16.04.2018, 08:47 Uhr

„Der bayerische Sturm“ im Zelt Der Sturm am Ende des Lebens

(Foto: Peter Litvai)(Foto: Peter Litvai)

Am kommenden Freitag feiert das Landestheater Niederbayern seine letzte Schauspiel-Premiere der Spielzeit im Landshuter Theaterzelt: Auf dem Programm steht Wolfgang Maria Bauers Bearbeitung eines Klassikers von William Shakespeare: „Der bayerische Sturm“.

LANDSHUT Die Frage, was nach dem Tod kommt, beschäftigt die Menschheit seit jeher. Interessanterweise haben Forscher festgestellt, dass sich die Berichte über Nahtoderfahrungen sehr häufig ähneln. Viele dieser Patienten berichten, dass sie Szenen ihres Lebens wie in einem Film an sich vorüberziehen sehen. In diesem Sinn interpretiert auch Regisseur Wolfgang Maria Bauer Shakespeares „Der Sturm“, der in einer bearbeiteten Fassung am 20. April im Theaterzelt Premiere hat.

Prospero, ehemals Herzog von Mailand, wurde von seiner intriganten Schwester Antonia abgesetzt und vertrieben. Mit seiner Tochter Miranda landete er auf einer Insel, auf der er sich die dort lebenden Geister mithilfe seines magischen Wissens dienstbar gemacht hat. Eines Tages kommt vor der Insel ein Schiff durch einen von Prospero entfachten Sturm in Seenot. An Land werden seine Schwester Antonia, der Sohn des Königs von Neapel, Ferdinand, und andere Seeleute gesprült. Prospero wird noch einmal gezwungen, sein Leben aufzuarbeiten, an die schmerzhaften Punkte seines Lebens zurückzugehen und Frieden mit der Welt zu schließen.

Ludwig Tieck beschrieb den „Sturm“ einmal als „leisen Fortschritt einer Begebenheit von kleinem Umfang“. Gerade die reduzierte Handlung fordert Regisseure zu Interpretationen heraus. In der Neuproduktion am Landestheater ist Prospero ein Sterbender, der sich den großen Themen seines Lebens noch einmal stellt: Sein Leben läuft noch einmal an ihm vorbei und er hat die große Chance, aufgestaute Konflikte beizulegen. Neben diesem Schwerpunkt kommt die Komödie in der Figur des Kammerdieners Trinculo zum Zuge, der vom Inselbewohner Caliban zu einem Mord an Prospero angestiftet wird. Diese Szenen wurden von Wolfgang Maria Bauer ins Bairische übertragen.

Für die Ausstattung zeichnet Aylin Kaip verantwortlich, die erstmals am Landestheater arbeitet. In der Hauptrolle des Prospero ist Olaf Schürmann zu sehen, seine böse Schwester Antonia spielt Paula-Maria Kirschner. Die Inselbewohner Ariel und Caliban werden von Katharina Elisabeth Kram und Joachim Vollrath dargestellt, Trinculo spielt Reinhard Peer. In weiteren Rollen sind Mona Fischer, Laura Puscheck, Ella Schulz, David Moorbach und Julian Niedermeier zu sehen.

Die nächste Vorstellung nach der Premiere findet bereits am Samstag, 21. April, um 19.30 Uhr im Theaterzelt statt. Karten gibt es im Verkehrsverein, an der Theaterkasse im Theaterzelt (Fr. 11-13 Uhr), Telefon (0871) 92208-33, theaterkasse@landshut.de, und an der Abendkasse. Alle Termine unter www.landestheater-niederbayern.de.


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