08.10.2018, 19:40 Uhr

Vortrag von Prof. Dr. Eder Die schriftlichen Quellen zur „Deggendorfer Gnad“

Titelseite von Johannes Sartorius, 1604, Sammlung Stadtmuseum (Foto: Stadt Deggendorf)Titelseite von Johannes Sartorius, 1604, Sammlung Stadtmuseum (Foto: Stadt Deggendorf)

Vortrag von Prof. Dr. Eder am 16. Oktober um 19 Uhr im Deggendorfer Stadtmuseum. Der Vortrag des Kirchenhistorikers und besten Kenners der „Deggendorfer Gnad“, Univ.-Prof. Dr. Dr. habil. Manfred Eder, setzt die Reihe zu Themen um diese umstrittene Wallfahrt im Stadtmuseum fort.

DEGGENDORF Um zu klären, was sich im Herbst 1338 tatsächlich in Deggendorf abgespielt hat, ist die am 14. Oktober jenes Jahres ausgestellte Urkunde Herzog Heinrichs XIV. von Bayern besonders bedeutsam, weil sie das einzige offizielle zeitgenössische Dokument ist und daher die mit Abstand wichtigste Quelle zu den fraglichen Ereignissen darstellt.

Anhand verschiedener weiterer Quellen der folgenden Jahrzehnte zeigt dieser Vortrag, wie die historische Realität immer weiter entstellt und dafür die Anschuldigung einer jüdischen Hostienschändung immer konkreter wird, bis in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts eine voll ausgeformte, naiv-phantastische Hostienlegende vorliegt.

Der Deggendorfer Stadtpfarrer Johannes Sartorius brachte die zwischenzeitlich nochmals veränderte Legende in seinem 1604 erschienenen Buch „Gedenken an die Wunder Gottes“ schließlich in die Gestalt, die bis ins 20. Jahrhundert als dem geschichtlichen Hergang entsprechend geglaubt und verteidigt wurde und damit die Grundlage der „Gnad“-Wallfahrt bildete.

Der Vortrag am Dienstag, den 16. Oktober 2018 um 19 Uhr im Stadtmuseum Deggendorf ist eine Kooperation von „Demokratie leben“, Pfarrei Maria Himmelfahrt und Stadtmuseum.

Der Eintritt zum Vortrag ist frei.


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