27.02.2018, 09:55 Uhr

Hundemesse Illegaler Welpenhandel – das große Geschäft mit dem Elend der Hunde


Die Hundeschule Hexenhof informierte auf der Messe„Mein Hund“.

SCHÖLLNACH/STRAUBING. Am Wochenende wurde in Straubing wieder die Messe „Mein Hund“, durchgeführt. Auch die Schöllnacher Hundeschule „Hexenhof“ war mit einem Messestand und Darbietungen vertreten. Was die Hundeprofis den Gästen nahe brachten, war auch erschütternd: Ein Bericht über den illegalen Welpenhandel, der mittlerweile unfassbare Ausmaße angenommen hat.´

Mit Hauptkommissar Roger Eberle, Polizeibeamter der Bundespolizei Passau, der als Dienstgruppenführer für die Überwachung der Grenzen zuständig ist, präsentierte der „Hexenhof“ einen Experten, der an forderster Front steht. Der Welpenhandel ist mittlerweile ein äußerst gut organisiertes Verbrechen im großen Stil. Hier geht es um Gewinne in mehrstelliger Millionenhöhe und um unglaubliches Leid der Tiere.

Die vielen Hundewelpen, die an der Grenze abgefangen werden, sind ein „Beifang“ zu den Flüchtlings-Grenzkontrollen. „Die Rassen entsprechen immer denen, die gerade in den westeuropäischen Ländern ,in‘ sind“, weiß der Hauptkommissar. 2017 waren es im Bereich Passau über 800, mit Freilassing zusammen fast 1000 Welpen, die die Bundespolizisten zusammen gepfercht aus den Transportern der osteuropäischen Hundevermehrer retten konnten.

Die Tiere werden oft schon mit vier, fünf Wochen von dem Muttertier getrennt. „Impfungen werden teilweise gar nicht oder nur zum Teil durchgeführt. Impfausweise werden manipuliert und gefälscht“, so Eberle. Die Welpen sind oft krank und werden für den Transport und Verkauf mit medizinischen Mitteln hochgepäppelt, sodass sie agil sind und gut aussehen. „Doch viele sterben nach wenigen Wochen“, berichtete der Bundespolizist.

Nach vier, fünf Wochen von der Mutter getrennt

Eberle appellierte deshalb an die Gäste der Hundemesse, beim Welpenkauf die Augen offen zu halten. Vor allem sollte man Welpen nicht einfach billig im Internet aus vermeintlich deutschen Zuchtstätten kaufen. Man sollte sich vorab Informationen über die Züchter einholen und sich unbedingt vor Ort den Züchter genau anschauen sowie sich, wenn möglich, die Elterntiere zeigen lassen. Misstrauisch sollte man gleich sein, wenn ausländische Telefonnummern angegeben sind.

Die Schöllnacher Hundeschule führte den Zuschauern aber nicht nur das Hundeelend an der Grenze vor Augen. Es wurde vor allem auch gezeigt, welche Freude so ein Haustier bringen kann. Viele Hundebesitzer, die sonst auf den Hexenhof in Schöllnach oder Deggendorf-Rettenbach zur Übungsstunde kommen, zeigten, was sie und ihr Hund so drauf haben. Trick Dogler zeigten ihr Können und man konnte staunen, dass auch Rottweiler und Bordeauxdogge Tricks auf Lager haben. Kids & Dogs, eine spezielle Übungseinheit der Hundeschule, waren mit dabei. Und auch Besucherkinder der Messe durften mit den Hunden arbeiten. Elke Fiebert, Inhaberin der Hundeschule Hexenhof, stellte das neue Gesundheitskonzept der Hundeschule vor: Wir bewegen … ganzheitlich. Eine Kooperation zwischen Tierarzt (Dr. med. vet. Siegrun Lauboeck), Osteopathie (Osteopathin Alexandra Pauler), Homöopathie (Tierheilpraktikerin Claudia Schmidt) und Bewegungs-Training/Cavaletti (Hundetrainerin Martina Eberle) ermöglicht die Abklärung, ob Verhaltensproblematiken ihre Ursache in körperlichen Beschwerden haben. Diese neuen Cavaletti-Bewegungsstunden sollen Hunde geistig fördern und ihre körperlichen Bewegungsabläufe verbessern.


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