15.06.2018, 10:08 Uhr

Senioren-Aktiv-Club Boah, ist das grün hier


Senioren-Aktiv-Club besuchte die grüne Insel Irland.

DEGGENDORF/RLAND Grün in allen Schattierungen und Nuancen: Das ist Irland. Die Reisegruppe des Senioren-Aktiv-Clubs hatte sich für ihre Fahrt rund um die Insel auf Regen und Kälte eingestellt, aber dann war´s neun Tage lang sonnig und angenehm warm. Nur zweimal gab´s einen Schauer, den die Iren „liquid sunshine“ nennen, flüssigen Sonnenschein also. Erst mit dem Heimflug bekamen die Urlauber echte Wetterunbillen zu spüren: Wegen Unwetter konnte der Flieger nicht in München landen und setzte die Passagiere in Nürnberg ab. Das Reisebüro reagierte sofort und dirigierte den Bus für die Deggendorfer nach Franken. Die Wartezeit reichte kaum für eine bayerische Brotzeit und das erste Weißbier.

Zehn Tage lang bereisten die 34 Urlauber die grüne Insel, erlebten in Belfast, dass der Religionszwist immer noch schwelt und die „Friedensmauer“ zwischen den einzelnen Stadtteilen noch ihren Zweck erfüllt. Ein beklemmendes Gefühl, dass die Bürger einer Stadt durch Stacheldraht und Tore voreinander geschützt werden müssen. Beklemmend auch der Besuch im gigantischen Titanic-Museum, in dem die Tragödie von allen Seiten beleuchtet wird. Hier entdeckten die Deggendorfer zum ersten Mal die Freude der Iren an kühner Architektur. Auch bei den unglaublichen Basaltformationen von Giants Causeway haben die Iren ein Besucherzentrum errichtet, das die Formen des Naturwunders aufgreift. Und bei den Cliffs of Moher wurde ein Infozentrum in den Berg hinein gebaut.

Bei allen spektakulären Naturschauspielen auf der Insel: Dominierend sind Moore, saftige Wiesen mit Schafen und Kühen – und überall die blühenden Rhododendren, die hier wie Unkraut wuchern. Noch immer stechen die Bewohner den Torf aus den Mooren, um die „Briketts“ zu verheizen, sobald sie getrocknet sind. Erst in einigen Jahren soll das verboten werden.

2000 Kilometer legten die Deggendorfer in Irland zurück, wechselten sechsmal das Hotel, um möglichst viel zu sehen. Wobei sich der Reiseleiter aus Wien als erfreulich kenntnisreich erwies. Er wusste sogar, dass in Killarny in der Grafschaft Kerry Liebherr ein großes Werk unterhält und ein Mitglied der Eigentümerfamilie hier ein Haus besitzt. Das interessierte die Deggendorfer natürlich besonders. Einer der Höhepunkte war der Rock of Cashel, wo vor 1500 Jahren St. Patrick den ersten irischen König getauft hat. Um 1200 schenkte ein irischer König das Schloss der Kirche; eine mächtige Kathedrale entstand auf dem Berg. Erst Cromwells Truppen zerstörten die katholische Kirche. Hier gibt´s übrigen auch eine 800 Jahre alte Seitenkapelle, die mit Hilfe des Regensburger Bischofs erbaut wurde.

Sehenswert auch das Bunratty Castle, eine alte Burg, die samt Einrichtung erhalten geblieben ist. Drum herum wurde ein Museumsdorf errichtet, mit vielen schilfgedeckten Hütten: Ein guter Einblick in das karge Leben der Vergangenheit. Die schönsten Ausblicke auf die Landschaft gab´s bei der Fahrt über den Ring of Kerry; diese Panoramastraße ist teilweise extrem eng und steil, weshalb sich alle Busfahrer darauf verständig haben, sie nur gegen den Uhrzeiger zu befahren – damit man sich keinesfalls begegnet.

Während in Nordirland nur mit englischen Pfund bezahlt werden konnte, gilt auf dem Rest der Insel der Euro. Das Leben ist nicht gerade billig. In Dublin gab´s viele Möglichkeiten, die Euro auszugeben: Im Pub für ein Pint Guiness oder für Irish Coffee, in den Geschäften und natürlich in den Museen und Kirchen. Sogar in der Patricks-Kathedrale, in der noch Gottesdienste gefeiert werden, stehen Gift-Shops. Und die Besucher laufen ungeniert durch die Kirche; da geht es zu wie im Bahnhof. Das gilt auch für das Trinity College, das in der Old Library eine der ältesten und kostbarsten Bibeln aufbewahrt, das Book of Skells. Natürlich stand die eindrucksvolle Bibliothek ebenso auf dem Programm wie das Guiness Storehouse oder das Standbild von Molly Malone, einer üppigen Bronzefigur in der Altstadt von Dublin.

Dank und Applaus zum Schluss der Reise für Theo Sperl, der seine „Schäfchen“ zehn Tage lang zusammen hielt und sich um alles kümmerte.


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