10.07.2018, 21:38 Uhr

Tag der offenen Tür Zehn Jahre Theater am Bahnhof – Theaterverein „Lampenfieber“ feiert

(Foto: Stadt Abensberg)(Foto: Stadt Abensberg)

Der Abensberger Theaterverein „Lampenfieber“ feiert am Samstag, 21. Juli, mit einem Tag der offenen Tür das zehnjährige Bestehen des Theaters am Bahnhof.

ABENSBERG Von 10 bis 17 Uhr gibt es neben kulinarischen Angeboten die Gelegenheit, an einer ausführlichen Führung durch das Theater teil zu nehmen; mit dabei die Bereiche Technik, Maske, Bühnenbau, Catering, die Historie und skurrile Anekdoten. Die Akteure des Theaters am Bahnhof haben sich natürlich einige Überraschungen einfallen lassen – man darf gespannt sein, was es am 21. Juli im schönen Theaterbau alles zu entdecken gibt.

Der wurde 2006 angepackt – das Gebäude selbst stammt von 1916 und wurde als Güterhalle zum Umschlag von Gebrauchsgütern zwischen Schiene und Straße errichtet. Am 19. September 2008 konnte der damalige Vorsitzende Benno Kreuzmair vor vollem Haus in seiner Eröffnungsansprache den Gästen zurufen: „Ich erkläre das Theater am Bahnhof für eröffnet!“ Zwei Jahre lange hatten die Theaterbauer bis zur Erschöpfung auf diesen Abend hingearbeitet. Bis heute sind über 40 Produktionen am Bahnhof zu erleben gewesen.

Am Anfang war das „Lampenfieber“

Die Theatergruppe Lampenfieber war seit 1996 schon emsig ambulant unterwegs: Gespielt wurde im Aventinum, in der Stadtwirtschaft Kuchlbauer (dort im riesigen Nebensaal und im geheimnisvollen Keller), im Troadstadl-Foyer, im engen Turmzimmer im Schloss. Dieses ruhelose kulturelle Umherziehen mündete in die Sesshaftigkeit im eigenen Bau. Der heutige 1. Vorsitzende des Theatervereins, Hans Schmid, ist Chef der Stadtwerke Abensberg, seine Ehefrau Brigitte schon in den 90ern aktives Mitglied. Er half lediglich ein wenig im Hintergrund mit – als ihn Uwe Brandl, Abensbergs 1. Bürgermeister, fragte: „Mogst a Theater?“ Die Güterhalle am Bahnhof stand ungenutzt herum. Schmid überlegte und holte sich Andi Heinz ins Boot, Inhaber einer Baufirma und selbst begeisterter Theaterspieler, dazu Harald Huber, Inhaber einer Elektrofirma und als solcher ständig gefragt, und Anna-Maria Tuscher-Sauer. Die konnte die Überlegungen, was man aus dem alten Haus machen könnte, zu Papier bringen.

Feuereifer und Finanzen

Zurück zum Bürgermeister – der empfahl, sich mit dem europäischen Kulturprogramm „Leader plus“ auseinanderzusetzen, und ging gleich selbst auf Sponsorensuche. Hans Schmid: „Uwe hat uns mit riesigem Elan bei der Spendensuche unterstützt. Ohne ihn hätten wir das nicht geschafft.“ Zusammen kamen 144.000 Euro an Spenden, „Leader plus“ gab die gleiche Summe dazu. Dazu kamen immer wieder Hilfen aus der Bevölkerung und auch kleinere Firmenspenden; gelegentlich tauchte wohl auch eine Bierkiste auf – umsonst, aber nicht vergebens.

Spaß beiseite: Viele der Leute, die heute im Theater am Bahnhof aktiv sind, haben privat 1.000 Stunden und mehr in den Bau gesteckt. Paul Schretzlmeier, Allrounder vom Bauhof der Stadt, die Elektrofirma Huber, das Ehepaar Schmid, Andi Heinz und viele weitere mehr haben mit unermüdlichem Optimismus Stunde um Stunde investiert – Arbeit, von der seit der Eröffnung tausende große und kleine Besucherinnen und Besucher begeistert sind. Auch Profis sind angetan – so war Regisseur Marcus H. Rosenmüller bei einem Besuch begeistert von der (Bühnen-)Technik, und Tontechniker finden die Akustik fabelhaft. Fabelhaft auch die „Maske“ – die fand im bestehenden Bau (die Grundmauern blieben wie der Dachstuhl bestehen) keinen wirklichen Platz mehr, und so errichteten die Unverzagten nach dem Vorbild eines Märklin-Waggons einen feststehenden Masken-Wagen. Man ist ja schließlich „am Bahnhof“!


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