22.02.2019, 13:13 Uhr

Begutachtung Experten vor Ort – „Restaurierung der Befreiungshalle erzielte ein Höchstmaß an historischer Authentizität“

Die Befreiungshalle mit neuer Farbfassung. (Foto: Bayer. Schlösserverwaltung)Die Befreiungshalle mit neuer Farbfassung. (Foto: Bayer. Schlösserverwaltung)

Am Freitag, 22. Februar, lud die Bayerische Schlösserverwaltung dazu ein, die neue Farbgebung der Befreiungshalle mit renommierten Experten zu begutachten. Prof. i. R. Dr. Adrian von Buttlar (Technische Universität Berlin), einer der führenden Klenze-Experten, stellte dabei fest: „Die Restaurierung der Befreiungshalle erzielte auf der Basis neuer Quellen- und Befunduntersuchungen erstmals ein Höchstmaß an historischer Authentizität: Das gewohnte Bild eines ockerfarbigen Anstrichs, der auf die zu schwere Nachkriegs- bzw. kaiserzeitliche Farbfassung zurückging, konnte durch eine lichte, farbig differenzierte Fassung ersetzt werden, die nach den Vorstellungen Ludwigs I. und Leo von Klenzes verschieden getönte Hausteinsorten imitiert.“

KELHEIM Der Ortstermin setzte den Schlusspunkt der 2014 begonnenen, intensiven Restaurierungsmaßnahme an der Fassade der Befreiungshalle. Deren Ziel war es, nach 150 Jahren die ursprüngliche Farbfassung, die Leo von Klenze für den Bauherrn König Ludwig I. geschaffen hatte, wiederherzustellen. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, hatte die Schlösserverwaltung zusammen mit dem Staatlichen Bauamt Landshut zur Konzeption der neuen Farbfassung ein Gremium aus renommierten Experten mit den Universitätsprofessoren Adrian von Buttlar (Technische Universität Berlin), Thomas Danzl (Technische Universität München) und Christoph Wagner (Universität Regensburg) an der Spitze hinzugezogen, um unter anderem die vorhandenen Dokumente, Befunde und Bildansichten richtig zu interpretieren und die Farbabstimmungen sowie die Herstellungsweise gemeinsam zu erarbeiten. Auch die Kelheimer Öffentlichkeit war intensiv über diesen Prozess informiert worden, da abzusehen war, dass sich die neue hellere Ansicht der Befreiungshalle deutlich von der gewohnten Sichtweise unterscheiden würde.

Die Farbfassung der Befreiungshalle

Die Befreiungshalle erfuhr seit ihrer baulichen Fertigstellung im Jahr 1863 etwa alle 50 Jahre eine farbliche „Auffrischung“. So folgte der bauzeitlichen Farbfassung von Klenze im Jahre 1913 zunächst eine dunklere Gelbfassung, die 1963 wiederum erneuert wurde in ziemlich dunklen, rötlichen Gelbtönen, bis hin zur nunmehr wiedergewonnenen hellen, überwiegend blassgelblichen Farbigkeit. Die historische Entwicklung dieser Farbfassungen ist anschaulich auf einer Informations-Stele vor der Befreiungshalle erläutert.

Die Befreiungshalle Kelheim

Die von König Ludwig I. in Auftrag gegebene Gedenkstätte für die siegreichen Schlachten gegen Napoleon in den Befreiungskriegen 1813-1815 wurde von Friedrich Gärtner in Anlehnung an antike und christliche Zentralbauideen begonnen und 1863 von Leo von Klenze nach geänderten Plänen vollendet.

Die Strebepfeiler der Außenfassade bekrönen 18 Kolossalstatuen als Allegorien der deutschen Volksstämme. Die Zahl 18 versinnbildlicht auch das Datum der Völkerschlacht bei Leipzig (18. Oktober 1813), an dem die Truppen Napoleons von der Koalition vernichtend geschlagen wurden.

Weitere Informationen über die Befreiungshalle Kelheim finden sich im Internet unter www.schloesser.bayern.de.


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