05.07.2019, 16:07 Uhr

Suche nach dem Abstrakten Fotoausstellung „struktura“ im Stadtmuseum Abensberg zu sehen

(Foto: Jan Ságl/2018)(Foto: Jan Ságl/2018)

Die neue Ausstellung des Stadtmuseums Abensberg zeigt Fotografien des tschechischen Fotografen Jan Ságl, welche speziell für diese Ausstellung entstanden. Ságl fotografierte dafür in den Spargelfeldern und Hopfengärten rund um Abensberg.

ABENSBERG Er dokumentiert dabei nicht, sondern sucht das Abstrakte. Bereits in früheren Werken hatte er gezeigt, wie aus den landwirtschaftlichen Formungen der Natur geometrische Muster herauswachsen, die sich nahtlos zu Werken der modernen Kunst entfalten.

Ságl findet diese Motive, abstrahiert mit geübtem Blick das Entscheidende und gibt es als eigenständiges und oft verfremdetes Motiv in seinen Fotos wider. Er verfremdet auf diese Weise das Bekannte, gibt ihm ein überraschendes und eigenständiges Aussehen und ermöglicht so dem Betrachter wieder einen neuen Blick auf das Altbekannte.

Jan Ságl, 1942 in Humpolec geboren, begann schon in jungen Jahren mit dem Fotografieren. Er teilte diese Leidenschaft mit anderen Hobbys, wie zum Beispiel dem Segelfliegen. Nach dem Abbruch eines Maschinenbaustudiums arbeitete er vor allem für zwei progressive Kunstzeitschriften und als freier Fotograf. Bis 1977 bewegte er sich zusammen mit seiner Frau Zorka Ságlová, einer der Wegbereiterinnen der LandArt und einer der bedeutendsten Malerinnen der tschechischen Moderne, im Umfeld des kulturellen Underground. Ságl war in den Achtzigern ein Pionier der Farbfotografie in der Tschechoslowakei. Als einer der ersten hatte er ein Verfahren zum großformatigen Druck von Digitalfotos entwickelt.

Bereits vor der Wende 1989 wurden Ságls Bilder immer abstrakter. Er experimentierte auch mit technischen Mitteln zur Erzielung informeller Bilder. Seine Fotografien befinden sich in Galerien und Museen wie dem Victoria & Albert Museum in London, der National Gallery of Canada und zahlreichen weiteren Sammlungen in aller Welt. Ságl gehört zu den wichtigsten Zeitzeugen des Underground in Tschechien und ist daher gefragter Gesprächspartner für Journalisten und Historiker gleichermaßen.

Die Fotoausstellung kann noch bis zum 8. September im Stadtmuseum Abensberg besucht werden.


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