei dem die südafrikanische Polizei am 21. März 1960 im Township Sharpeville 69 friedlich Demonstrierende erschoss. In Deutschland und in ganz Europa finden jährlich mehrere tausend Veranstaltungen im Rahmen der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ statt, die öffentlichkeitswirksam Zeichen gegen Rassismus setzen und für eine Gesellschaft, die von der Achtung der Menschenwürde geprägt ist.

In und um Landshut haben sich in diesem Jahr 23 Mitveranstalter aus den unterschiedlichsten Verbänden, Organisationen und Einrichtungen zu den Aktionswochen gegen Rassismus zusammengetan. Gemeinsam präsentierten sie am Montag im Cafe International ihr Programm mit 15 Veranstaltungen und Aktionen in zwölf unterschiedlichen Veranstaltungsräumen auf Plakaten und Flyern. Die IG Metall hat auch in diesem Jahr wieder die Bündnispartner zur Kooperation motiviert und stellt die Plakate, Flyer und Materialien zur Verfügung. Der IG Metall Bevollmächtigte Robert Grashei begründet das Engagement seiner Gewerkschaft: „Diskriminierung und Rassismus sind leider auch in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Die Sprache wird zunehmend Werkzeug für Ausgrenzung. Gerade in der bevorstehenden Wahl zum Europäischen Parlament geht es um ein friedliches Zusammenleben. Deshalb geht es um Europa stärken, Rassismus stoppen und Menschenwürde wählen!“ Die Koordination des reichhaltigen Programms läuft über das Haus International und Geschäftsführerin Annelies Huber freut sich: „Die Solidaritätswochen mit Gegner und Opfern von Rassismus sind mittlerweile ein fester Bestandteil im Landshuter Kalender. Die Vielfalt der Veranstaltungen bieten Information, Theater, Workshops und Musik. Es ist für alle etwas dabei, die sich für mehr Menschlichkeit engagieren wollen.“

Im Zeitraum vom 17. bis 30. März gibt es viele Möglichkeiten, sich jetzt für hundert Prozent Menschenwürde und gegen Rassismus einzusetzen, sagen die Mitveranstalter unisono. Zu Beginn gastiert am Sonntag 17. März die Berliner Companie mit dem Stück: „Sehnsucht nach dem Frühling“ ab 18 Uhr in der Alten Kaserne. Dabei begegnet das Publikum einer syrischen Familie und nimmt Anteil an ihrem Bemühen für ein friedliches Miteinander in ihrem zerissenen Land.

Ein Abend mit Christian Springer findet am Dienstag, 19. März, in der Abtei Seligenthal um 19.30 Uhr statt. Abseits vom Kabarett geht es dabei um Antisemitismus in Deutschland.

Alle Mitveranstalter laden am 21. März zum Stadtspaziergang „Landshut ist bunt“ ab 18.30 Uhr vor dem Rathaus ein. Begleitet von Trommeln und Lichtern wird an zwei Stationen über die Motivation der diesjährigen Aktionswochen informiert. Der Spaziergang endet in der Rochuskapelle. Dort hält Peter Kern einen Vortrag zur aktuellen Studie „Flucht ins Autoritäre – Rechtsextreme Dynamiken in der Mitte der Gesellschaft“. In der anschließenden Diskussion geht es auch um kluge Strategien gegen die neuen Rechten.

In einem Workshop mit Irmtraud Eckart von ufuq, ein freier Träger der Jugendhilfe und politischen Bildung mit dem Schwerpunkt Islam, kann am 22. März von 14 bis 17 Uhr der Umgang mit und gegen rechtsextreme Ansprachen trainiert werden.

Gleich dreimal gastiert das Theater Ulüm bei den Wochen gegen Rassismus. Die zweisprachige Komödie mit dem Titel: „HOCHDEUTSCH-türkisch“ blickt auf die 57-jährige Migrationsgeschichte und den daraus resultierenden veränderten Lebensgewohnheiten in Bezug auf Frauenrechte und Männergesellschaft. In Essenbach spielt das Theater Ulüm am 22. März um 20 Uhr in der Bühne am Schardthof, in Vilsbiburg am Samstag 23. März im Theaterbrettl ab 20 Uhr und am Sonntag 24. März in Landshut schon um 15 Uhr in der Alten Kaserne.

Die Aktion „Gelbe Hand – mach meinen Kumpel nicht an!“ informiert in einem Workshop über die sozialpolitischen Positionen rechter Parteien. Interessierte bekommen hierzu Antworten am 23. März von 10 bis 16 Uhr von Wolfgang Veiglhuber und Jan Nowak.

Der Bundestagsabgeordnete Dr. Karamba Diaby erzählt seinen Weg vom Senegal in den Deutschen Bundestag und spricht mit dem Publikum am 25. März in der Rochuskapelle ab 19.30 Uhr. Hierzu findet am folgenden Tag auch eine Schülerlesung in einem Landshuter Gymnasium statt.

Im Programmkino Kinoptikum läuft an drei Tagen der Film „Capernaum – Stadt der Hoffnung“ aus dem Libanon. Im Mittelpunkt steht der junge Zain ohne Papiere und klagt vor Gericht seine Zukunft ein. Am Montag, 25. März, heißt es ab 20 Uhr Film ab und am Dienstag, 26., und Mittwoch, 27. März, bereits ab 18.30 Uhr.

Das Haus International eröffnet am 28. März die Ausstellung „Stimmen von jenseits des Stacheldrahts“ von Christine Fößmeier um 19.30 Uhr in der Rochuskapelle. Ihre Ausstellung dokumentiert das Kriegsgefangenenlager Stalag VII A Moosburg. Nach der Vernissage ist die Ausstellung bis zum 11. Mai geöffnet.

Am 29. März frägt Julia Ley im Cafe International: „Diskutieren wir fair über den Islam?“. Ab 19 Uhr können sich Interessierte an dem Gespräch mit der Journalistin, die auch Gründerin der Organisation „The Muslim Story“ ist, beteiligen.

Zum Schluss der diesjährigen Aktionswochen findet am 30. März ein Konzert des „Mittelmeer-Orchester“ statt. Elf Musiker aus drei Nationen spielen und singen traditionelle griechische und türkische Lieder. Dazu gibt es im Salzstadel ab 19.30 Uhr auch Spezialitäten. Ein Fest für alle Beteiligten und Gäste.

Die „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ gehen von den Vereinten Nationen, UN aus. Sie proklamierten 1966 den 21. März zum Gedenktag an das Massaker von Sharpeville in Südafrika. Diesen Gedenktag erweiterten die UN im Jahre 1979 um die Aktionswochen gegen Rassismus. In Landshut ergriff die IG Metall 2006 die Initiative und organisierte Veranstaltungen im Rahmen der Aktionswochen gegen Rassismus. In diesem Jahr finden die Aktionswochen in und um Landshut zum 13. Male mit steigender Beteiligung statt.

Weitere Infos unter: www.landshut-interkulturell.de


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