25.02.2019, 15:03 Uhr

Neuer Spielplan des Landestheaters Theatergenuss zwischen Walküre, Watzmann und Karlsson vom Dach

Generalmusikdirektor Basil H. E. Coleman (li.) und Intendant Stefan Tilch präsentierten am Montag den Spielplan für die kommende Spielzeit 19/20. (Foto: Konrad Krukowski)Generalmusikdirektor Basil H. E. Coleman (li.) und Intendant Stefan Tilch präsentierten am Montag den Spielplan für die kommende Spielzeit 19/20. (Foto: Konrad Krukowski)

Im Rahmen der Sitzung des Zweckverbandes Landestheater Niederbayern am vergangenen Montag in Landshut stellte Intendant Stefan Tilch den Spielplan für die Saison 2019/2020 vor. 15 der insgesamt 16 Produktionen der Spielzeit sind Neuproduktionen, darunter eine deutsche Erstaufführung und neun weitere Produktionen zum ersten Mal am Landestheater Niederbayern zu sehen.

LANDSHUT Das Musiktheater eröffnet die Spielzeit im September 2019 mit einer Operette, die wie wenige andere mit einer Vielzahl berühmt gewordener Nummern auftrumpft: „Das Land des Lächelns“. Nach der Wiederaufnahme von Verdis „Nabucco“, der bereits bei den Burgenfestspielen im Sommer zu sehen war, folgt der nächste Teil der am Landestheater Niederbayern inzwischen zur Tradition gewordenen Belcanto-Reihe. Mit „Maria Stuarda“ setzt das Theater seine Auseinandersetzung mit Donizettis tragischen Opern fort.

Nach drei Jahren Pause steht kurz vor Weihnachten wieder eine der grandiosen Schöpfungen Mozarts auf dem Spielplan – sein faszinierender, tiefgründiger und einzigartiger „Don Giovanni“. Der erste Niederbayerische Ringzyklus wird nach „Das Rheingold“ mit „Die Walküre“ fortgesetzt, bevor eine barocke Rarität ihre deutsche Erstaufführung erlebt. Vivaldis Herkules-Oper galt lange Zeit als verschollen, bis vor wenigen Jahren fast alle Arien und Duette von „Ercole sul termodonte“ in verschiedenen Archiven entdeckt wurden und das Werk rekonstruiert werden konnte. Die Spielzeit endet mit der stilprägenden romantischen Oper schlechthin: Carl Maria von Webers „Der Freischütz“ wird bei den Burgenfestspielen Niederbayern zu sehen sein.

Eine der wohl gelungensten und turbulentesten Boulevard-Komödien eröffnet die Schauspiel-Spielzeit: Michael Frayns „Der nackte Wahnsinn“. Peter Shaffers Schauspiel „Amadeus“ gehört zu den wohl meistgespielten Stücken des 20. Jahrhunderts und wirft ein eindringliches Bild auf das Verhältnis zwischen dem Musikgenie Mozart und seinem Widersacher Antonio Salieri.

Bertold Brecht verfasste 1941 im Exil eine Parabel über den Aufstieg Adolf Hitlers, die heute angesichts erstarkender Diktaturen leider wieder an Aktualität gewinnt: „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“. Von einer Begegnung mit dem Fremden in der Person des Nigerianers Diallo erzählt das Schauspiel „Willkommen bei den Hartmanns“ und zeigt auf sehr unterhaltsames Weise, welche ungeahnten Wirkungen neue Einflüsse auf verkrustete Familienstrukturen haben können.

Die Arbeit an der ersten STUDIO-Produktion der Spielzeit begann Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek an dem Abend, an dem Donald Trump zum amerikanischen Präsidenten gewählt wurde: „Am Königsweg“. In Moritz Rinkes „Westend“ treffen zwei Studienfreunde aufeinander, deren Leben sich radikal gegensätzlich entwickelt haben. Als zweite STUDIO-Produktion präsentiert das Landestheater Stefan Zweigs feinfühlige Analyse eines Menschen, der an die Grenzen seiner Liebesfähigkeit stößt und schließlich die Kontrolle über sein Leben verliert: „Ungeduld des Herzens“. Die Schauspiel-Spielzeit endet bei den Burgenfestspielen Niederbayern mit einem der größten Alpen-Kult-Stücke der Geschichte: der kongenialen Bergbauern-Drama-Parodie „Der Watzmann ruft!“

Für das junge Publikum steht 2019/2020 eine der beliebtesten Figuren der Kinderbuchautorin Astrid Lindgren auf der Bühne. „Karlsson vom Dach“ ist ein Mann mit Ecken und Kanten aber auch dem Herzen am rechten Fleck.


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