28.03.2019, 19:49 Uhr

Fachberatung Servicestelle für niederbayerische Museen eingerichtet

Begrüßen die Einrichtung der neuen Museumsberatungsstelle für Niederbayern: Bezirksheimatpfleger Dr. Maximilian Seefelder, Museumsfachberaterin Cindy Drexl und Bezirkstagsvizepräsident Dr. Thomas Pröckl. (Foto: Bezirk, Stempfhuber-Herde)Begrüßen die Einrichtung der neuen Museumsberatungsstelle für Niederbayern: Bezirksheimatpfleger Dr. Maximilian Seefelder, Museumsfachberaterin Cindy Drexl und Bezirkstagsvizepräsident Dr. Thomas Pröckl. (Foto: Bezirk, Stempfhuber-Herde)

Der Bezirk Niederbayern richtet eine Museumsberatungsstelle ein. Dies beschloss der Kultur-, Jugend- und Sportausschuss unter Vorsitz von Bezirkstagsvizepräsident Dr. Thomas Pröckl am Donnerstag, 28. März. Ziel der neuen Museumsberatungsstelle ist die regionale Vernetzung zwischen den niederbayerischen Museen, das Bündeln der vielfältigen musealen Angebote, eine gemeinsamen Öffentlichkeitsarbeit sowie die Attraktivitätssteigerung der niederbayerischen Museumslandschaft.

NIEDERBAYERN Die Museen sind wichtige Bildungs- und Tourismuseinrichtungen. Ein gut ausgestattetes Museum ist Standortfaktor und erhöht die Attraktivität der Kommune. Darüber hinaus sind Museen identitätsstiftende Orte, die das kulturelle Leben in der gesamten Region bereichern. „Gerade im Hinblick auf die Zukunftsfähigkeit dieser wertvollen Bildungs- und Tourismuseinrichtungen – insgesamt gibt es 130 Museen und Sammlungen in Niederbayern – erscheint es wichtiger denn je, diese Institutionen neben einer finanziellen Förderung auch in Form von Beratung und Vernetzung zu unterstützen“, betonte der Leiter des Kulturreferats, Bezirksheimatpfleger Dr. Maximilian Seefelder. Dass diese Themen hochaktuell bzw. notwendig sind, zeigte ein erstes Arbeitstreffen der ehren- und hauptamtlich tätigen Museumsleiter, zu dem das Kulturreferat vor einiger Zeit geladen hatte. Auch die namhaftesten Fachstellen der Museumsszene wie die Landesstelle für nichtstaatliche Museen und der Deutsche Museumsbund stellten übereinstimmend fest, dass Museen vor großen Herausforderungen stehen. Davon sind auch die niederbayerischen Museen betroffen: Sie müssen sich zukunftsfähig aufzustellen. Vielfach können nichtstaatliche Lokal- und Regionalmuseen wie auch ehrenamtlich geführte Museen neue Herausforderungen allein nicht meistern. Es bedarf einer bezirksweiten und regionalen Zusammenarbeit, einer gemeinsamen Werbung und eines kooperativen Austausches zwischen den Museen.

Die notwendige bezirksweite Koordination und Beratung kann ab sofort vom Bezirk Niederbayern gewährleistet werden. Mit der Volkskundlerin Cindy Drexl ist bereits jetzt eine ausgewiesene Museumsexpertin im Kulturreferat tätig. Sie war vor ihrer Tätigkeit beim Bezirk Niederbayern am Münchner Stadtmuseum und am Haus der Bayerischen Geschichte beschäftigt sowie für die Bayerische Landesausstellung 2016 „Bier in Bayern“ im Kloster Aldersbach tätig. Cindy Drexl wird die Museumsberatungsstelle zusammen mit Bezirksheimatpfleger Dr. Maximilian Seefelder aufbauen und leiten. Die Beratung sowie die Koordination von ergänzenden Ausstellungen, das Aufzeigen der Besonderheiten der einzelnen, niederbayerischen Museen, eine gemeinsame Pressearbeit oder ein gemeinsamer Internetauftritt sind einige Beispiele der künftigen Tätigkeit. Der Museumsberatungsstelle beim Bezirk Niederbayern liegt ein Drei-Säulen-Modell zugrunde: Beratung, Vernetzung, Kooperation.

Der Bezirk Niederbayern wird die Museumsberatungsstelle in Kooperation mit dem Museumspädagogischen Zentrum (MPZ) in München und der Stadt Abensberg umsetzen. Das Museumspädagogische Zentrum ordnet eine museumspädagogische Fachkraft zum Aufbau und zur Erweiterung museumspädagogischer Konzepte in Niederbayern ab. Ziel ist der Ausbau der Museumsangebote für Schulen. Dahinter verbirgt sich der Leitgedanke: Schulen brauchen die Museen nicht, aber Museen die Schulen. Und genau hier kann ein wichtiger Schritt für die Zukunftsfähigkeit der niederbayerischen Museumslandschaft gemacht werden. Darüber hinaus stellt die Stadt Abensberg bzw. das Stadtmuseum Abensberg unter Leitung von Dr. Tobias Hammerl unentgeltlich Räumlichkeiten für Schulungen und Veranstaltungen zur Verfügung. Ziel ist es, museumspädagogische Programme und Themenführungen, Fortbildungen und Tagungen verstärkt nach Niederbayern zu bringen. Dem Bezirk Niederbayern stehen mit dem Museumspädagogischen Zentrum München (MPZ) und der Stadt Abensberg zwei starke Partner zur Verfügung. Das Vorhaben wurde mit der Landesstelle für nichtstaatliche Museen im Vorfeld besprochen und wird von ihr wohlwollend begleitet.

Neben seinem Engagement im Zweckverband Niederbayerische Freilichtmuseen fördert der Bezirk Niederbayern nichtstaatliche Museen und Sammlungen. Dieses Angebot wird nun mit der Beratungs- und Koordinierungsstelle ausgebaut. „Die Museumsberatungsstelle ist eine sinnvolle und wichtige Erweiterung des Angebots. Die niederbayerischen Museen können dadurch gestärkt werden“, betonte Bezirkstagsvizepräsident Dr. Thomas Pröckl in der Sitzung. „Insbesondere die Verbindung von Museen und Schule erachte ich als wichtigen Schritt, um junge Besucher für unsere Museen zu begeistern.“


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