26.10.2017, 15:51 Uhr

Forderung eines Konzeptkünstlers Kröninger Keramik bald Weltkulturerbe?

Der Konzeptkünstler Richard Hillinger (re.) und der Galerist Georg Forster (li.) überbrachten Landrat Peter Dreier eine nachgemachte Schale mit typischem Dekor der Kröninger Hafnerware. (Foto:Landkreis Landshut)Der Konzeptkünstler Richard Hillinger (re.) und der Galerist Georg Forster (li.) überbrachten Landrat Peter Dreier eine nachgemachte Schale mit typischem Dekor der Kröninger Hafnerware. (Foto:Landkreis Landshut)

Der Landshuter Konzeptkünstler Richard Hillinger hat ein großes Ziel: Er will, dass Keramik aus Kröning zum UNESCO-Kulturerbe gehört.

LANDSHUT Sie hatten reichlich Holz, Tonerde und vor allem im Winterhalbjahr viel Zeit. Mit Kunstfertigkeit und Fleiß machten sie daraus hervorragendes Geschirr – ihre auch künstlerisch ansprechende Irdenware, die jahrhundertelang ein Verkaufsschlager war zwischen Nürnberg und Bozen, Augsburg und Wien: die Kröninger Hafner. Für den Landshuter Konzeptkünstler Richard Hillinger ist dieses Kunst- und Kulturschaffen der Bauern und Töpfer im Hügelland östlich von Landshut so wertvoll, dass es seiner Ansicht nach in die Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen werden sollte. Derzeit ist er auf Tour, um Verbündete dafür zu finden, auch bei Landrat Peter Dreier ist er vorstellig geworden.

Bei MdL Hubert Aiwanger (Freie Wähler) war er schon, auch die Grünen-Landtagsabgeordnete Rosi Steinberger hat er mit einer künstlerisch sehr ansprechenden Kröninger Schale in der Hand abgelichtet, etliche Bürgermeister, darunter Helmut Haider (Vilsbiburg), Landshuts OB Alexander Putz und selbstverständlich auch das Kröninger Gemeinde-Oberhaupt Konrad Hartshauser, Kunstschaffende wie den österreichischen Aktionskünstler Hermann Nitsch und viele andere illustre Leute. Landrat Peter Dreier hat er in seinem Amtszimmer mit einem Zeugnis des Kunsthandwerks fotografiert.

Hillinger ist aber nicht dabei, einen Bildband von Prominenten zusammenstellen, er dokumentiert damit vielmehr seine Suche nach Verbündeten bei einem jedenfalls nicht alltäglichen Vorhaben: Hillinger möchte, dass die Kröninger Hafner-Ware in die Unesco-Liste des Kulturerbes der Menschheit aufgenommen wird. Mit dem Galeristen Georg Forster (Produzentengalerie Landshut) trug er nun dem Landrat seine Argumente für dieses Unterfangen vor.

Der umtriebige Konzeptkünstler Hillinger, der vor Jahren Friedensnobelpreisträger Lech Walesa nach Landshut brachte und auf internationale Kontakte in der Kunstszene verweist, stellt das Kunsthandwerk des Kröning in größere geschichtliche und vor allem auch kunsthistorische Zusammenhänge: Mit ihrer Spritztechnik, auf deren Grundlage sie ihre Hafner-Ware ansprechend verzierten, haben die Kröninger nach den Worten Hillingers schon vor langer Zeit künstlerische Ausdrucksmittel gefunden, mit denen weltweit renommierte Künstler des 20. Jahrhunderts Furore gemacht hätten.

Die Unesco, die Kulturorganisation der Vereinten Nationen, unterstützt seit 2003 explizit den „Schutz, die Dokumentation und den Erhalt von Kulturformen, die von Generation weitergegeben werden“: Mehr als 400 Bräuche, Darstellungskünste, Handwerkstechniken, kulturelle Ausdrucksformen und Naturwissen aus aller Welt wurden bisher aufgenommen in die vor gut einem Jahrzehnt ins Leben gerufene Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit.


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