18.07.2019, 16:09 Uhr

Ein lokalhistorischer Schatz Historische Kollnburger Fotoplatten sind digitalisiert

Begeistert von dem archivarisch wertvollen Bildmaterial aus dem Nachlass der Kollnburgerin Maria Grotz waren bei der Übergabe der digitalen Daten, die von der Gotteszeller Fotografenmeisterin Claudia Ratzka (l.) in mehrmonatiger Einzelsichtung bearbeitet wurden, die ehrenamtliche Archivpflegerin für den Altlandkreis Viechtach, Eva Bauernfeind (Mitte), und Kollnburgs Bürgermeisterin Josefa Schmid (r.). (Foto: pm/Schmid)Begeistert von dem archivarisch wertvollen Bildmaterial aus dem Nachlass der Kollnburgerin Maria Grotz waren bei der Übergabe der digitalen Daten, die von der Gotteszeller Fotografenmeisterin Claudia Ratzka (l.) in mehrmonatiger Einzelsichtung bearbeitet wurden, die ehrenamtliche Archivpflegerin für den Altlandkreis Viechtach, Eva Bauernfeind (Mitte), und Kollnburgs Bürgermeisterin Josefa Schmid (r.). (Foto: pm/Schmid)

Den Datenträger mit den digitalisierten historischen Fotoplatten aus dem Besitz der Kollnburger Familie Grotz übergab am Donnerstag Fotografenmeisterin Claudia Ratzka vom Studio Foto-Express aus Landau/Isar an Kollnburgs Bürgermeisterin Josefa Schmid.

KOLLNBURG Auf Initiative von Eva Bauernfeind, der ehrenamtlichen Archivpflegerin für den Altlandkreis Viechtach, sind die für die Lokalgeschichte Kollnburgs außerordentlich wichtigen Glasplatten eingescannt und hochauflösend digitalisiert worden. Finanziert worden ist das Ganze von der Gemeinde Kollnburg, der Genobank Kollnburg und der Bayerischen Volksstiftung e.V.

Die über 1300 Platten wurden in den 1930er, 40er und 50er Jahren vom Kollnburger Schreinermeister Alois Preiß (1879-1965) aufgenommen. Sie umfassen viele private Personenaufnahmen wie zum Beispiel Familienfotos, Kommunionkinder, Menschen auf dem Sterbebett, aber auch Landschaftsbilder und zeitgeschichtliche Dokumente, wie etwa die Kollnburger Theatergruppe, kirchliche Hochfeste und Prozessionen, den Kollnburger Faschingszug, Kirchweih vorm „Bräu“ oder einen Nazi-Propagandazug durch Kollnburg. „Das ist ein lokalhistorischer Schatz von unermesslichen Wert“, zeigten sich Bürgermeisterin Josefa Schmid und Archivpflegerin Eva Bauernfeind begeistert von den historischen Bildern in außergewöhnlicher guter Aufnahmequalität.

Alois Preiß, 1879 in Göllhorn geboren, zog nach seiner Eheschließung nach Kollnburg, wo er das Haus des Malermeisters Johann Bäumer erwarb. Als Schreinermeister führte er dort seine Werkstatt. Sonntags ging er mit seiner Holzkamera über Land und frönte seiner großen Leidenschaft, dem Fotografieren. Nach und nach wurde das zu einem Nebenerwerb. 1965 verstarb er.

Was die Aufnahmen heute nicht nur handwerklich und künstlerisch, sondern auch volkskundlich so wertvoll macht, ist die Tatsache, dass sie fein säuberlich in zehn selbst gebauten Holzkistchen verwahrt, größtenteils durchnummeriert und auf einer Liste beschrieben sind. Dieser lokalgeschichtliche Schatz wird von den Nachfahren des Alois Preiß aufbewahrt. Es ist ganz im Sinne von Herbert und Paula Grotz, dass die Aufnahmen für die Allgemeinheit zugänglich gemacht werden. Die aufwendige Digitalisierung war der erste Schritt, in den nächsten Wochen will Archivpflegerin Eva Bauernfeind die Archivierung, also die Zuordnung der Fotos zu den jeweiligen Beschreibungen, ausführen. Außerdem soll die Übertragung der Nutzungsrechte an den Digitalisaten auf die Gemeinde Kollnburg vertraglich geregelt werden.

Für den Herbst plant Bürgermeisterin Josefa Schmid dann eine öffentliche Präsentation im Rahmen eines Bürgerabends, bei der so mancher Kollnburger Gemeindebürger ins Staunen und Schwärmen über Bilder von seinen Vorfahren und die historischen Landschafts- und Gebäudeaufnahmen kommen wird.


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