21.08.2019, 09:33 Uhr

Gründungsfest Die berüchtigten Maibaumdiebe feiern ihr zehnjähriges Bestehen

Zum zehnjährigen Gründungsfest hat sich der Verein königsblaue Samtwesten mit dem Logo von Ludwig II angeschafft. (Foto: pm/König Ludwig Verein Rohrmünz)Zum zehnjährigen Gründungsfest hat sich der Verein königsblaue Samtwesten mit dem Logo von Ludwig II angeschafft. (Foto: pm/König Ludwig Verein Rohrmünz)

Der König Ludwig Verein Rohrmünz setzt sich für Brauchtumspflege ein.

GRAFLING Wenn das mal kein Grund für ein zünftiges Fest ist. Der Verein Weiss/Blau Königstreu Bayerwald Rohrmünz e.V. feiert am am Samstag und Sonntag, 24. und 25. August, sein zehnjähriges Bestehen.

Im Dezember 2009 wurde der rührige Verein von 17 Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen. Von Anfang an mit dabei ist neben Vorstand Josef Knogl auch Graflings Bürgermeister Willi Zißlsberger. Heute zählt der Verein rund 130 Mitglieder, darunter Deggendorfs Oberbürgermeister Dr. Christian Moser und Staatsminister Bernd Sibler.

In der Gründungssatzung sind als Aufgaben des Vereins die Pflege des Brauchtums und der Geschichte, die Erforschung der Bedeutung Niederbayerns zur Zeit bayerischer Könige, die Heimatpflege und Heimatkunde aufgeführt.

Dazu gehört für die „Königstreuen“ auch die Erinnerung an die bayerischen Könige aus dem Hause Wittelsbach. Dies gilt insbesondere für König Ludwig II, der für den Verein nicht nur ein „Märchenkönig“ ist, sondern durchaus in seiner realen geschichtlichen Bedeutung ein König, der immer den Frieden im Inneren und Äußeren angestrebt hat. Außerdem ist eines der Hauptziele, den bayerischen Dialekt zu fördern, um dem starken hochdeutschen Einfluss Einhalt zu bieten. „Man sieht es ja sogar schon in einer kleinen bayrischen Stadt wie Deggendorf, wie wenig ein bayrisches ,Piade‘ im Gegensatz zu einem Tschüss gebraucht wird. Oder die ,angebliche bayrische Hauptstadt‘ München, in der der bayrische Dialekt oft gar nicht mehr verstanden wird, und man sich so als Niederbayer wie ein Auswärtiger fühlt“, klagen die Vereinsmitglieder.

„Tschüssverbot“ bei 20 Euro Strafe

Deshalb wurde bei der Gründung des Vereins auch ein Tschüssverbot eingeführt, das bei jedem Verstoß mit einer Geldstrafe von 20 Euro bestraft wird.

Und natürlich sind die „Königstreuen“ weitum gefürchtete Maibaumdiebe.

Schon bei der Vereinsgründung gaben sich die Vereinsmitglieder das Versprechen, jedes Jahr zumindest einen Maibaum zu stehlen. In den vergangenen zehn Jahren mussten Orte wie etwa Grafling, Neuhausen, Ruhmannsfelden, Mietraching, Deggendorf oder zuletzt 2019 Großtiefenbach ihr Stangerl an den Verein abgeben und mittels Auslöse zurückkaufen.

Bevor das nächste Stangerl in die Hände des König Ludwig Vereins fällt, wird aber erst einmal am Samstag und Sonntag, 24. und 25. August, kräftig das Zehnjährige des Vereins gefeiert. Los geht‘s am Samstag um 16 Uhr mit dem Bieranstich durch Schirmherr Willi Zißlsberger, 1. Bürgermeister der Gemeinde Grafling. Für das Fest wurde kurzfristig von 16 bis gegen 1 Uhr ein Shuttleservice von der Graflinger Dorfmitte über Arzting, Alberting und zurück eingerichtet.

Ab 20 Uhr steigt dann ein Konzert der „Zellbergbuam“ aus dem Zillertal. Barbetrieb im Partyzelt ist ab 21.30 Uhr angesagt. Der Festsonntag startet um 8 Uhr mit dem Empfang der Vereine mit der Blaskapelle „Brandlberger Buam“ und dem gemeinsamen Weißwurstfrühstück. Um 11 Uhr findet ein König-Ludwig Festgottesdienst bei der Kapelle Rohrmünz mit anschließendem Fahnenumzug statt. Mit dem gemeinsamen Mittagessen beginn der Festbetrieb. An beiden Tagen wird für die kleinsten Festbesucher übrigens eine Hüpfburg aufgestellt.

Zum Zehnjährigen hat sich der urbayerische Traditionsverein für die Mitglieder übrigens eigens neue Samtwesterl angeschafft, in königsblau mit gesticktem Siegel von König Ludwig II. Und die 17 Gründungsmitglieder erhalten nun zum Zehnjährigen ein goldenes Ehrenabzeichen.


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