27.08.2019, 09:47 Uhr

Tag des offenen Denkmals Weißes Schulhaus wird Bürgerzentrum

Das historische Gebäude wurde von der Gemeinde generalsaniert. Foto: Michael Schaller/Gemeinde Rinchnach (Foto: M. Schaller/Gemeinde Rinchnach)Das historische Gebäude wurde von der Gemeinde generalsaniert. Foto: Michael Schaller/Gemeinde Rinchnach (Foto: M. Schaller/Gemeinde Rinchnach)

Führungen zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 8. September, im „Weißen Schulhaus“ in Rinchnach.

RINCHNACH Der Tag des offenen Denkmals hat sich als größte europaweite Kulturveranstaltung erfolgreich etabliert. Tausende Geschichten, die von der Vergangenheit und der Zukunft erzählen, werden vermittelt und erlebbar. Das Bewusstsein für das Kulturerbe wird angeregt und gefördert.

Am Sonntag, 8. September, wird der Denkmaltag 2019 durchgeführt. Das Motto lautet: „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“. Hintergrund ist, dass sich Veränderungen und Umbrüche in Epochen, Gesellschaft, Politik und Technik in Denkmälern widerspiegeln. Sie erfahren im Laufe der Zeit neue Nutzungskonzepte.

So wie das „Weiße Schulhaus“ in Rinchnach, Gehmannsberger Straße 8, das die Wandlung vom historischen Schulgebäude zum modernen Bürgerhaus erfahren hat.

Rinchnach ist der älteste Schulstandort im Landkreis und beherbergt mehrere historische Schulgebäude. Bereits im 13. Jahrhundert ist eine klösterliche Schule im Kloster Rinchnach urkundlich überliefert. Die Klosterschule wurde nach Einführung der allgemeinen Schulpflicht 1802/03 und im Zuge der Säkularisation aufgehoben. Die Entwicklung des Schulwesens mit den steigenden Schülerzahlen erforderte Räumlichkeiten und Schulgebäude. Nach Benutzung des Speisesaals der ehemaligen Propstei als Schulzimmer und Erbauung eines Schulgebäudes um 1830, seit 1960 das Schwesternhaus der Deutschordensschwestern, wurde 1888 das sogenannte „Rote Schulhaus“ errichtet. Raumnot und Wohnbedarf für das Lehrpersonal machten einen weiteren Schulhausneubau 1908 nötig, das „Weiße Schulhaus“. Darin integriert waren zwei Lehrsäle und zwei Lehrerdienstwohnungen sowie ein großer Raum im Dachgeschoss. Nach Ende des 2. Weltkrieges mussten die Schulräume für Evakuierte, Flüchtlinge und Heimatvertriebene zur Verfügung gestellt werden. Ein neues Schulgebäude beendete 1960 die Raumnot. Zuletzt wurde das Weiße Schulhaus für Fachunterricht, als Jugendheim und öffentliche Bücherei genutzt.

Für die Revitalisierung wurde das architektonisch interessante Gebäude von der Gemeinde Rinchnach generalsaniert und zum modernen Bürger- und Kulturzentrum umgenutzt.

Bei Führungen mit Kreisheimatpflegerin Cornelia Schink und Architekt Georg Oswald am Sonntag, 8. September, um 11, 13 und 15 Uhr kann man das historische Gemäuer unter die Lupe nehmen.


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