14.03.2019, 09:41 Uhr

Sorge in Bad Gögging Stirbt der Brauch des Maibaums aus?

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

Der Maibaum gehört zu Bayern wie Lederhosen und Biergarten. Auch im Alten Kurpark in Bad Gögging ragte seit Gedenken ein Maibaum mit bunten Tafeln weit in den Himmel und erfreute Einheimische wie Urlauber mit seinem Anblick. Im Moment erinnert daran nur das leere Fundament inmitten des Kurparks.

BAD GÖGGING Das Aufstellen eines neuen Maibaums wird in diesem Jahr zu einer echten Herausforderung. Der Tourismusverband Bad Gögging e. V., der bisher das Aufstellen des Maibaums und auch das Maifest am 1. Mai organisiert hat, ruft daher die Bad Gögginger auf, das Maibaumaufstellen tatkräftig zu unterstützen.

Während es andern Ortes in Bayern oft sogar zu einem Wettstreit kommt, wer den prächtigsten und höchsten Maibaum errichten wird und zum Aufstellen des Baumes alle Hände mit anpacken, so war es in Bad Gögging zuletzt ein kleines Grüppchen aus dem Vorstand des Tourismusverbandes, das mit viel Mühe und ein paar Helfern das Herrichten und Aufstellen des Maibaums alleine bewerkstelligte. In Bad Gögging fürchtet man nun um diesen Brauch, denn es finden sich nun fast gar keine Helfer mehr, die beim Transport, beim Bearbeiten und beim Aufstellen des Maibaums zur Hand gehen. „In den letzten Jahren, war es schon sehr schwer, jemanden zu finden der uns unterstützt“, sagt Karl Zettl, erster Vorsitzender des Tourismusverbandes. „Und als Einzelkämpfer ist es mir nicht möglich, das Maibaumaufstellen fortzuführen. Unsere Mitglieder haben ein Alter erreicht, in dem sie gerne die Aufgaben an die nächste Generation übergeben würden – aber da steht kaum einer zur Verfügung.“ Gespräche mit verschiedenen Vereinen hat es bereits gegeben, leider bisher ohne Erfolg. Auch gab es Überlegungen, das Maibaumaufstellen und die Feierlichkeiten zum ersten Mai zusammen mit dem TSV Bad Gögging zu veranstalten. Aber auch diese Bemühungen blieben ergebnislos, da der TSV seinen eigenen Maibaum aufstellt. Ebenso wurde bereits über die Gründung eines Vereins „Bad Gögginger Maibaumfreunde“ nachgedacht.

Tourismus-Managerin Astrid Rundler klingt besorgt, wenn es um den Maibaum im Alten Kurpark geht. „Schließlich leben wir mitten in Bayern und werben um Urlaubsgäste verstärkt mit unseren bayerischen Traditionen.“ Die Gäste wünschen sich gelebtes Brauchtum am Ort. Wie sehr, das kann man am Besucheransturm beim jährlichen Erntedankfest der Tourist-Info oder am Erfolg des Leonhardi-Ritts sehen, der zusammen mit dem Tourismusverband e.V. und dem RC Aribo e.V. organisiert wird. „Zu diesem gelebten Brauchtum gehört eben auch das Engagement der Bevölkerung um einen Maibaum“, finden Rundler und Zettl und hoffen, dass sich noch ausreichend freiwillige Helfer finden. Auch Bürgermeister Reimer ist der Meinung, dass - besonders hinsichtlich des Jubiläumsjahres in Bad Gögging- es doch kein gutes Bild abgäbe, wenn im Alten Kurpark eine Lücke klafft, wo sonst ein weiß-blauer Maibaum den Park schmückt und ist zuversichtlich, dass noch Helfer gefunden werden.

Aufruf

Helfen Sie mit, dass die Tradition eines Maibaums im Kurpark erhalten bleibt! Gesucht werden Helfer, die beim Fällen, beim Transport, beim Schälen und beim Anbringen der Tafeln unterstützen. Für alle interessierten Helfer gibt es am Dienstag, 2. April, ab 19 Uhr ein Treffen im Gasthaus zum Alten Wirt in Bad Gögging. Wichtig zu wissen: Der Tourismusverband Bad Gögging e. V. bliebt weiterhin verantwortlich, das heißt, der Verein hat die entsprechende Maibaumversicherung und kümmert sich um die Verkehrssicherung.


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