09.05.2019, 10:04 Uhr

Bis 15. Mai zu sehen Wanderausstellung eröffnet – „Unterstützung für Kinder psychisch erkrankter Eltern“

Von links: Landrat Martin Neumeyer, Referentin Petra Schwimmbeck, Beate Wittmann (KoKi im Landkreis Kelheim), Johann Huber (Schulleiter Berufliches Schulzentrum Kelheim). -8Foto: Kathrin Reichl/KoKi-Stelle Landratsamt Kelheim) (Foto: Kathrin Reichl, KoKi-Stelle Land)Von links: Landrat Martin Neumeyer, Referentin Petra Schwimmbeck, Beate Wittmann (KoKi im Landkreis Kelheim), Johann Huber (Schulleiter Berufliches Schulzentrum Kelheim). -8Foto: Kathrin Reichl/KoKi-Stelle Landratsamt Kelheim) (Foto: Kathrin Reichl, KoKi-Stelle Land)

Wenn Eltern an einer psychischen Erkrankung leiden, sind besonders die Kinder betroffen. In der Ausstellung „Kindersprechstunde“ stehen diese Kinder im Mittelpunkt. Sie selbst geben in berührenden Zeichnungen und Texten Einblicke in ihren Alltag und erzählen von ihren Ängsten, Hoffnungen und Wünschen. Die Ausstellung ist zu sehen bis 15. Mai wochentags jeweils von 8 Uhr bis 10 Uhr und von 11.30 bis 15.30 Uhr im Berufsschulzentrum, Schützenstraße 30, 93309 Kelheim.

KELHEIM Psychische Erkrankungen zählen heute zu den zentralen „Volkserkrankungen“. Geht man von aktuellen Zahlen aus, kann man annehmen, dass etwa jedes vierte Kind vorübergehend oder dauerhaft mit einer seelisch erkrankten Mutter oder einem seelisch erkrankten Vater lebt. Die Kinder leiden nicht nur unter den damit einhergehenden besonderen sozialen und familiären Belastungen, sie haben zudem ein erhöhtes Risiko selbst psychisch zu erkranken.

Die häufiger werdenden Fälle in der praktischen Arbeit mit Familien gaben der KoKi Stelle im Landkreis Kelheim Anlass, gemeinsam mit ihren Netzwerkpartnern das Thema in den Blick zu nehmen und Handlungsmöglichkeiten zu beleuchten. Rund 60 Fachleute folgten der Einladung in das Berufsschulzentrum zu Eröffnung der Ausstellung und des Fachnachmittags.

Aus (mindestens) drei verschieden Sozialgesetzbüchern kommen die Leistungen, die Familien helfen, die schwierige Lebenslage zu meistern, die sich aus der Erkrankung ergibt, veranschaulichte Dipl. Psychologin Petra Schwimmbeck. Damit die Familien in der gegebenen Überforderungssituation nicht allein gelassen werden, nicht durchs Raster fallen zwischen Zuständigkeiten, Bürokratismus, zu hohen Schwellen, Angst und Scham, müssen verschiedene Disziplinen und Akteure im „Netzwerk – Frühe Hilfen“ zusammenwirken.

Im konkreten Einzelfall ist es zielführend immer auch unkonventionelle Wege anzudenken und zu gehen und dabei nie aus dem Blick zu verlieren, dass es Faktoren gibt, die Kinder stärken mit ihren Belastungen zurecht zu kommen und „so trotz ihres Schicksals gesund aufzuwachsen“ betonte Petra Schwimmbeck. Sie leitet das Betreute Einzelwohnen für psychisch erkrankte Eltern beim Sozialpsychiatrischen Dienst in München Giesing, aus ihrer Praxis berichtet sie, dass es oft die Bezugspersonen im außerfamiliären Umfeld, die Einbindung in Vereine und Gruppen oder besonders bei den Kleineren die verlässliche Betreuung in Kindertageseinrichtungen sind, die hier den Unterschied machen.

Landrat Martin Neumeyer eröffnete zusammen mit dem Schulleiter des Beruflichen Schulzentrums Johann Huber die Ausstellung „KindersprechStunde“. Die Ausstellung wendet sich an alle Menschen, die privat oder beruflich mit Kindern zu tun haben und motiviert dazu, hinzusehen, den Kindern beizustehen und ihre Ressourcen zu fördern. Das kann dabei helfen, trotz Schwierigkeiten gesund aufzuwachsen.


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