18.05.2018, 09:50 Uhr

Umfrage Jeder Fünfte hat Angst vor Alterseinsamkeit

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

Frauen sind stärker besorgt als Männer.

DEUTSCHLAND Mit einem Ministerium für Einsamkeit will Großbritannien zukünftig gegen diese „traurige Realität des modernen Lebens“ entgegenwirken, wie es die Premierministerin ausdrückte. Dass Einsamkeit ein wichtiges Thema ist, glauben auch die Deutschen. Jeder Fünfte hat Angst davor, im Alter von Einsamkeit betroffen zu sein. Knapp jeder Zehnte ist bereits betroffen, vor allem Singles und Einkommensschwache leiden. Allerdings glaubt nur eine Minderheit, dass sich das Problem mit einem eigenen Ministerium in den Griff kriegen ließe. Das sind Ergebnisse einer aktuellen, repräsentativen Studie von Zweisam.de. Die Partnersuche für Singles über 50 hat dazu gemeinsam mit Ipsos 1.000 Deutsche repräsentativ befragt.

Demnach sind 54 Prozent der Deutschen der Ansicht, dass Einsamkeit alle Altersgruppen betrifft – egal ob alt oder jung. Nur jeder Zehnte (zehn Prozent) vertritt die Meinung, dass durch Einsamkeit vor allem Ältere gefährdet sind. Gleichwohl hat jeder Fünfte (19 Prozent) Angst davor, speziell im Alter einsam zu sein. „Das Thema Einsamkeit wird von den Deutschen als sehr wichtig erachtet, die deutliche Mehrheit glaubt aber nicht, dass es durch ein Ministerium für Einsamkeit gelöst werden kann“, sagt Zweisam.de-Beziehungsexperte Dr. Stefan Woinoff, „nur jeder Zehnte meint, ein Einsamkeitsministerium wäre hilfreich bei der Lösung des Problems.“

Fast jeder zehnte Deutsche einsam

Dabei werden Lösungsvorschläge dringend benötigt. So fühlen sich neun Prozent der Deutschen derzeit einsam und leiden auch unter diesem Zustand. Singles sind häufiger von Einsamkeit betroffen: 16 Prozent geben an, derzeit einsam zu sein und darunter zu leiden. Dennoch würden nur acht Prozent ungesunde Kompromisse bei der Partnersuche eingehen, um der Einsamkeit zu entfliehen. „Singles haben ein höheres Einsamkeitsrisiko und fühlen sich laut Studie dreimal so häufig einsam wie Menschen, die in einer Partnerschaft leben. Dennoch lehnen es die meisten ab, mit einem Partner zusammen zu sein, der nicht hundertprozentig zu ihnen passt“, sagt Dr. Stefan Woinoff.

Frauen mit großer Angst vor dem Alleinsein

Vor allem bei Frauen ist die Sorge vor Alterseinsamkeit stark ausgeprägt: 21 Prozent haben Angst davor, ihren Ruhestand alleine verbringen zu müssen, aber nur 16 Prozent der Männer. Frauen stufen Einsamkeit auch stärker als Tabuthema ein (30 Prozent) als Männer (21 Prozent). Zudem geben Männer den Einsamen häufiger selbst die Schuld an ihrer Misere als Frauen. So sagen 14 Prozent der Männer: „Ganz ehrlich, wer einsam ist, ist oft selber schuld“. Nur sieben Prozent der Frauen schließen sich dieser These an.

Wer Geld hat, hat auch Freunde

Interessant ist der Zusammenhang zwischen Geld und Einsamkeit. Laut Studie gilt diese Gleichung: Je höher der Verdienst, desto geringer die Einsamkeit. So fühlen sich 17 Prozent derjenigen, denen ein monatliches Haushaltsnettoeinkommen von bis zu 1.750 Euro zur Verfügung steht, oft einsam. Von denen, die zwischen 1.750 und 2.500 Euro zur Verfügung haben, fühlen sich nur 13 Prozent einsam. Und wer sogar über 2.500 Euro im Monat mit nach Hause bringt, ist rein statistisch nur noch zu fünf Prozent von Einsamkeit betroffen. „Mit Geld lässt sich das Gefühl der Einsamkeit sehr gut verdrängen“, sagt Dr. Woinoff. „Man konsumiert dann, um dem Gefühl der Einsamkeit zu entfliehen. Wer viel Geld hat, wird in unserer Gesellschaft zudem oft als attraktiv wahrgenommen. Wer weniger Geld hat, hat oft geringere Chance auf soziale Teilhabe und lernt weniger Leute kennen. Nicht selten schämen sich Menschen mit weniger Geld sogar und treten den sozialen Rückzug an.“


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