02.10.2019, 18:22 Uhr

Preisträger 2019 im Landkreis ernannt: Musik und Theater – im Kulturpreis geeint

Der nächste Anlass zur Freude: Das Jugendorchester Violinissimo erhält ebenso wie der Theaterverein Isen heuer den Kulturpreis des Landkreises. (Foto: Violinissimo)Der nächste Anlass zur Freude: Das Jugendorchester Violinissimo erhält ebenso wie der Theaterverein Isen heuer den Kulturpreis des Landkreises. (Foto: Violinissimo)

Das Jugendorchester Violinissimo sowie der Theaterverein Isen werden heuer gewürdigt

LANDKREIS Wie von der Pressestelle des Landratsamts heute gemeldet wurde, stehen die Kulturpreisträger des Landkreises Erding 2019 fest.

Preisträger sind in diesem Jahr das Jugendkammerorchester „VIOLINISSIMO“ Erding e.V. sowie der Theaterverein Isen.

Begründet wurde die Entscheidung in den Laudatios bereits so:

„VIOLINISSIMO“ Erding e.V.

„Das Jugendkammerorchester „VIOLINISSIMO“ Erding e.V. wurde im Jahr 2004 von der Erdinger Geigerin Ulli Büsel gegründet. Seither hat es zahlreiche erste Preise, sowohl national als auch international gewonnen, zuletzt den ersten Preis beim Internationalen Orchesterwettbewerb „Summa Cum Laude“ in Wien – mit dem Prädikat „with outstanding success“ sowie der Höchstpunktezahl.

Bereits seit Jahren gehört das Jugendkammerorchester zu den besten jungen Orchestern weltweit. Bereits 2013 gewann das Ensemble den Internationalen Orchesterwettbewerb „Summa Cum Laude“ in Wien. Siege beim Deutschen und beim Bayerischen Orchesterwettbewerb sowie bei Regional-, Landes- und Bundeswettbewerben von „Jugend musiziert“ sind nur einige weitere Erfolgsstationen, die das Jugendkammerorchester im Lauf der Jahre erreicht hat.

„VIOLINISSIMO“ wird aber nicht nur aufgrund der herausragenden musikalischen Qualität, mit der es den kulturellen Ruf Erdings weltweit stärkt, mit dem Kulturpreis des Landkreises Erding ausgezeichnet. Auch die Tatsache, dass das junge Orchester stets seiner Heimat treu bleibt und trotz zahlreicher internationaler Auftritte auch hier immer wieder Konzerte gibt und die heimischen Musikliebhaber erfreut, ist einer der vielfältigen Gründe für die Verleihung. Das Orchester hat bereits Zuhörer unter anderem in New York, Singapur und Prag begeistert – sein Klang ist aber bis heute ebenso in der Stadthalle Erding oder in der Kreismusikschule Erding zu hören.

Besonders macht das Ensemble auch sein außergewöhnliches Konzept, ohne Dirigent zu spielen. Stattdessen erarbeitet das Orchester, das bis heute von Gründerin Ulli Büsel musikalisch geleitet wird, die Stücke gemeinsam als Team. So sind alle jungen Musikerinnen und Musiker gefordert, sich einzubringen, den anderen zuzuhören, mitzugestalten und Verantwortung für das Orchester als Ganzes zu übernehmen. Individualität, so ist eine der Überzeugungen des Ensembles, stärkt das gesamte Orchester, wenn sie mit Rücksicht und Achtung auf die anderen eingebracht wird. Und es funktioniert: So ist das Ensemble in der Lage, stets aufs Neue seine Zuhörer mit seinen Darbietungen zu begeistern.

Nicht zuletzt vereint „VIOLINISSIMO“ auf sehr hohem musikalischem Niveau die Kulturpflege mit sozialem Engagement. Bereits seit der Gründung gibt das Jugendkammerorchester jedes Jahr im Schnitt zwei Benefizkonzerte; viele davon im Landkreis Erding, bei denen die Erlöse Erdinger Projekten zu Gute kommen; aber auch überregionale und internationale Auftritte und Projekte sind immer wieder dabei. So konnten sich die Aktionen „Licht in die Herzen“ und „Aktion Erbse“, die Brücke Erding oder die Pfarrei St. Vinzenz-Klettham im Landkreis Erding schon über Spenden freuen.

Das Jugendkammerorchester „VIOLINISSIMO“ bereichert das kulturelle Leben im Landkreis Erding maßgeblich und ist darüber hinaus ein bedeutender Botschafter des Landkreises weltweit. Für seine überragenden Leistungen wird „VIOLINISSIMO“ mit dem Kulturpreis 2019 ausgezeichnet.

Theaterverein Isen

„Das Theaterspiel in der Marktgemeinde Isen hat eine lange Tradition. Bereits im Jahr 1903 gründete sich erstmals eine Laienspielgruppe; nach mehreren Anläufen fand am 15. Januar 1983 die Gründungsversammlung des heutigen Theatervereins Isen statt. Im vergangenen Jahr feierte der Verein somit sein 35-jähriges Bestehen und konnte seit seiner Neugründung mehr als 80 Stücke realisieren. Mehr als 90 Mitglieder, darunter 30 aktive, zählt der Verein heute, und deren Engagement wird mit stetig wachsenden Besucherzahlen und großem Applaus nach den jeweiligen Aufführungen belohnt.

Gespielt werden sowohl Komödien als auch bayerische Volksstücke und auch Musicals fanden dabei schon den Weg auf die Bühne des Klementsaals, der seit seiner Errichtung im Jahr 1924 Spielstätte ist. Regelmäßig werden bei der Stückauswahl auch sozialkritische und gesellschaftspolitische Themen berücksichtigt und für die zahlreichen Besucher unterhaltsam aufbereitet. So wurde im Jahr 2018 mit dem Stück „Eine ganz heiße Nummer“ das Ausbluten und Sterben der „Tante Emma Läden“ auf dem Dorf thematisiert und heuer mit der Tragikomödie „Honig im Kopf“ das noch immer weit verbreitete Tabuthema Altersdemenz aufgegriffen. Herauszuheben ist dabei das hohe künstlerische Niveau, mit dem die Laienschauspieler ihre Charaktere präsentieren und die Begeisterung, mit der alle Beteiligten sich auf und hinter der Bühne für das gute Gelingen der Aufführung einsetzen. Neue Wege geht der Verein auch mit dem Einsatz von multimedialen Elementen, mit denen etwa technisch hochwertige Außenaufnahmen auf die Bühne gebracht werden können.

Was den Theaterverein Isen darüber hinaus deutlich von anderen Formationen abhebt, ist das Engagement, das die Mitwirkenden Kindern und Menschen mit Behinderung entgegenbringen. Seit 1984 wird jedes Jahr zu Weihnachten zusätzlich ein kindgerechtes Stück erarbeitet, das den kleinen Theaterbesuchern das Warten aufs Christkind versüßt. Neben den regulären Spielterminen finden dabei Aufführungen für Schulen und Kindergärten und im Besonderen für die Kinder und Jugendlichen der St. Nikolausschule statt.

Besonderes Augenmerk legen die Vereinsmitglieder auch auf ihre eigene Kinder- und Jugendarbeit. Neben der eigenen Nachwuchsakquise geht es dabei vor allem darum, über das Theaterspiel die Selbstbestimmtheit und das Selbstwertgefühl der Kinder und Jugendlichen in der Gruppe zu stärken.

,Kultur formt die Herzensbildung des Menschen, und aus autonom handelnden Kindern werden – davon ist der Verein überzeugt – in der Regel keine fremdbestimmten Erwachsenen.‘ – Dieses Ziel des Vereins können wir nur begrüßen und dem Theaterverein Isen für sein vielfältiges Engagement den Kulturpreis des Jahres 2019 verleihen.“


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