16.07.2019, 09:09 Uhr

Projekt Clowns ohne Grenzen


Für eine Woche der Tristesse des Ankerzentrums entfliehen und in die Welt des Circus eintauchen. Für 32 Kinder und Jugendliche wurde aus dem Traum die Wirklichkeit.

DEGGENDORF Der Verein Clowns ohne Grenzen, eigentlich in weltweiten Krisengebieten unterwegs, nahm sich diesmal einem Sorgenkind an, das sich innerhalb Deutschlands befindet. Eine vierköpfige Delegation kam nach Deggendorf, um in Kooperation mit der Caritas, dem 4You und dem Familienzentrum echte Circus-Atmosphäre zu erzeugen. Alle vier nahmen jeweils eine Gruppe unter ihre Fittiche, um in der Woche ein Programm zu entwerfen, wie es ein echter Circus produziert. Am Ende der Woche gab es im Gymnastikraum der Vhs ein halbstündiges Programm aus Artistik, Jonglage, Zauberei und Clownerei. Die Akteure zeigten ihr Programm ihren Familien und Freunden.

Aufregung herrschte, wie sie auch bei anderen Aufführungen üblich ist. Das Besondere: ein internationales Team aus Aserbaidschanern, Nigerianern und Senegalesen, alle zwischen vier und 17 Jahre alt, wurden von den vier so strengen wie liebevollen Trainern angeleitet. Zunächst trieb die Artistik-Spezialistin Sonja Ertl ihre Schützlinge zu Höchstleistungen an, dazu wurde jeder Programmpunkt begeistert beklatscht. Auch die Einlagen von Stefan Schiegl, dem Jongleur, der Zauberin Tamara Juli und dem Clown This Zogg bzw. den Mitspielern ernteten großen Beifall.

Die Idee dahinter ist keine neue, sie nahm 1993 in Spanien ihren Anfang. „Circus gestaltet Vielfalt und Kultur macht stark“, so Sonja Ertl. Das Projekt werde übrigens vom Bildungs- und Forschungsministerium finanziell gefördert. „Und nachdem wir merkten, dass in Deggendorf viel zu wenig passiert, haben wir uns mit der Caritas, dem 4You und dem Familienzentrum zusammengetan. Erstere stellten den Kontakt zum Ankerzentrum her und trafen die Auswahl der Kids, die beiden anderen unterstützten uns mit Räumlichkeiten und personell.“

Für die Kinder und Jugendlichen sollte einfach eine schöne Zeit vorbereitet werden. Das Geheimnis sei, dass letztlich jeder Teilnehmer seinen passenden Platz in einer solchen Circustruppe findet. „Wir hatten eine schöne Woche mit schönen Momenten.“ Das Miteinander sei gut und einvernehmlich gewesen. Viele Bereiche von Motorik über Ausdauer und Selbstbewusstsein würden fast automatisch geschult. Neben den Hauptamtlichen hätten zahlreiche Ehrenamtliche geholfen. „Wir hoffen, dass wir das Projekt hier in Deggendorf wiederholen dürfen.“


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