28.07.2020, 14:52 Uhr

Tradition Dr. Olaf Heinrich ist neuer Vorstandsvorsitzender des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege

Nach dem Ausscheiden von Tilman Ritter (stv. Vorsitzender) und Johann Böhm (Vorsitzender) wird der Vorstand des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege nunmehr von Dr. Olaf Heinrich (Vorsitzender) und Prof. Dr. Günter Dippold (Stellvertreter) geleitet. Foto: Michael RitterNach dem Ausscheiden von Tilman Ritter (stv. Vorsitzender) und Johann Böhm (Vorsitzender) wird der Vorstand des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege nunmehr von Dr. Olaf Heinrich (Vorsitzender) und Prof. Dr. Günter Dippold (Stellvertreter) geleitet. Foto: Michael Ritter

Auf der Beiratssitzung am 23. Juli wurden Dr. Olaf Heinrich, Bezirkstagspräsident von Niederbayern und Bürgermeister der Stadt Freyung, als neuer Vorstandsvorsitzender des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege und Prof. Dr. Günter Dippold, Bezirksheimatpfleger von Oberfranken, als dessen Stellvertreter gewählt. Erwin Horak, Präsident der Staatlichen Lotteriegesellschaft a. D., wurde erneut als Schatzmeister bestätigt.

Bayern. Der 41-jährige Dr. Olaf Heinrich überzeugte den Beirat auch durch sein persönliches Statement. Er betonte das unmittelbare Erleben der Vielfalt Bayerns in seiner eigenen Biografie und äußerte den innigen Wunsch, dass die materiellen und immateriellen Werte des Freistaats erhalten bleiben. Zugleich sei aber eine zukunftsfähige Weiterentwicklung der heimatpflegerischen Aufgaben notwendig. Die Bedeutsamkeit beispielsweise von Kulturlandschaften und der baulichen Verfassung müsse auch an Kinder und Jugendliche weitergetragen werden. Im Hinblick auf die wesentlichen Kooperationspartner des Landesvereins, insbesondere die bayerischen Bezirke, bekräftigte Heinrich, „Türöffner“ sein zu wollen.

Verabschiedung der scheidenden Amtsträger

Nach der Wahl dankten die Beiräte und die Mitarbeiter der Geschäftsstelle den ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern, insbesondere dem bisherigen Vorsitzenden Johann Böhm, Präsident des Bayerischen Landtags a. D.. Dieser hatte, 1999 gewählt, die zweitlängste Amtszeit in der Geschichte des Landesvereins inne. Die letzten 21 Jahre waren für die Heimatpflege durchaus umwälzende Jahre, in denen sie sich mit gewaltigen Herausforderungen konfrontiert sah. Böhm habe immer wieder vor Augen geführt, dass Heimat kein ungefährdetes, dauerhaft geschütztes Gut sei, sondern dass man sich für ihren Erhalt und ihre verantwortungsvolle Weiterentwicklung mutig und tatkräftig einsetzen müsse.

In seiner kurzen, aber offensichtlich gerührten Danksagung gab Böhm seinem Nachfolger schließlich den Rat, „sich selbst treu zu bleiben, aber immer ein offenes Ohr zu haben“.

Hochkarätiger Vorstand

Personelle Veränderungen gab es auch in der weiteren Zusammensetzung des Vorstands. Dieser besteht nunmehr aus Dr. Tobias Appl, Bezirksheimatpfleger der Oberpfalz, Prof. Dr. Sabine Döring-Manteuffel, Präsidentin der Universität Augsburg, Lehrstuhl für Europäische Ethnologie/Volkskunde, Dipl.-Ing. Andrea Gebhard, Landschaftsarchitektin und Stadtplanerin, Stephan Kersten, Präsident des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs a. D., Dr. Margit Ksoll-Marcon, Generaldirektorin der Staatlichen Archive Bayerns, und Prof. Florian Nagler, Architekt und Ordinarius am Lehrstuhl für Entwerfen und Konstruieren an der Fakultät für Architektur der TU München. Dem Vorstand gehört überdies der Geschäftsführer des Landesvereins, Dr. Wolfgang Pledl, an.

Hintergrund

Der 1902 ins Leben gerufene Bayerische Landesverein für Heimatpflege e. V. kümmert sich seit seiner Gründung nicht nur selbst um Denkmal- und Baupflege, Volksmusik, Bräuche, Trachten und Mundart, sondern sorgte mit staatlicher Förderung häufig auch dafür, dass die für die Heimatpflege einschlägigen Institutionen geschaffen wurden und die in der Regel ehrenamtlich tätigen Kreis- und Stadtheimatpfleger die notwendige Unterstützung erhalten. Das Leitbild des Landesvereins, die Heimat zu schützen, bedeutet allerdings nicht nur, sie zu bewahren und zu pflegen, sondern auch sie verantwortungsvoll weiterzuentwickeln. In diesem Sinne hat sich die Heimatpflege den gesellschaftlichen Veränderungen und Herausforderungen der Gegenwart zu stellen und den vorhandenen Werten neue hinzuzufügen.


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