21.03.2019, 13:00 Uhr

Kulturpreisträger Stefan Otto im Interview Dank Thermomix, YouTube und viel Humor auf der Erfolgsspur

Amüsante Geschichten aus dem Alltag, überspitzt auf Lieder bekannter Musik-Größen umgetextet – das ist das Erfolgsrezept von Stefan Otto.  (Foto: Michael Otto)Amüsante Geschichten aus dem Alltag, überspitzt auf Lieder bekannter Musik-Größen umgetextet – das ist das Erfolgsrezept von Stefan Otto. (Foto: Michael Otto)

Wo er auftritt, bleibt kein Auge trocken: Stefan Otto ist einer der Shootingstars der bayerischen Musikkabarett-Szene der letzten Jahre. Mit seiner „Spezialität“ – umgetextete Lieder bekannter Musik-Größen geschickt verpackt in lustige Songs und mitreißende Medleys – sorgt der 35-Jährige längst auch weit außerhalb der Landkreisgrenzen für Aufsehen. Am kommenden Montag steht Stefan Otto, der heuer sein 18-jähriges Bühnenjubiläum feiert, nun einmal mehr im Rampenlicht. Landrat Heinrich Trapp verleiht dem gebürtigen Frauenbiburger, der mittlerweile in Moosthenning wohnt, den „Kulturpreis des Landkreises Dingolfing-Landau 2018“. Vorab traf sich das Isar Wochenblatt schon mal mit Otto zum spontanen „Ergänz mal bitte“-Interview.

DINGOLFING-LANDAU Das letzte Mal gewonnen...

habe ich beim Losen letztes Jahr auf dem Dingolfinger Kirta. Sogar den Hauptpreis, ein kleines Skateboard. (schmunzelt) Den letzten Kleinkunstpreis gab‘s 2010, aber seitdem habe ich auch nirgendwo mehr mitgemacht.

Neuer Preisträger des Kulturpreises des Landkreises Dingolfing-Landau zu werden, bedeutet für mich...

eine große Ehre, da ich in Dingolfing schon seit 2001 in Sachen Kultur tätig bin – sei es zum Beispiel als Hofmarschall bei der Faschingsgesellschaft oder eben als Musikkabarettist.

Nachfolger von „Dicht & Ergreifend“ zu sein, ...

ist einfach super. Schließlich sind wir alle aus Moosthenning.

Mit den anderen Kulturpreisträgern 2018...

verbindet mich, dass ich zum Beispiel im selben Ort wie Franz Huber alias der „Bayerische Hias“ aufgewachsen bin, nämlich in Frauenbiburg, und dass wir schon bei der ein oder anderen gleichen Veranstaltung aufgetreten sind.

Die 1.000 Euro Preisgeld...

möchte ich zu einem Teil an die Kinderkrebshilfe im Landkreis spenden, aber zum anderen auch meiner Familie zugute kommen lassen. Sie steht immer voll hinter mir, obwohl sie oft genug zurückstecken muss. Auftritte sind nun mal meist Donnerstag, Freitag, Samstag, zum Teil auch Sonntag. Als Vater von zwei kleinen Kindern ist das nicht immer ganz leicht. Zum Glück spielt bei meiner Leidenschaft fürs Musikkabarett auch mein Chef mit, in dessen Firma ich seit 20 Jahren als Schreiner in Dingolfing – aktuell an drei Tagen pro Woche – arbeite. Wenn er nicht auch so viel Verständnis hätte, würde sich das alles nicht unter einen Hut bringen lassen.

Als Laudator bei der Verleihung ausgesucht habe ich mir...

Hanns Meilhamer und Claudia Schlenger, besser bekannt als „Herbert & Schnipsi“. Die beiden sind einer der Gründe, warum ich überhaupt zum Kabarett gekommen bin. Als Kinder haben wir mit 13 Jahren schon ihre Sketche nachgespielt und ihnen davon sogar ein Video geschickt. Seitdem sind wir in Kontakt. Auch meine bisherigen Programme haben sich die beiden, wenn es zeitlich möglich war, angeschaut. Als ich gefragt habe, ob sie den Laudatoren-Job übernehmen würden, haben sie sofort ja gesagt. Am Dienstag war ich erst wieder bei Beiden Zuhause, um zu proben. Denn bei der Preisverleihung haben wir auch eine kleine Einlage geplant. Das wird recht lustig!

Kabarettist bin ich geworden, weil...

ich es liebe, auf der Bühne zu stehen und die Leute zu unterhalten, sie zum Lachen zu bringen.

Ohne YouTube...

wäre ich heute nicht da, wo ich jetzt bin. Ich habe 2017 mein Programm aufzeichnen lassen und dann einen Clip auf YouTube und Facebook gestellt. Das ist geteilt worden – der Wahnsinn. Das war wie ein Lauffeuer.

Dem Thermomix bin ich dankbar, weil ...

der sehr guten Stoff für einen tollen, überspitzten Song abgeliefert hat. Das finden die, die einen Thermomix haben, genauso lustig wie die, die keinen haben. Das ist natürlich auch wichtig. Und auch wenn nach meinem Auftritt immer mal wieder welche meinen, ich wäre Thermomix-Vertreter, so gut wie ich mich scheinbar mit dem Gerät auskenne, kann ich an dieser Stelle sagen: nein, bin ich nicht! (schmunzelt) Ich bin auch an den Verkäufen nicht beteiligt. Das Einzige, was ich selbst von Vorwerk habe, ist ein Staubsauger – und ein Kugelschreiber. (lacht)

Ois dabei...

heißt mein aktuelles Programm. Es ist eine bunte Mischung meines Musikabarett-Programms der letzten Jahre, bei der jede Altersgruppe über Alltagsthemen lachen kann – vom Junggsell‘nabschied übern Giggalhax bis hin zum Schuhbeck-Fan.

Mein Berufe als Schreiner und meine Leidenschaft für Musik-Kabarett passen perfekt zusammen, weil...

es eine Kombination aus Handwerk und Mundwerk ist. Da ist das eine der Ausgleich für das andere. Ich stehe gerne in der Werkstatt, aber eben genauso gerne auf der Bühne.

Die Texte zu meinen Liedern fallen mir ein, wenn ich..

in der Werkstatt stehe. Das heißt aber nicht, dass ich da nicht bei der Sache bin, gell. (lacht) Nein, manchmal stehst du als Schreiner auch mal für eher eintönige Arbeiten an der Maschine. Da geht einem einfach das ein oder andere durch den Kopf. Es kann auch sein, dass mal bei einer Kundschaft etwas Lustiges passiert oder wenn ich so privat unterwegs bin. Die besten Geschichten finden einfach im richtigen Leben statt. Zuhause überlege ich dann, wie ich daraus etwas für mein Programm machen kann. Wichtig ist für mich nämlich, dass sich die Geschichte immer etwas überspitzt erzählen lässt.

Als erster einen neuen Song zu hören bekommt...

... meine Frau. Wenn die drüber lachen kann, darf es noch meine Schwiegermutter hören. Die ist da ganz ehrlich und sagt auch, was ihr nicht gefällt. Wegen ihr haben es tatsächlich einige Nummer nicht auf die Bühne geschafft. Ihre Meinung ist mir sehr wichtig.

Ein großer Wunsch ist, ...

dass privat alles weiterhin so läuft wie im Moment. Das habe ich weitestgehend selbst in der Hand. Kabarett-technisch nicht immer. Natürlich wäre es schön, mal ein bisschen Fernseh-Präsenz zu haben. Aber mal schauen, wohin die Reise geht. Erzwingen werde ich nichts. Ich will mir weiterhin treu und bodenständig bleiben. Für mich ist es nach wie vor ungewohnt, wenn 500 Leute im Publikum sitzen, die nur wegen mir gekommen sind, und von denen dann der ein oder andere am Schluss auch noch ein gemeinsames Foto haben will. Das ist für mich immer noch der Wahnsinn! (schmunzelt) Langfristig gesehen ist es mein größter Traum, regelmäßig vor rund 250 Leuten aufzutreten und sie mit meinem Humor, mit meinen Liedern zu begeistern.

Das nächste Mal in der Region erleben kann man mich...

am 24. Mai in der Landauer Stadthalle. Ein letztes Mal in der Region gibt es dann auch „Ois dabei“ zu erleben. Im Frühjahr 2020 kommt mein neues Programm.

Die Verleihung des Kulturpreises wird für mich ein unvergesslicher Abend...

auf alle Fälle! Denn für mich geht am Montag allein schon deshalb ein Traum in Erfüllung, weil ich mit meinen Idolen Meilhamer und Schlenger auf einer Bühne stehen und sogar zusammen spielen darf. Da ist der ehemalige „Herbert & Schnipsi“-Parodist schon jetzt ziemlich nervös. (lacht)


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