18.01.2019, 09:48 Uhr

Wie’s früher war ...“ Reise in die Vergangenheit zu Dreirad, Tretroller und Stecklreißer im Stadtmuseum Abensberg

Schlittenfahren auf dem „Hundsbuckel“, um 1925. (Foto: Stadtmuseum Abensberg)Schlittenfahren auf dem „Hundsbuckel“, um 1925. (Foto: Stadtmuseum Abensberg)

Am Samstag, 26. Januar, um 14:30 Uhr, startet die Reihe „Wie´s früher war…“ in die neue Saison. Die dritte Bürgermeisterin der Stadt Abensberg, Gertraud Schretzlmeier, und Museumsleiter Dr. Tobias Hammerl laden wieder alle Interessierten in das Foyer des Herzogskasten bei Kaffee und Kuchen zu einer erzählerischen Reise in die Vergangenheit ein.

ABENSBERG Wer erinnert sich nicht an sein erstes Fahrrad oder an den heiß geliebten Tretroller? Bekam man zu Weihnachten oder zum Geburtstag endlich das ersehnte Fortbewegungsmittel geschenkt, so gab es oft kein Halten mehr. Selbst bei Eis und Schnee musste das neue Gefährt sofort ausprobiert werden. An wenigen Dinge läßt sich das Heranwachsen so gut ablesen, wie an den jeweiligen Fahrzeugen. Als Kleinkind beginnt man mit dem Rutscheauto und dem Dreirad, im Kindergarten steigt man auf den Tretroller um und in der Schule ist dann das Fahrrad der ganze Stolz der ABC-Schützen. Jugendliche sparen ihr Taschengeld für das erste Mofa oder einen Motorroller, während in nicht mehr allzu weiter Ferne schon DAS Statussymbol der Erwachsenen winkt, das erste Auto. Mit jedem neuen Fahrzeug erweitert der junge Mensch seinen Horizont, erobert die Welt und erkämpft sich ein Stück adoleszente Freiheit.

Das Zeitalter der individuellen Mobilität für jedermann beginnt 1817 mit dem Ausbruch eines Vulkans. Aufgrund der durch die riesigen Aschewolken ausgelösten Wetterkatastrophen ging das Jahr 1817 als „Jahr ohne Sommer“ in die Geschichte ein. Da in der folgenden Hungersnot auch Reit- und Zugtiere zugrunde gingen oder gegessene wurden, erdachte sich der Freiherr von Drais eine neuartige Laufmaschine, mit der man sich fast genauso schnell wie mit einem Pferd fortbewegen konnte: Das Fahrrad war geboren! Schon kurze Zeit später wurden bereits die ersten Draisinen für Kinder, oft von ortsansässigen Wagnern und Stellmachern, hergestellt.

Gerade im Winter, wenn bei Eis und Schnee das Fahrrad oder der Tretroller in der Garage bleiben muss, greifen auch heute noch die Kinder auf Schlitten und Schlittschuhe zurück. Letztere wurden auch Stecklreißer genannt, weil gelegentlich die Schlittschuhe, die unter die Schuhe geschnallt wurden, den Absatz von den Schuhen rissen, was einen Gang zum Schuster zur Folge hatte.

Museumsleiter Dr. Tobias Hammerl wird die Gäste zunächst durch die Ausstellung „Mobile Kinderwelten“ führen und im Rahmen eines kurzweiligen Vortrags 200 Jahre Kinderfahrzeuge Revue passieren lassen. Im Anschluss sind bei Kaffee und Kuchen alle Gästen herzlich eingeladen, ihre eigenen Erinnerungen an ihre bewegte Kindheit zu erzählen.


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